Sonntag, 25. November 2012

Alles aus dem Rhythmus

Wisst ihr was das schlimmste an der Bulimie ist? Du gibst dich ihr hin, immer wieder und irgendwann ganz plötzlich, von heute auf morgen, von jetzt auf gleich, da bemerkst du, dass alle Gerüchte stimmen. Die Haare fallen tatsächlich aus, das Herz stolpert ab und an, die Verdauung wird zur Katastrophe, du isolierst dich, gerätst immer mehr aus dem Gleichgewicht und nimmst schlussendlich auch noch zu.
Meine momentane Situation ist der reinste Trümmerhaufen. Meine Haare sind furchtbar fisselig und fallen strähnenweise aus. Meine Verdauung.. Bauchweh ohne Ende, ein ständiges Völlegefühl und auch wieder arges Aufblähen. Vorhin tat es so weh, dass ich nicht mal liegen konnte.. dann mein Rhythmus. Ein Chaos. Ich bin bis 5 Uhr wach und schlafe bis 14 Uhr. Hallo?? Ich schäme mich so sehr dafür. Dass ich mich so gehen lasse und einfach nicht herauskomme.
Also, wo fange ich an? Ich fange an der Ursache an, nämlich an der Bulimie. Zuviele Essbrech Anfälle, die zu sehr zur Gewohnheit werden. Es wird immer schlimmer. Also versuche ich, mir nun auf andere Weise etwas gutes zu gönnen. Lieber mehr Geld ausgeben für Nahrung, die mir hilft, gesund zu essen, als Geld das Klo herunter zu spülen. Und meine Gesundheit gleich mit. Ich habe mir nun heute Brokkoli, Energiegetränke, Vollkornmehl und Kuvertüre zum Backen gekauft. Außerdem Sojajoghurt, einen Paprika-Nuss Aufstrich. Ich werde mich ablenken, ankämpfen und dann wird es mir Schritt für Schritt besser gehen.
Tag1: Alles ist aufgeschwämmt, Heißhunger und im Rachen und Bauch fühlt sich alles einfach nur Wund an. Die Wangen sind leicht geschwollen, aber mehr gefühlt als wirklich sichtbar
Tag2: Wasserhaushalt, Verdauung und Hunger/Satt Gefühl sind nach wie vor gestirrt. Man schläft komisch, hat immerzu einen vollen Bauch, der schwer zu ertragen ist. Mund und Zähne fühlen sich aber bereits besser an. Dafür drückt es in den Wangen ungemein und sie werden dick und tun weh beim Kauen
Tag3: Der Körper ist immer noch alles wieder am ausgleichen. Aber es wird besser. Er merkt, dass das Essen nun im Magen bleibt. Er bekommt genug Wasser, Mineralstoffe und Vitamine. Vor allem auch Elektrolyte! Wangen sind nach wie vor geschwollen, drücken aber nicht mehr und schmerzen nicht mehr.
Tag4: ?
Ich hatte 12 Essbrech Tage diesen Monat. Ich habe zuviel Geld dafür ausgegeben (aber bei weitem nicht soviel, dass es wirklich schlimm wäre. 30 Euro sind es glaub ich insgesamt etwa). Aber ich möchte mich wieder gut fühlen. Wieder freier sein, meinen Körper wieder mögen. Noch sind ganz viele Wassereinlagerungen in meinem Körper, besonders in den Beinen. Noch fühlt sich mein Körper einfach nur furchtbar an! Aber er bekommt viel gutes Essen und ich hoffe, dass es dann bald besser wird. Noch habe ich abends ziemlichen Heißhunger und ich muss echt mit mir kämpfen. Ich denke auch, wenn sich das normalisiert hat, kann ich auch wieder normaler schlafen. Wenn ich jetzt um 2 oder 3 schlafen will, wälze ich mich hin und her und stehe um 5 wieder auf, weil ich Hunger habe. Sehr gefährlich sowas.. nur einmal schwach werden und es könnte in unkontrolliertes Essen oder Fressen ausarten. Aber heute ist der dritte Tag und ich habe weiß Gott nicht vor, nochmal schwach zu werden. Auch, wenn es mir innerlich momentan nicht so gut geht.
Jedenfalls habe ich nächste viele schöne Treffen mit Leuten, für die ich fit und schön sein will. Und mich gut fühlen will. Und nicht so verquollen und mit dicken Backen. Ich freue mich drauf, erfolgreiche Tage zu haben.
Morgen werde ich erstmal ein wenig umherziehen, ein paar ToDos abarbeiten. Abends gehe ich babysitten bei meiner Mutter, mit der ich mich zur Zeit einigermaßen gut verstehe. Jedenfalls kann ich in meinem derzeitigen Zustand sowieso nirgendwo hin und dachte mir, kann ich dort 30 Euro verdienen, ein wenig in meinem alten Zuhause sein und mir ein schönes Abendessen dort kochen. Und natürlich für meinen Bruder da sein! Der kleine, ganz viele Bilder malt er mir zur Zeit. (morgens Kaffee, Banane und abends Essen bei Mutter)
Sonntag gibt es ein Frühstück und dann wohl noch Plätzchenteig und Plätzchen. Ich versuche möglichst beim Frühstück zu sparen..
Montag möchte ich endlich das mit dem Führerschein regeln und vielleicht direkt schon zu einer Theoriestunde abends gehen. Und ich möchte ein wenig weiter nach Jobs suchen. Da gäbe es noch 3 Cafes, in denen ich gern fragen würde, ehe ich in anderen frage, in die ich weniger gern rein mag. (Müsli, Snack zwischendurch, gesundes Abendessen mit viel Gemüse)
Dienstag treffe ich eine Freundin und abends gibts vielleicht nochmal ne Theoriestunde. (kleines Frühstück, je nach Hunger; Kaffee; Abendessen)
Mittwoch treffe ich einen Freund, vorher gehe ich in meine alte Uni. (kleines Frühstück, Abendessen außer Haus..?)
Donnerstag ebenfalls nen Kaffeetrinken und abends in eine Bar und danach vielleicht tanzen. (kleines Frühstück, Kaffee, Alkohol)
Freitag wird gefeiert! (bisschen Obst oder Brot; Kaffee, Alkohol)
Samstag auch! (bisschen Obst oder Brot; Kaffee, Alkohol)
Generell gilt, nicht überessen! Ein Frühstück besteht aus einem Brot, einem Brötchen und dazu Aufstrich und Gurke oder einem Müsli mit Joghurt. Dazu nen Kaffee oder Tee. Maximal noch etwas Obst, aber nur, wenn es zeitlich passt!
Zwischendurch möglichst nichts essen. Falls doch, nur ein paar Happen und viel dazu trinken.
Abends koche ich reichhaltig und mit viel Gemüse. Dazu Kartoffeln, Reis, Couscous oÄ und etwas Fleisch, Fisch, Tofu oder Eier. Ich muss wirklich satt werden abends, ansonsten endet das wieder in einem Desaster..
Also, wenn ich in den nächsten Tagen abnehme (und sei es nur das beschissene Wasser) wär ich restlos begeistert. Hauptsache ich nehme nicht zu! Abnehmen kann ich dann ab Donnerstag, wenn es wieder fast nur noch Flüssiges heißt.
Ich muss jetzt einfach auf meinen Körper vertrauen, der bekommt das hin. Fakt ist, dass ich nie nie wieder einen Essbrech Anfall haben will. Geldverschwendung, Zeitverschwendung. Ich schade mir und meinem Körper durch und durch. Wenn ich zwei cleane Wochen geschafft habe, rufe ich den Zahnarzt an, den ich mir herausgesucht habe und mache einen Termin. Erst dann traue ich mich.. und ich werde ehrlich sein zu den Ärzten.
Ich freue mich richtig auf jeden weiteren Tag, den ich überstehe und den ich meistere. Es macht Spaß, sich etwas gutes zu tun. Seine Aufgaben zu erfüllen, Spannendes zu erleben, rauszu kommen, rum zu kommen. Zu merken, wie es mir täglich ein Stück besser geht. Wie sich die Verdauung reguliert und die Wangen normal werden. Wie der Hunger wieder normal wird.. ich weiß hoffentlich endlich, wofür ich kämpfe..

Freitag, 16. November 2012

Der ultimative Feel Good Plan

So, ich wage den Schritt und schreibe endlich so, wie ich am liebsten schreiben würde. Zeige Bilder, die ich gerne zeigen möchte. Wenn diese Texte hier jemand lesen wird, den ich kenne, das wäre ein Alptraum. Jeden Tag wird es mir aufs neue bewusst, dass ich nie jemanden erzählen kann, was ich alles verheimliche. Denn ich würde mich in Grund und Boden schämen, ich würde aufhören zu existieren, glaube ich.
Also, nun mit Passwort.
Nun, womit fange ich nun an? Vielleicht mit meinem Tag? Vielleicht damit, dass dieser Monat bisher so grottig läuft, wie schon lange nicht mehr? 8 Bulimie Tage hatte ich bisher. Bei 15 vergangenen Tagen macht das einen verdammt schlechten Monatsdurchschnitt. Das Schlimmste ist aber, dass ich mehr und mehr wieder reinrutsche. Dass es Gewohnheit wird, normal wird. Dass mein Körper sich darauf einstellt vor allem. Es ist so furchtbar, dass feststellen zu müssen. Besonders, weil es sich auf alle wichtigen Dinge des Lebens auswirkt. Ich nehme zu. Ich isoliere mich, verstecke mich, weil ich denke, dass man mir doch ansehen muss, was ich tue. Ich fühle mich so schlecht und schuldig. Meinem Papa fresse ich förmlich die Haare vom Kopf. Ich gebe viel zu viel Geld für Essen aus, das ohnehin im Müll landet. Ich lüge, erfinde Ausreden, um Treffen abzusagen oder unpünktlich zu sein.
In meinem Leben sind momentan so viele Lügen, soviele erfundene Geschichten, dass ich vergesse, wer ich überhaupt bin.
Die Folge ist, dass ich unsicher werde. Denn ich weiß nicht, wie ich mich verhalte, wie ich normal bin. Habe Angst, dass alles auffliegt. Ich werde immer kleiner und vorsichtiger und keiner hat eine Ahnung. Niemand weiß, was wirklich mit mir los ist. Und ich, ich möchte doch einfach nur offen und ehrlich ich selbst sein dürfen. Aber ich bin diejenige, die das verhindert. Die sich ihr eigenes Netzt strickt, in dem ich mich immer mehr verfange.
Denn, wenn ich erbreche, fühle ich mich ekelhaft am nächsten Tag. Ich kann kaum raus. Die Tage darauf ist es nicht anders. Ich muss also genaugenommen jedesmal warten, bis ich mich wieder zeigen kann. Und in dieser Zeit läuft wieder etwas schief und die Warterei wird wieder auf null gesetzt.
Genauso mit dem Geld. Ich habe das Gefühl, schon soviel Geld ausgegeben zu haben diesen Monat, dass ich mir kaum Sachen erlauben kann. Aber manche Lebensmittel oder Investitionen in einen Kaffee oder Ähnliches würden mir helfen, mich von der Bulimie fernzuhalten. Aber dann wiederrum, wenn ich mir ein Abendessen in einem Restaurant oder Cafe gönne, fühle ich mich schlecht des Geldes wegen.
Irgendwie fühl ich mich immerzu schlecht. Stopp jetzt, so geht das doch nicht!
Okay, welche Punkte in meinem Leben muss ich ändern?
  1. Geld ich muss mir schlicht und ergreifend noch einen Job suchen. Er lenkt mich ab, gibt mir eine Aufgabe, bis mein Studium wieder beginnt. Und gibt mir das Gefühl, Geld ausgeben zu können, weil ja genug wieder reinkommt.
  2. Tagesrhythmus früher ins Bett, früher wach werden. Ich bin zwar gerne nachtaktiv, aber nicht so lange. Außerdem kann ich dann auch mal früher sachen unternehmen. Momentan ist selbst 2 Uhr Mittags "früh" für mich..
  3. Wohnsituation wieder mehr Zeit in meiner Wg verbringen, anstatt bei meinem Vater und meiner Schwester. Ich fühle mich schlecht, wenn ich deren Lebensmittel und Pflegeprodukte verwende und hier herum gammele.
  4. Aktiver sein und nicht viel nachdenken, wenn spontan jemand fragt. Oder wenn jemand generell etwas machen will. Ich habe Zeit und Geld sollte wirklich kein Hindernis sein!
  5. Konsequenter sein beim Essen. Denn ich kann jedesmal sagen, wann eine Grenze überschritten wird und ich wirklich zu fressen anfange. Stopp sagen, ablenken, aushalten und sich abends über einen weiteren guten Tag freuen dürfen.
Ich möchte für mich selbst ein kleines Projekt starten. Das Feel Good Projekt. Bis Neujahr sind es nun noch 46 Tage. Und ich möchte es schaffen, diese 46 Tage zu meistern. Kein Erbrechen, keine Fas.
  • Ordentlich einkaufen gehen und mir meine Basis Lebensmittel erlauben. Sojajoghurt und Sojamilch, Obst und Gemüse, leckeres Müsli, Tofu und Fisch, Brot und manchmal Kleinigkeiten, um leckeres zu kochen
  • trotzdem keine Angst haben, wenn man mal auswärts oder bei Freunden isst. Dafür einfach den Kühlschrank nicht übervoll halten, sondern immer ne gute Basis drin haben, mehr nicht
  • versuchen, nicht öfter als dreimal zu essen. In etwa um die 1200 bis 1400 kcal einhalten. Viel Trinken, viel Obst, viel Wasser
  • immer nen Pusher bis abends aufheben, um noch spontan zu Kochabenden oder alkoholreichen Treffen gehen zu dürfen
  • nach dem Frühstück raus und sich beschäftigen
  • Job suchen!
  • für Führerschein anmelden!
  • Narbe an der Hand endgültig mal abbinden und verheilen lassen
  • Kaugummi und Brausebonbons immer im Haus haben, falls es abends schwer wird, durchzuhalten
  • falls ich wirklich irgendwann mal vor Hunger nicht schlafen kann, notfalls nen Schokomonotag einlegen, um ein Fressen zu verhindern. Aber nur im Notfall!
  • möglichst selten zu den Eltern. Die tun mir einfach nicht gut und bringen mich gedanklich zurück in Vergangenes.. und leider auch in alte Bulimie Muster.. ich weiß, das klingt blöd. und ich darf sie nicht dafür verantwortlich machen!
  • nach zwei erfolgreichen Wochen wird ein Zahnarzttermin gemacht
  • an Weihnachten ist Tag 39!
so und nun ein Bild, zwei Wochen etwa alt. Bald kommen noch mal richtige, auch mit Gesicht. Aber ich schließe den Roman hier mal, obwohl mir noch soviel mehr auf der Seele brennt. Aber dann liest das ja keiner mehr..
Also, auf bald hoffentlich!

Mittwoch, 14. November 2012

Dünn sein

Nochmal zur Erinnerung: Der nächste Eintrag bekommt ein Passwort. Denn ich mag meinen Namen nennen, mein Gesicht zeigen und sagen, wie ich lebe und was ich tue. Ich mag auch von Dingen schreiben, die mich ausmachen und mich gerade beschäftigen. Und das traue ich mich nur, wenn ich weiß, wer diese Dinge lesen kann.
Aktuell läuft es so wie immer. Allerdings merke ich sehr stark, dass es Winter wird. Es wird dunkler, es wird kälter und somit verändert sich der komplette Lebensrythmus. Wo ich vor nicht allzu langer Zeit noch recht zeitig aufstehen und den Tag genießen wollte, bleibe ich nun lieber länger wach und schlafe dementsprechend länger. Für das Essverhalten ist es irgendwie einfacher. Obwohl ich mir immer mehr blöde Laster angewöhne.. zum Beispiel fange ich an, spätabends oder gar nachts noch haufenweise Obst und Gemüse zu essen. Einfach, weil ich Esslust habe und dann lieber so etwas esse, anstatt die Kontrolle zu verlieren und schwerwiegenderes zu essen. Heißhungertechnisch geht es eigentlich auch. Mehr und mehr stelle ich mir eine Art Liste in meinem Kopf zusammen. Ein Ideal, wie ich gerne essen und leben würde.
Ich habe wirklich Lust, diesen Plan umzusetzen. Allerdings hängt das leider sehr mit meiner Stimmung zusammen. Heute zb hat eigentlich alles gut geklappt. So wie die letzten Tage auch. Jedoch fühle ich mich seit vorgestern wieder so leer.. und heute abend, weiß auch nicht warum, irgendwie habe ich mich regelrecht zu einem Essbrech Anfal getrieben. Ein wenig hat er -leider- geholfen. Dennoch, ich mag nicht mehr erbrechen.
Derzeit koche ich wieder sehr gerne. Ich verwende dazu viel Gemüse, Fisch, Fleisch bzw mehr noch Tofu, Fetakäse, Sojajoghurt, Öl. Morgens gibt es meist ein Brötchen oder Vollkornbrot, dazu Frischkäse und was ich sonst so da habe. Zwischendurch immer wieder diverses Obst oder Gemüse. Und wie gesagt, abends nun immer viel Obst und Gemüse. Ich möchte alles gerne abwechseln und neues ausprobieren. Zb habe ich noch eine Brotbackmischung und ich dachte mir nun, warum sollte ich daraus nicht ein herzhaftes Brot machen? Also, den Teig befüllen mit Käse, Nüssen, Gemüse?
Auch möchte ich meinen Tagesrhythmus wieder hinbekommen. Früher ins Bett, früher aus den Federn. Oder morgens eben noch etwas lesen, bevor ich aufstehe und den Tag beginne. Aber nicht mehr so lange schlafen. Besonders, weil ich nichtmal wirklich lange schlafe. Wenn ich um 6 ins Bett gehe (was aber auch eher eine Ausnahme ist!) und um eins aufwache sind das sieben Stunden. Aber meist wache ich früher auf. Aber allein auch die Tatsache, dass das so unkontrolliert abläuft.. ich schäme mich fast schon dafür.
Momentan suche ich auch wieder einen Job, einen zweiten, um noch eine zusätzliche verpflichtende Aufgabe zu haben. Ich mache auch meinen Führerschein, treffe mich viel mit Freunden, gehe am Wochenende aus.
Also, ich arbeite also nach wie vor an mir. Versuche, möglichst nicht mehr zu erbrechen. Aber ich merke echt, dass mein Körper Hunger hat. Wie lange hatte ich schon nichts refeedmäßiges mehr? Jedesmal, wenn ich zuviel esse, erbreche ich. Keine Ahnung, wieviel mein Körper davon aufnehmen kann. Aber ich schaffe es nie, ein Überessen auszuhalten. Ich muss es immer loswerden. Mein Körper lebt nun also schon ziemlich lange in diesem Modus, in dem ich moderat zu wenig esse. Zwar nicht viel zu wenig, ich hungere nicht. Aber zu wenig, um gesund und sorglos zu sein.
Abnehmen tue ich trotzdem nicht. Und das nervt! Denn, wozu einschränken und erbrechen, Essgelüste haben und verzichten, wenn im Endeffekt nichts bei rum kommt? Und ich mir darüber hinaus auch noch schade?
Ich gebe mir also nun wieder große Mühe und berichte euch. Mein Gewicht sollte nach wie vor so um die 50 pendeln.. weiter gehts!

Donnerstag, 8. November 2012

Fotos von mir - jetzt wirds ein Tagebuch!

Ich habe vor, diesen Wordpress Blog endlich so zu nutzten, wie ich es am liebsten tun würde. Mit Fotos von mir, von meinem Alltag und mit allen Details und Gedanken.
Das Passwort hierzu bekommt ihr auf Anfrage. Ich werd dabei nicht wählerisch sein. Lediglich mag ich die Übersicht behalten und sicher sein, dass diese persönlichen Dinge niemand -wenn auch zufällig- entdecken kann.
Also, fragt ruhig. Auch, wenn ihr bisher noch nicht kommentiert habt.
Würd jedenfalls gerne einmal zeigen, wovon ich euch immer erzähle. Von meinen dünnen und menen dicken Zeiten.
Zu meiner Situation. Nach wie vor sehr bulimisch und nach wie vor mit der Motivation, Lebensfreude zu erhalten und mir mehr zu gönnen. Leider geht es viel zu oft schief.. so wie heute und gestern. Aber ich habe das Gefühl, dass es nun endlich mal Klick gemacht hat. Ich habe keine Lust mehr. Ehrlich nicht. Ich möchte mein Leben endlich so leben, wie ich es gerne habe.. möchte viel unternehmen. Auch mal in Cafes essen, wenn auch, alleine. Draußen sein, unter Menschen. Richtig schön kochen, auch für mich alleine. Es macht Spaß, macht satt und zufrieden und ist ein gewisser "Luxus" für mich selbst. Hierbei gilt es, dass es ausgewogen, experimentell und interessant, ausreichend, sättigend und gesund ist. Egal, ob es bereits spät abends ist oder ich gefühlsmäßig zu viel gegessen habe. Habe ich abends Hunger, nehme ich mir etwas zum Essen. Kohlenhydrate, Eiweiß und dazu Obst oder Gemüse. Denn es macht satt und zufrieden und tut mir gut.

Sonntag, 4. November 2012

Wie ein Geprügelter Hund..

..schleiche ich mich wieder zu meinem Wordpress Blog. Das Erbrechen ist mir zu sehr Alltag geworden. Das Aufgaben, das nicht Aushaltenkönnen des Völlegefühls.. anstatt des Weiterkämpfens, obwohl der Tag verloren scheint.. das ist meine momentane Situation. Ich gebe auf. Ich verfalle zu schnell wieder in das Muster, essen essen essen und dann erbrechen.
Allerdings werden die Lücken größer, die Pausen werden größer. Heute ist der zweite Tag. Davor waren es neun, davor acht gute Tage. Ich schaffe das. Zudem habe ich wohl eine Entzündung im Rachen, wodurch ich ohnehin nicht erbrechen darf. Und auch nicht mag. Aber es scheint, als sei vielleicht ein Nerv oder eine Drüse entzündet. Ich werde also morgen mal ins Krankenhaus bei mir eine Strasse weiter gehen und sehen, ob die mir helfen können. Denn das unangenehme ist, dass es auf das Ohr umzuschlagen scheint und ich ein beständiges Druckgefühl habe und es zieht ab und an. Unangenehm. Und ein Zeichen! Hör auf, hör auf, hör auf!
Und meiner Angst vor dem Zahnarzt werde ich mich dann auch stellen. ABer davor möchte ich noch möglichst viele Bulimiefreie Tage haben. Ich mag nicht, dass sie das gereizte Zahnfleisch sehen. Meinen gereizten Gaumen und eventuell sogar geschwollene Wangen. Aber wenn sie mich auf meine abgenutzen Backenzähne ansprechen, werde ich die Wahrheit sagen. Es sind Ärzte, sie helfen einem. Ich sollte langsam anfangen, diese Sache, die Essstörung zu akzeptieren, um wieder besser leben zu können. Das traurige ist ja, dass ich eigentlich weiß, wie es geht. Ich weiß, wieviel ich essen kann, was ich essen kann. Und ich kann spontan sein und mir auch was gönnen. Normale Portionen, normales Essen mit Kohlenhydrate am Abend, spätes Abendessen. Zucker, Fett. Ein Snack im Gehen. Alles Dinge, die ich vor nicht allzu langer Zeit eben nicht konnte. Allerdings habe ich den Tick, dass es immer alles möglichst gesund sein sollte. Wenn ich schon esse, soll es meinem Körper helfen. Dabei vergesse ich, dass meinem Körper so ziemlich jedes Essen hilft. Denn Essen bedeutet Kalorien und Kalorien bedeuten Energie und Energie hält mich am Leben. Natürlich, Nährstoffe, gute Fette und so, alles wichtig. Aber am wichtigsten ist und bleibt nunmal die Energie, der Kraftstoff.
An meinem Gewicht hat sich nicht groß was getan. Ich tingel zwischen 49 und 50 herum. Fühle mich mal fett, mal dürr, je nach Wasserstand in meinen Körperzellen und Verdauungszustand. Ich esse. Und mir wird immerzu bewusst, wie oft man am Tag eigentlich essen kann und dass das vollkommen normal ist. Und dass man selbst, wenn man oft am Tag isst, zu wenig essen kann.
Jedenfalls halte ich weiterhin an meinem Plan fest und möchte mich entspannen. Möchte essen, aber leider kommt mir dieses kack Völlegefühl und der Drang zur B immer in die Quere. Denn ich finde Erbrechen viel schlimmer, als etwas zu wenig essen. Auch ist die Essensmenge, die ich bis zum Moment zu mir genommen habe, in dem ich entscheide, nun einen Essbrech Anfall zu haben, oftmals nicht mal schlimm. Aber da ich keine Kalorien zähle, habe ich einfach keinen Überblick. Und so orientiere ich mich oft am Tag zuvor oder am Tag, den ich als gut empfand und bin erst dann wirklich beruhigt, wenn ich diesen unterboten habe.
Ich arbeite also gegen mich und mein Vorhaben.
Basta, ich schaffe das.
Ein Lichtblick, ein Hoffnungsschein? Ich werde nächsten Sommer umziehen. Mich davor an anderen Universitäten bewerben und mit einer sehr sehr guten Freundin zusammenziehen. Wir sind wie Schwestern, mehr als das. Wir reden über alles, haben ähnliche Familienhintergründe und den gleichen Geschmack in so ziemlich allem. Wärme, Sicherheit und Geborgenheit fühle ich bei dieser Vorstellung, mit ihr ein zuhause zu haben. Gemeinsam einkaufen und kochen, ruhige Abende zuhause zu verbringen, die Wohnung zu dekorieren. Und trotzdem auch sein eigenes Ding zu machen. Wir haben beide schon Freunde in dieser Stadt und es scheint wirklich alles nur gut zu werden. Zurück lassen wir unsere beider Familien und Freunde, die nicht die Freunde sein wollen, die wir brauchen. Ausgelutschte Bekanntschaften und Beschäftigungen. Es ist Zeit für neues.
Bis dahin möchte ich noch etwas arbeiten, meinen Führerschein machen, mich für die Unis bewerben, etwas reisen und mich freuen.
Ich fühle mich ihr so nah, es ist unglaublich. Gerade bin ich bei ihr, sie schläft bereits. Derzeit hat sie einen neuen Job, in einem Cafe und die Schichten sind lang und anstrengend und definitiv unterbezahlt. Durch wenig Schlaf und dem ewigen Gestresstsein hat sie ein wenig zugenommen und fühlt sich unwohl. Sie hat eine wunderschöne Figur wohlgemerkt (war ich immer neidisch früher..) und ist aber tatsächlich ein wenig breiter geworden. Aber unmerklich. Es wird weggehen, sobald sich ihr Alltag normalisiert hat. Aber seitdem hat sie das Kochen ganz für sich entdeckt und probiert vieles aus, kocht auch viel Gemüse und ich freue mich einfach, das mit ihr zu teilen. Und ihr ein wenig zu helfen und sie zu stützen. Denn das braucht sie jetzt.
Zum Schluss noch meine letzten Tage in Bildern:

Montag, 22. Oktober 2012

Tag3, 49.6

Mal wieder etwas von mir. Nachdem ich letztens 9 Tage ohne Erbrechen geschafft habe, versaute ich es an dem 10ten. Seitdem sind nun wieder 3 Tage vergangen. Mein Gewicht ist auch wieder etwas gesunken und ich bemühe mich, gut zu essen und viel zu unternehmen.
In letzter Zeit frage ich mich vermehrt, wohin meine Reise geht. Ich mein, klar, ich mag abnehmen. Und dieses Ziel werde ich weiterhin verfolgen. Aber wieviel? Es ist nun einmal so, dass es sehr langsam geht. Dass viele Rückschritte gibt. Ich denke, in erster Linie möchte ich mehr auf mich achten. Satt sein, flexibel sein und vor allem nicht mehr erbrechen. Aber es ist verdammt schwer, denn es gibt immer wieder diese Situationen, in denen ich den vollen Bauch nicht aushalte, aufgebe und erbreche. Ich schaffe es oft nicht, von vorneherein darauf zu achten und merke dann, wenn es zu spät ist, dass es zu viel war. Hierbei geht es weniger um die Zahlen der Kalorien, sondern das schlechte Gefühl im Bauch..
Ich nehme also ab, ganz langsam und esse so normal, wie es eben geht.
Dennoch, wohin möchte ich? Mein Körpergefühl wechselt jederzeit. Mal fühle ich mich super, schlank und schön. Mal sehe ich überall nur Fett, was noch weg kann. Manchmal erinnere ich mich an das Bild von früher. Wie ich aussah, als ich noch 44 Kilo wog. Und ich weiß, dass es nicht krank aussah. Das wurde mir auch mehrmals gesagt. Mein Körper ist schmaler gebaut und die Knochen treten nicht so stark hervor, dass es krank aussehen kann. Ich habe selbst mit 44 Kilo noch einen runden Hintern, wenn auch viel kleiner als vorher. Fakt ist jedoch, dass ich jetzt, wo ich um die 50 Kilo wiege, einfach sehr viel besser aussehe, als noch mit 55 oder mehr. Meine Beine sind schöner, der Bauch flacher und die Hüften schmaler. Mein Gesicht ist schmaler, die Arme dünner. Aber schön dünn, nicht sehnig oder knochig. Und ich kriege Komplimente, die besagen, dass sich meine Figur verbessert hat. Meine Einstellung, abzunehmen, kann und will ich erstmal nicht komplett auf Eis legen. Aber sie ist da. Der Wunsch, mal nach gefühlten Hundert Jahren die 48 vor dem Komma zu sehen, ist sehr groß.
Ich esse also weiterhin, gönne mir das, worauf ich Lust habe. Achte, dass ich auch Obst und Gemüse esse, viel Wasser trinke. Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte. Generell, wenn ich für mich koche, eher gesund und gemüselastig. Morgens ein Vollkornbrot mit Gurke oder Tomate und Frischkäse. Oder Sojajoghurt mit Obst, Müsli und Honig. Kuchen oder belegtes und Kaffee und abends eine kleine Portion von dem, worauf ich Lust habe. Normal eben. Aber dennoch, mit der Zeit schwindet auch so das Gewicht..

Sonntag, 7. Oktober 2012

Same procedure

Ich fühl mich so ein wenig wie in dem Film "Ewig grüßt das Murmeltier", wo sich ein und der selbe Tag andauernd wiederholt. Es passiert, ich überesse mich, kann das Völlegefühl nicht aushalten und gebe auf. Fange an, richtig zu fressen und übergebe mich. Diese Prozedur dauert lange und wiederholt sich meist noch einmal, weil der Heißhunger einfach immens wird. Jeder, der körperlichen Heißhunger vermischt mit richtigem Hunger kennt, versteht das.
Jedenfalls geht es so los, dass ich mir vornehme, mehr zu essen. Damit ich satt werde, damit meine Haare wieder schön werden. Und auch einfach, weil ich gerne esse und mich lockern möchte. Aber diese Beziehung zu dem Essen, die ist einfach alles andere als locker. Pläne im Kopf, die sich drehen und wenden und durch jeden spontanen Bissen oder Schluck vollkommen neu sortiert werden müssen.. dazu dieser momentane Schwebezustand zwischen Freunden, Sehnsucht nach einer Beziehung, Berufswünschen und einem argen Fernweh.. ich gebe auf. Zu schnell gebe ich auf, weil ich weiß, dass die Bulimie mir hilft. Sie hilft mir seelisch. Aber meinem Körper hilft sie nicht. Sie hilft, dass ich nicht zunehme oder gar abnehme. Aber ansonsten muss ich echt ne ganze Menge schlucken und an guten Tagen wieder ausmerzen, damit mein Körper nicht komplett abbaut. Tue ich das nicht, so wie letztens, fallen schlagartig strähnenweise Haare aus und bröckeln die Nägel förmlich weg. Und man sieht so unglaublich alt aus..
Ich muss essen..
Nein, kein Erbrechen mehr. Gut essen, so wie heute. Auf heute bin ich unglaublich stolz. Aber ich bin nicht stolz darauf, dass der letzte Bulimieanfall noch nicht lang zurückliegt..
Montag geht es erstmal ne Woche Freunde besuchen. Heißt, kaum Kontrolle übers Essen. Keine Bulimie und kein ständige Essmöglichkeit. Meist hilft mir sowas und ich bin wochenlang unglaublich diszipliniert. Mein Ziel in dieser Zeit ist nicht, möglichst viel abzunehmen, sondern, schöne Tage zu haben. Mir schöne Mahlzeiten zu gönnen, abends auch mal etwas Wein. Gesund zu essen. Aber trotzdem nicht zu viel. Kein Geld zum Fenster rausschmeißen. Und wenn ich wieder daheim bin, daran anknüpfen. Mir vorerst die Tage zuballern, um ja nicht in Versuchung zu geraten.
Wieviel ich wiege weiß ich nicht. Aber mehr als 51 Kilo dürften es auf keinen Fall sein. 51 wäre der Worst Case. Es wird wohl eher um die 50 herum sein. Immer noch so eigenartig, wieder in dieser Gewichtsklasse zu sein. Mein Ausflug in die oberen 50er und sogar 60er war zwar verhältnismäßig doch recht kurz. Aber dafür prägend. Nie wieder. Jetzt bin ich wieder dünn, mein BMI sagt Untergewicht und nun sogar anorektisch. Oder, ab 17.5 ist doch schlimmer als Untergewicht oder?
Gott, wie das klingt. Als sei ich stolz drauf. Im Grunde ist es aber so, dass ich einfach nicht anders kann. Mein Körpergefühl war in den letzten Monaten einfach für den Arsch. Und sobald mein Magen ansatzweise voll war, war es die Hölle auf Erden. Ich kann nicht normal sein, es geht nicht. Ich brauche das, das Dünnsein. Ich brauche es mehr als meine Periode, gesunde Haare und Nägel. Als meine Gesundheit.. wie traurig das ist eigentlich.
Aber deshalb: Essen. Je mehr ich essen kann, desto besser. Denn das kann ich nicht mehr. Übelkeit, Völlegefühl, Verdauungsprobleme.. all das hindert mich. Bzw hindert mich die Angst davor. Wie oft lag ich nachts wach, weil ich bis in den abend Fas gehabt hatte, ohne zu erbrechen. Dieser Geschmack im Mund ist so unglaublich ekelhaft.. dieses aufgeschwämmte, fast toxische Gefühl im Körper ist der Horror. Manchmal hatte ich es schon, wenn ich bloß etwas zu viel gegessen habe. Um die 2000 bis 2500 Kalorien, selbst da hab ich schon akute Probleme.
Und das Abnehmen, das kommt dann von ganz allein. Einfach viel Obst und Gemüse, auf den Bauch hören, aktiv leben und dann geht das. Ich bin guter Dinge. Hoffentlich geht es auch ohne feste Regeln. Hoffentlich hilft mir diese Starthilfe nun, diese Woche gezwungene Bulimieabstinenz. Drückt mir die Daumen!