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Montag, 7. Juli 2014

Ich komme nicht klar.

Viel zu sehr nimmt mich die Bulimie ein und ich stelle fest, dass genau DAS mitunter das Problem für mich in Deutschland ist. Ob es an der alten Umgebung liegt, meinen Eltern oder einfach an mir selbst.. das weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Bulimie riesengroß ist und mein Denken bestimmt. Mich einnimmt, mich umspontan und alleine macht. Wie konnte es bloß so weit kommen?
Nun lege ich alle Hoffnung in meine nächste Reise. Dass ich in dem Jahr wieder Abstand nehmen kann zu der Essstörung und diese beibehalte, wenn ich zurück komme. Ich denke, allein die Tatsache, dass ich wieder bei meinen Eltern gewohnt habe jetzt, war ein großes Problem.

Ich werde also nochmal weggehen, höchste Woche schon, für 9 Monate. Und ich denke, dass es neun Monate ohne Bulimie werden. Vegane Ernährung, viel Spaß und viele Erfahrungen sollen stattdessen eine Rolle spielen.

Mittlerweile ernähre ich mich wirklich ausschließlich vegan, außer bei Essbrech Anfällen. Es fällt mir kaum schwer, wo ich ja momentan ohnehin wenig unterwegs bin... wie traurig. Wenn ich daran denke, wie lebenswert mein Leben noch vor ein paar Monaten war und dass das alles verschwunden ist. Manchmal ist mein Körper so fertig, dass ich nur noch Hoffnungslosigkeit spüre. So eine tiefe Sinnlosigkeit und alles erscheint unschaffbar. Ich frage mich dann, wie ich jemals wieder sozial sein kann, normale Gespräche führe oder mal einen Tag nichts mache und damit glücklich bin. Tiefe Langeweile macht sich breit, keine Freude an garnichts mehr. Das, was mir vor kurzem noch gut tat und geholfen hat, erscheint belanglos. Ich könnte ewig so weiterschreiten.. es ist bloß so traurig zu sehen. Und das alles wegen dieser dummen Essstörung.

In Australien habe ich so gut gelernt, trotz Essstörung ein tolles Leben zu führen. Ich habe relativ normal gegessen, wodurch ich spontan sein und einfach leben konnte. Es erleichtert ungemein, wenn das eigene Essverhalten so ist, wie das jedes anderen gesunden Menschen. Wenn man Pizza ist und abends ein Bier trinkt ohne Angst. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass es IMMER geklappt hat. Nicht immer, aber meistens. Meistens stand mir meine gestörte Ernährung und der Abnehmwille nicht im Weg. Und mein Körper zeigte mir, dass das auch nicht so sein muss.
Und nun ist alles wieder furchtbar kompliziert und schwerfällig. Anstatt bei meinen Freunden zu bleiben, gehe ich abends heim, um mein Essen zu kochen. Und oft genug kam es vor, dass es nicht reichte und ich vor Hunger wach lag oder es ausartete und eine Bulimie Attacke hatte und wohl sogar Kalorien gespart hätte, wäre ich einfach bei meinen Freunden geblieben und hätte mit ihnen gegessen.

Ich fühle mich bloß so furchtbar dick. 2 Kilo mehr...

Der Knackpunkt liegt bei mir wirklich darin, dass ich a) selbst für mein Essen sorgen und verantwortlich sein muss und nicht meine Eltern und b) viel unterwegs bin, aufgaben habe und mich nützlich fühle.

Außerdem merke ich, dass viel Obst und Gemüse mir sehr gut tut. Oftmals esse ich bis abends bloß Obst und trinke Kaffee mit Sojamilch und fahre damit sehr gut und auch ohne Heißhunger. Ich trinke auch weniger während des Essens, wodurch tatsächlich Heißhunger ausbleibt. Einen Essbrechanfall wegen Heißhunger hatte ich eigentlich schon ewig nicht mehr.. es war immer mehr emotionaler Natur.

Nun, ich möchte auch hier wieder mehr schreiben und mir Rat von euch holen. Es hilft schon sehr. Denn man trägt Tag ein Tag aus ein riesiges schwarzes Geheimnis mit sich herum, wenn man bulimisch ist. Und es hilft, Gedanken dazu auszutauschen..

Noch ein paar Bilder:
Frische Früchte und Kaffee und ich bin glücklich




Mango, sojamilch, Gerstengras. Lecker und gesund!


veganer Käsekuchen

Dienstag, 24. Juni 2014

Tag5 obligatorisches "ich lebe noch"

Wie fange ich an? Nun, ich atme, mein Herz schlägt, ich lebe. Aber wie man vielleicht schon an meinem letzten Beitrag vermuten konnte: Ich bin eingebrochen. Die Bulimie hat mich wieder. Ein paar meist heftige Wochen liegen hinter mir, viel Erbrechen, isolieren und eine Gewichtszunahme.
Mittlerweile bin ich bei 52 Kilo wieder, aber es fällt ein Glück. Heute ist der 5te Tag ohne Übergeben. Vorgestern war ich sogar 45 Minuten joggen! Außerdem bin ich nun offiziell Veganer, aber es ist nach wie vor ein Prozess. Normalerweise mag ich keine Extrawurst verlangen und finde Essen ablehnen einfach unhöflich. Besonders, weil es auf so viel Unverständnis trifft. Aber ich mache mich. Bloß ist es so, wie damals mit dem Rauchen: Man kann sich noch nicht identifizieren. Wenn ich mich "Veganer" nenne, klingt das einfach fremd. Genau wie damals, als ich auf einmal "Raucher" war. Ich habe sehr lange heimlich für mich geraucht, ehe es mir in der Öffentlichkeit nichts mehr ausmachte.
Nun lese ich viel über das, was in deutschen Bauernhöfen, Fabriken und Supermärkten passiert und suche jede Menge Tipps. Ich bin noch am Anfang und freue mich über alles Wissen, das langjährige Veganer nunmal haben. Besonders, wenn es um so versteckte Produkte im Supermarkt oder Gerichte Im Restaurant oder sowas geht. Immer her damit!

Außer, dass ich nun vegan esse, esse ich auch meist Obst und Gemüse. Mein Morgen beginnt oft mit einem Sojakaffee und frischem Obst. Danach trinke ich erstmal Wasser und lege nochmal Obst und Kaffee nach oder mache einen Smoothie bzw Milkshake. Dann snacke ich so durch den Tag und abends gibt es dann viel Gemüse, Kartoffeln, Tofu oder das, was es eben bei Freunden oder im Restaurant gibt. Sport mache ich eher weniger. Viel Radfahren, so ca einmal die Woche joggen.

Außerdem gehe ich zurück nach Australien! Deutschland tut mir einfach (wie man sieht) nicht gut. Und wenn ich nächstes Jahr zurück bin gehe ich das ganze anders an. Kein wiedereinziehen bei den Eltern, auch, wenn es Geld spart. Lieber was eigenes, übergangsmäßiges suchen und eigenständig sein. Seine eigenen Lebensmittel kaufen, sich nicht von den Eltern wie eine 16jährige behandeln lassen und einfach auch Abstand zu diesen Menschen behalten, die mich komischweise trotz ihrer Liebe unglaublich krass in diese kranke Welt zurückpushen. Viele Essattacken wurden durch Streitereien ausgelöst! Oder durch schlechtes Gewissen, weil ich eine Kartoffel von Papas essen aß, die gebuttert war. Und Butter ist nicht vegan... Irgendwie nehmen die mein Vegansein auch garnicht ernst und diskutieren die ganze Zeit darüber. Ich fühle mich nicht ernstgenommen. Dabei sind sie diejenigen, die nicht klarkommen. Mein Vater hängt nur auf der Couch, selbst bei diesem Bombenwetter und trinkt viel zu viel Wein. Meine Mutter sucht verzweifelt einen Mann und redet von nichts anderem, hat ein Internetdate nach dem nächsten. Wenn ich mich mit den beiden unterhalte, ist es sehr anstrengend und mir geht trotz Australien Energie Schub so langsam die Puste aus. So traurig es ist, bei den beiden zu sein, tut mir nicht gut. Ich möchte ihnen nicht alle Schuld zu sprechen. Aber sie tragen erheblich dazu bei!

Nun sieht es so aus, dass ich hier noch ein paar Dinge kläre und dann abhaue. Roadtrip, erstmal locker dann für Farmer arbeiten und dann zurück zu meiner alten Arbeit und von dortaus nächsten Frühling in Deutschland bewerben. Und wenn ich dann zurückkomme, suche ich sofort eine eigene Wohnung und mache mein eigenes Ding. Und mein eigenes Ding, ist ein Leben ohne Bulimie.
Noch ein paar Bilder der letzten Tage:

Typisches Frühstück:
Bild Bild

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Veganer Kuchen:

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Ich werde nun öfters was von mir hören lassen. Macht es gut!

Donnerstag, 13. März 2014

Tag 162 fettfettfett EDIT

Ehrlich, nun fühle ich mich richtig mopsig. Nach dem Tag letztens war mein körpergefühl wirklich grottig und auch die Waage eines Freundes, auf der ich zuletzt 48-49 wog, zeigte diesmal um die 52 an. Ich mein, unendlich viel essen in meinem Darm, mein Bauch ist wirklich kugelig. Ich halse meiner Verdauung durch dieses unregelmäßige essen einfach viel zu viel Stress auf.

Der Flug war ganz okay, nur mein Bauch tat echt weh vom ganzen verdauen und aufgeblähtsein. Am nächsten morgen ging es dann wieder einigermaßen. Bin dann erstmal eine halbe Stunde laufen gewesen, duschen, fertig machen. 
Essen sah so aus:


Morgens Kaffee mit sojamilch, Brot mit olienpaste, Tomate und Avocado, Kiwi, Nektarine

Mittags am Strand eine Banane, ein Apfel und eine Nektarine und ganz viel Wasser.

Später Stück Wassermelone, paar Trauben, sojacappuccino und Papaya.


Abends ein Sandwich aus 2 toastscheiben mit Tomate, Salat, kale, Möhre, olivenpaste, Avocado, Oliven, Mandeln und paar wasabi Kichererbsen als Snack

Und später auf Arbeit dann ein Glas Rose.
Irgendwie hatte ich den ganzen Tag Hunger! Wäre deswegen fast nach Hause gefahren. Stattdessen bin ich in den Supermarkt, hab Schnäppchen gejagt und ganze 3,83$ für Obst ausgegeben, was echt wenig ist. Tat gut, war lecker und ich könnte in Ruhe noch was am Strand bleiben.
Hoffentlich wird das mit dem Hunger bald besser...

Heute auch schon wieder. Habe den Kühlschrank geplündert, ich liebe sowas leider ja. Gab ein paar cranberries und trockenpflaumen, Pfirsich, Ananas, Erdbeeren, Pflaumen und einige Gabeln calamari in Soße sowie Reispfanne. Zum frühstück wohlgemerkt... Heißt, der restliche Tag wird weniger kulinarisch. Zumindest verspüre ich ein zufriedenes Sattsein und habe absolut keinen Drang nach mehr essen. Und bin nicht vollgestopft, oh wunder!

Werde wohl nachher noch ein Müsli Essen, ganz viel Cola light und nach der Arbeit Wein oder cider und das wars dann für heute.

Morgen früh möchte ich gerne nochmal laufen gehen, am Strand entlang. Danach frühstück, vielleicht kurz zum Supermarkt und Obst kaufen. An den Strand, wenn das Wetter schön ist. Müsli zum Abendessen oder couscous und zur Arbeit. 

Ich möchte mich hier so gut es geht vegan ernähren. Allerdings fällt es mir momentan bei fisch ungewohnt schwer. Ein Zeichen meines Körpers? Auch werde ich den Leuten hier erstmal nichts davon erzählen und einfach keine tierischen Produkte essen. Wird allerdings schwer, wenn sie mir was machen oder so... Mal sehn.
Dann möchte ich keine Angst vor Alkohol haben. Heißt, ich esse auf keinen fall soviel, dass ich vollgestopft bin. Das habe ich letztes mal ziemlich oft getan. So kann ich auf keinen fall ausgehen und keinen Alkohol trinken. Ich werde also bloß in meinen Pausen eine normale Portion essen. Meinen freien Drink nach der Arbeit genießen. Und wenn die stimmig gut ist, gönn ich mir vielleicht noch mehr... Das Leben ist zu kurz um jeden Tag nur für eine Diät zu Leben. Besonders ärgert man sich dann, wenn man versagt und zuviel isst und das nichtmal zusammen mit Freunden genießen konnte. Sondern allein in seinem Kämmerlein...

Da gönne ich mir lieber ein kalorienreiches cider zuviel und Tanke dadurch etwas kraft um bei anderen Versuchungen standhaft zu bleiben.




18 Tage noch, dann geht es zurück in die Heimat. Zurück zur Kontrolle und zur Sicherheit. Und ich wette mit euch, sobald ich dort bin werde ich das alles hier vermissen...


EDIT
Und mal wieder überkam mich der Heißhunger. Was ist bloß los? Als würde mein Körper kurz vorm Verhungern stehen. Ich kann mich dann echt kaum beherrschen. Vorhin war es schon wieder soweit. Nach meinem Ausgiebigen "Frühstück" (eher: Kühlschrank plündern), hätte ich zwei stunden später schon wieder essen können. Tat ich aber nicht. Dafür dann aber gegen drei, da konnt ich nicht mehr, so Appetit hatte ich. Also Erdbeeren, ein paar Pflaumen, ein Apfel, halbe Banane, Trockenfrüchte und Nüsse. Gefolgt von 2 Früchteriegeln, 2 Müsliriegeln, noch mehr Nüsse. Nun ist mein Bauch mal wieder voll und gebläht und meine Wangen tun weh vom vielen Kauen. Man ey!!
Es gibt dann heute nur noch Cola light und Wasser, kein Cider mehr. Das kann ich mit mir einfach nicht vereinbaren.
Morgen früh dann laufen, mein restliches Obst essen, vielleicht noch ein paar Nüsse. Dann eventuell ne Freundin treffen oder zum Strand, je nach Wetter und Laune. Keine Ahnung, wie genau das mit dem Essen ablaufen wird. Hauptsache wenig!