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Montag, 18. Mai 2015

Wer wäre ich ohne die Essstörung?

Eine interessante Frage, oder? Ich glaube, ich wäre so wie ich jetzt bin. Genauso. Bloß ohne diese schwarze Seite, diese schlechte Seite. Ich wäre sorgloser und sozialer, weil ich mein Leben uneingeschränkt mit meinen Freunden teilen könnte, anstatt mit meiner Essstörung allem voran. Ich wäre spontaner, weil ich mein Essen nicht mehr planen müsste und einfach spontan ausgehen und all die flüssigen Kalorien in Form von Alkohol trinken könnte ohne mich schlecht zu fühlen und mir und dem Spaß selbst im Weg zu stehen. Die Essstörung ist für einen da, wenn es einem schlecht geht. Wenn es mit Menschen nicht klappt, dann ist sie da und dann möchte ich sie nicht missen. Aber ansonsten stiehlt sie einem sehr viel Lebensqualität. Und dennoch kann ich sie nicht ganz aufgeben. Die Bulimie klar, die kann mir gestohlen bleiben. Aber das Dünnsein, das kann ich nicht aufgeben. Was bleibt im Leben, wenn dieses riesengroße alles einnehmende Ziel nicht mehr da ist? Andere Ziele? Was google ich, wenn mir langweilig ist, wenn nicht über die Es?

Einige Gedanken habe ich mir gemacht die letzten Tage.

Heute ist Tag 9 ohne Erbrechen. Im Wochentakt kommt nun ein Rückfall, aber ich bin motiviert, das auszubauen. Bulimie ist scheiße, durch und durch. Es ist gut um Leere zu füllen, aber ich bin nicht leer, ich bin glücklich eigentlich. Ich bin an dem Punkt, wo die Bulimie Rückfälle mich leer fühlen lassen und mir die Hoffnung nehmen, jemals davon los kommen zu lassen.

Jedenfalls läuft es nun besser. Freitag hat überraschend gut geklappt und ich habe wenig gegessen tagsüber, dann getrunken und abends danach noch ein bisschen gegessen aber war alles in allem okay. Generell habe ich so langsam meine Kraft zurück und das freut mich unglaublich! Ich freue mich auf die nächsten Tage und werde es gleich testen und hoffe, dass es weiterhin nun normaler läuft und ich abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen kann und nicht jede Minute des Tages so kämpfen muss...

lieblingswohlfühlfrühstück: obst und Kaffee

süßkartoffel mit Salat, Bohnen und nüssen

Montag, 3. November 2014

117

Heute morgen hatte ich nach ewiger Zeit spontan die Gelegenheit, mich bei einem Freund zu wiegen.
knapp unter 51 Kilo, angezogen und abends mit essen und trinken im Bauch. Würde also sagen, dass ich morgens, nüchtern und ohne Pulli& Co so um die 49 wiege? Das hätte ich ehrlich nicht erwartet. So viel habe ich in letzter Zeit gegessen und ein bisschen dicker fühle ich mich auch. Komisch komisch.
Ansonsten gehts mir soweit ganz gut, bloß, dass ich gefühlt konstant meine Tage essenstechnisch in den Sand setzte. Viel zu oft esse ich vor dem Schlafengehen, seit einer Woche gab es jeden verdammten Tag Pommes und Obst und Gemüse kommt kaum auf den Teller. Heute habe ich mir eine Wassermelone gegönnt und hoffe, dass ich nun zukünftig mal mehr in gesundes Essen investieren werde. Bin gerade auf einem ganz eigenartigen Sparkurs und denke, dass ich all meine Vorräte aufbrauchen sollte, ehe ich mir was neues kaufe. Warum denke ich sowas? Ich habe soviel Zeit, um einen halben Beutel Reis, ein Päckchen Spaghetti, ein halbes Päckchen Kringelnden, ein Päckchen Mehl und 3 Kartoffeln aufzubrauchen. Besonders, weil ich im Grunde recht normal koche. Besonders für die Arbeit brauche ich ne Portion Spaghetti mit Tomatensoße in der Pause! Also, keinen Geiz bei Lebensmitteln mehr.
Immerzu dahaben möchte ich Bananen, eine weitere Obstsorte, paar Äpfel (weil man die so super einpacken und irgendwohin mitnehmen kann) und Tomaten. Tomaten könnte ich zu allem essen. Aufs Brot, Reis, Nudeln oder einfach pur mit Zwiebeln als Salat.
Ansonsten muss ich feststellen, dass sich generell meine ganze Ernährung sowas von gewandelt hat. Ich esse nun soviel Lebensmittel, an die ich mich jahrelang nicht rantraute. Koche große Portionen davon mit Öl. Esse Pommer einfach so. Woher kommt das auf einmal? Dazu muss ich aber auch sagen, dass das Thema Essen einfach in den Hintergrund rückt. Ich möchte satt sein und Energie haben und mein Körper zeigt mir regelrecht den Vogel, wenn ich ihm bloß Obst serviere. Woher kommt dieser Hunger?
Letztens zum Beispiel, da hatte ich abends noch so Hunger, dass ich noch eine große Portion Spaghetti aß. Plus zu der, die ich bereits zum Abendessen hatte. Danach habe ich mich richtig schlecht gefühlt, aber satt. Habe bis kurz vor der Arbeit durchgeschlafen, vor der Arbeit nur kurz nen Sojacappuccino getrunken und mein erstes Essen waren  dann Pommes, um vier Uhr nachmittags. Und das war kein Problem! Normalerweise habe ich immer so gedacht, dass ich lieber spare, wo es geht und mir dann etwas gönne. Nun denke ich, dass ich mich lieber satt esse, um am nächsten Morgen möglichst lange meine Ruhe zu haben. Was auch meistens aufgeht.

Der Plan für die Zukunft ist, endlich anzufangen, mich zu ernähren. Mir meine Lebensmittel auszusuchen und zu kaufen. Auswärts zu essen, wenn ich eben nunmal unterwegs hungrig werde. Und auf meinen Körper zu hören.

Morgen zum Beispiel gibt es nen Apfel, Datteln und Sojakaffee zum Frühstück (Arbeit), mittags Reste von letztens, Reis mit Gemüse und abends fahre ich zu Freunden, wohin ich mir Kräcker nehmen werde. Und Alkohol. Ich kenne viele Freunde, die sich manchmal genauso ernähren. Und die sind gesund!

Noch ein paar Bilder der letzten Tage:
essbare Blumen


Montag, 14. Juli 2014

Tag5 und worst Körperfeeling ever

Oh man, ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick... und da kommt dann normalerweise die Bulimie ins Spiel. Aber ich muss stark bleiben. Jedesmal schaffe ich es bis zum 4. oder 5. Tag und dann habe ich einen Rückfall, dem leider weitere übele Tage folgen. Das Resultat? Ich fühle mich schlecht. Ich werde dicker, ich fühle mich kraftlos und sinnlos und bin einfach nur enttäuscht und traurig. Die Tage darauf sind der Horror, ich traue mich kaum unter Freunde und isoliere mich. Und das alles, weil ich in einem schwachen Moment dachte "Warum nicht". Ja ernsthaft, mehr ist es nicht. Ich denke mir, dass ich ohnehin Zeit habe, genug Lebensmittel da habe und es mir dadurch besser geht. Ein wenig besser geht es mir tatsächlich, aber nur kurz. Es ist wie ein Rausch und sobald der vorbei ist und die Realität sichtbar wird, fängt das eigentliche Grauen an.

Nun, ein bisschen muss ich noch durchhalten. Noch etwa 2 Wochen, dann darf ich endlich in die Freiheit und fliege nach Australien. 2 Wochen. Es wäre so toll, wenn ich diese zwei Wochen bulimiefrei überstehen würde.. aber wenn ich am 5. Tag schon so strauchle..

Heute habe ich viel Obst gegessen bisher. Einen Sojacappuccino, ein paar Haferflocken und etwas Reis mit Gurke, in Algenpapier gewickelt. Ich esse viel Rohkost, viel frisches Obst und Tomaten oder Gurke zum Knabbern. Denn, auch wenn es anfangs einen dicken Bauch macht durch die Verdauung, so tut es doch langfristig gut. Meine Verdauung arbeitet, es erfrischt und gibt meinem Körper all dieNährstoffe, die er braucht. Das vegane Leben ist wirklich nicht schwer, wenn man es so sieht. ich denke, es wird schwerer, wenn ich wirklich wieder in die richtige Welt komme, wo man normal kocht und mit Leuten unterwegs ist. Spontan irgendwo isst, an Buffets kommt oder zu Veranstaltungen, auf denen an Veganer nicht gedacht wurde. Aber ich merke auch, wie sich diese Einstellung zum Essen und meiner Umwelt einbrennt. Das Gewissen meldet sich. Fleisch würde ich weiß Gott nicht wieder anrühren. Milch und Käse mag ich nicht einmal pur. Allerdings mag ich Pizza, Gebäck. Vor allem mag ich es, frei zu sein. Und doof gesagt, aber manchmal ist man das als Veganer eben nicht. Komme ich in ein normales Restaurant, kann ich Salat ohne Joghurt Dressing oder Pommer bestellen. Oder Pasta ohne Butter, Sahne und Käse. Manchmal schränkt es ein. Aber seien wir mal ehrlich: Es nimmt einem auch vielerlei Entscheidungen ab, die uns Essgestörten ohnehin schwer fallen.

Nun, Vegansein strengt mich momentan absolut nicht an. Bulimieanfälle, da esse ich meist doch alles querbeet. Aber was neu ist: Ich fühle mich schlecht. Ich greife eher zu den Salzstangen als zu den Chips wo Milch oder Tierprodukte drin sein können manchmal. Oder lasse die Schokekse komplett stehen. Ich denke, wenn ich wieder alleine wohne und mir nicht alle Lebensmittel teile (ich kaufe auch das meiner Mitbewohner nach, total bescheuert), dann wird das Problem einfach nicht mehr da sein. Und in Australien siegt mein Geizhals: Zu teuer!

Noch ein paar Essensbilder der letzten Tage:

Frühstück letztens: Veganer Blaubeerekuchen, Minze-Ingwer-Grüntee, paar Erdbeeren und Kirschen

Abendessen: In Algenpapier gewickeltes gedünstetes Gemüse mit Sojajoghurt und Sweet Chili Sauce



Grüntee mit frischer Minze und Ingwer

Frische Melone

Gefrohrene Jackfruit aus dem Asiashop, so lecker!


Banane, gefrohrene Himbeeren, frische Brombeeren und Gerstengraspulver

Und so sehen die Rollen vor dem Rollen aus

Frühstück heute: frisches Obst und Sojamilchkaffee

Montag, 7. Juli 2014

Ich komme nicht klar.

Viel zu sehr nimmt mich die Bulimie ein und ich stelle fest, dass genau DAS mitunter das Problem für mich in Deutschland ist. Ob es an der alten Umgebung liegt, meinen Eltern oder einfach an mir selbst.. das weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Bulimie riesengroß ist und mein Denken bestimmt. Mich einnimmt, mich umspontan und alleine macht. Wie konnte es bloß so weit kommen?
Nun lege ich alle Hoffnung in meine nächste Reise. Dass ich in dem Jahr wieder Abstand nehmen kann zu der Essstörung und diese beibehalte, wenn ich zurück komme. Ich denke, allein die Tatsache, dass ich wieder bei meinen Eltern gewohnt habe jetzt, war ein großes Problem.

Ich werde also nochmal weggehen, höchste Woche schon, für 9 Monate. Und ich denke, dass es neun Monate ohne Bulimie werden. Vegane Ernährung, viel Spaß und viele Erfahrungen sollen stattdessen eine Rolle spielen.

Mittlerweile ernähre ich mich wirklich ausschließlich vegan, außer bei Essbrech Anfällen. Es fällt mir kaum schwer, wo ich ja momentan ohnehin wenig unterwegs bin... wie traurig. Wenn ich daran denke, wie lebenswert mein Leben noch vor ein paar Monaten war und dass das alles verschwunden ist. Manchmal ist mein Körper so fertig, dass ich nur noch Hoffnungslosigkeit spüre. So eine tiefe Sinnlosigkeit und alles erscheint unschaffbar. Ich frage mich dann, wie ich jemals wieder sozial sein kann, normale Gespräche führe oder mal einen Tag nichts mache und damit glücklich bin. Tiefe Langeweile macht sich breit, keine Freude an garnichts mehr. Das, was mir vor kurzem noch gut tat und geholfen hat, erscheint belanglos. Ich könnte ewig so weiterschreiten.. es ist bloß so traurig zu sehen. Und das alles wegen dieser dummen Essstörung.

In Australien habe ich so gut gelernt, trotz Essstörung ein tolles Leben zu führen. Ich habe relativ normal gegessen, wodurch ich spontan sein und einfach leben konnte. Es erleichtert ungemein, wenn das eigene Essverhalten so ist, wie das jedes anderen gesunden Menschen. Wenn man Pizza ist und abends ein Bier trinkt ohne Angst. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass es IMMER geklappt hat. Nicht immer, aber meistens. Meistens stand mir meine gestörte Ernährung und der Abnehmwille nicht im Weg. Und mein Körper zeigte mir, dass das auch nicht so sein muss.
Und nun ist alles wieder furchtbar kompliziert und schwerfällig. Anstatt bei meinen Freunden zu bleiben, gehe ich abends heim, um mein Essen zu kochen. Und oft genug kam es vor, dass es nicht reichte und ich vor Hunger wach lag oder es ausartete und eine Bulimie Attacke hatte und wohl sogar Kalorien gespart hätte, wäre ich einfach bei meinen Freunden geblieben und hätte mit ihnen gegessen.

Ich fühle mich bloß so furchtbar dick. 2 Kilo mehr...

Der Knackpunkt liegt bei mir wirklich darin, dass ich a) selbst für mein Essen sorgen und verantwortlich sein muss und nicht meine Eltern und b) viel unterwegs bin, aufgaben habe und mich nützlich fühle.

Außerdem merke ich, dass viel Obst und Gemüse mir sehr gut tut. Oftmals esse ich bis abends bloß Obst und trinke Kaffee mit Sojamilch und fahre damit sehr gut und auch ohne Heißhunger. Ich trinke auch weniger während des Essens, wodurch tatsächlich Heißhunger ausbleibt. Einen Essbrechanfall wegen Heißhunger hatte ich eigentlich schon ewig nicht mehr.. es war immer mehr emotionaler Natur.

Nun, ich möchte auch hier wieder mehr schreiben und mir Rat von euch holen. Es hilft schon sehr. Denn man trägt Tag ein Tag aus ein riesiges schwarzes Geheimnis mit sich herum, wenn man bulimisch ist. Und es hilft, Gedanken dazu auszutauschen..

Noch ein paar Bilder:
Frische Früchte und Kaffee und ich bin glücklich




Mango, sojamilch, Gerstengras. Lecker und gesund!


veganer Käsekuchen

Dienstag, 24. Juni 2014

Tag5 obligatorisches "ich lebe noch"

Wie fange ich an? Nun, ich atme, mein Herz schlägt, ich lebe. Aber wie man vielleicht schon an meinem letzten Beitrag vermuten konnte: Ich bin eingebrochen. Die Bulimie hat mich wieder. Ein paar meist heftige Wochen liegen hinter mir, viel Erbrechen, isolieren und eine Gewichtszunahme.
Mittlerweile bin ich bei 52 Kilo wieder, aber es fällt ein Glück. Heute ist der 5te Tag ohne Übergeben. Vorgestern war ich sogar 45 Minuten joggen! Außerdem bin ich nun offiziell Veganer, aber es ist nach wie vor ein Prozess. Normalerweise mag ich keine Extrawurst verlangen und finde Essen ablehnen einfach unhöflich. Besonders, weil es auf so viel Unverständnis trifft. Aber ich mache mich. Bloß ist es so, wie damals mit dem Rauchen: Man kann sich noch nicht identifizieren. Wenn ich mich "Veganer" nenne, klingt das einfach fremd. Genau wie damals, als ich auf einmal "Raucher" war. Ich habe sehr lange heimlich für mich geraucht, ehe es mir in der Öffentlichkeit nichts mehr ausmachte.
Nun lese ich viel über das, was in deutschen Bauernhöfen, Fabriken und Supermärkten passiert und suche jede Menge Tipps. Ich bin noch am Anfang und freue mich über alles Wissen, das langjährige Veganer nunmal haben. Besonders, wenn es um so versteckte Produkte im Supermarkt oder Gerichte Im Restaurant oder sowas geht. Immer her damit!

Außer, dass ich nun vegan esse, esse ich auch meist Obst und Gemüse. Mein Morgen beginnt oft mit einem Sojakaffee und frischem Obst. Danach trinke ich erstmal Wasser und lege nochmal Obst und Kaffee nach oder mache einen Smoothie bzw Milkshake. Dann snacke ich so durch den Tag und abends gibt es dann viel Gemüse, Kartoffeln, Tofu oder das, was es eben bei Freunden oder im Restaurant gibt. Sport mache ich eher weniger. Viel Radfahren, so ca einmal die Woche joggen.

Außerdem gehe ich zurück nach Australien! Deutschland tut mir einfach (wie man sieht) nicht gut. Und wenn ich nächstes Jahr zurück bin gehe ich das ganze anders an. Kein wiedereinziehen bei den Eltern, auch, wenn es Geld spart. Lieber was eigenes, übergangsmäßiges suchen und eigenständig sein. Seine eigenen Lebensmittel kaufen, sich nicht von den Eltern wie eine 16jährige behandeln lassen und einfach auch Abstand zu diesen Menschen behalten, die mich komischweise trotz ihrer Liebe unglaublich krass in diese kranke Welt zurückpushen. Viele Essattacken wurden durch Streitereien ausgelöst! Oder durch schlechtes Gewissen, weil ich eine Kartoffel von Papas essen aß, die gebuttert war. Und Butter ist nicht vegan... Irgendwie nehmen die mein Vegansein auch garnicht ernst und diskutieren die ganze Zeit darüber. Ich fühle mich nicht ernstgenommen. Dabei sind sie diejenigen, die nicht klarkommen. Mein Vater hängt nur auf der Couch, selbst bei diesem Bombenwetter und trinkt viel zu viel Wein. Meine Mutter sucht verzweifelt einen Mann und redet von nichts anderem, hat ein Internetdate nach dem nächsten. Wenn ich mich mit den beiden unterhalte, ist es sehr anstrengend und mir geht trotz Australien Energie Schub so langsam die Puste aus. So traurig es ist, bei den beiden zu sein, tut mir nicht gut. Ich möchte ihnen nicht alle Schuld zu sprechen. Aber sie tragen erheblich dazu bei!

Nun sieht es so aus, dass ich hier noch ein paar Dinge kläre und dann abhaue. Roadtrip, erstmal locker dann für Farmer arbeiten und dann zurück zu meiner alten Arbeit und von dortaus nächsten Frühling in Deutschland bewerben. Und wenn ich dann zurückkomme, suche ich sofort eine eigene Wohnung und mache mein eigenes Ding. Und mein eigenes Ding, ist ein Leben ohne Bulimie.
Noch ein paar Bilder der letzten Tage:

Typisches Frühstück:
Bild Bild

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Veganer Kuchen:

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Ich werde nun öfters was von mir hören lassen. Macht es gut!

Dienstag, 25. März 2014

Tag 174 Confused

Ich habe mich länger nicht gemeldet, keine Ahnung, warum. Aber sobald es besser läuft und ich wieder etwas mehr Lebensinhalt habe, denke ich weniger an die Essstörung. Was heißt, ich denke weniger daran, das wäre gelogen. Jede Minute denke ich ans Essen. Aber es nimmt weniger Raum in meinem Leben ein.

Essen läuft ganz okay, wie gesagt. Manchmal esse ich noch zuviel. Aber es ist nicht mehr so unkontrolliert. Das ist das gute am Hostelleben, du hast ständig Menschen um dich herum. Sozial sein bedeutet, normal essen.

Heute bisher ein Rest eines Hamburgers, Gemüse mit Kürbissalat, Bohnen; ein Müsliriegel, paar Nüsse und ein Sojamilchkaffee. Jetzt bin ich mehr als voll und bis abends wird's wohl nichts mehr geben. Meine Figur sieht auch schon wieder sehr viel besser aus. Noch ein paar "normale" Tage und ich bin wieder top in form denke ich.

Desweiteren habe ich beschlossen, doch noch etwas hier zu bleiben. Ich habe Angst, daheim wieder in den alten Trott zu verfallen. Dieses Herumlungern, nur für die Essstörung leben irgendwie. Weiß auch nicht, aber ich habe das Gefühl, sobald ich aus meinem "Versteck" heraus bin und dem richtigen Leben ausgeliefert bin, geht es mir besser. Ich traue mich mehr. Zuhause zb würde ich niemals noch auf einen Drink irgendwohin gehen, wenn ich am Tag normal gegessen habe. Zu große Angst vor den Kalorien im Alkohol, zu schlecht fühle ich mich mit dem vollen Bauch. Hier überwinde ich mich, gehe raus, erlebe tolle Sachen und zwinge mich selbst quasi zum "normalsein".

Ich denke, dass ein weiterer Monat mich nicht umbringt. Zuhause kann warten. Es wird kaum einen Unterschied machen, ob ich jetzt oder in einem Monat zurück bin. Das einzige Blöde ist, dass ich all meine Freunde vertrösten muss. Dass ich meinen Flug wahrscheinlich weder umbuchen noch stornieren kann und das Geld verliere. Aber es ist nur Geld. Ich habe fast 10000 Euro auf meinem Konto. Momentan sinds etwa 8000 auf meinem deutschen Konto und 1000 auf meinem ausländischen. Wenn ich einen neuen Flug buche, bedeutet das, extra Abzug. Und ich möchte weniger arbeiten, was weniger Einkommen als zuvor bedeutet. Aber hey, ich sollte mir das gönnen und hier eine gute Zeit haben. Den Strand genießen, ausgehen, mich wohlfühlen im Hostel und auf der Arbeit. Und gehen, wenn es wirklich Zeit ist. Jawohl!

Gleich treffe ich erstmal noch eine Freunden. Sie holt mich ab und wir werden den restlichen Tag zusammen verbringen. Keine Ahnung, was wir machen. Ich bin jedenfalls ordentlich müde und mag eigentlich nichts großartiges heute mehr unternehmen, wenn ich ehrlich bin. Ich habe nun die letzten Tage soviel gearbeitet, da sollte ich mir das auch mal gönnen dürfen. Mal sehen, ich warte darauf, dass sie sich meldet... Morgen würde ich Abends gerne ausgehen mit meinen Freunden von der Arbeit. Hoffentlich klappt das! Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag heißts dann wieder Arbeit. Die Woche danach muss ich zusehen, dass meine Stunden gekürzt werden. Hoffentlich klappt das alles...

so braun bin ich mittlerweile...

Freitag, 21. März 2014

Tag 170 Hass.

Noch 10 Tage. 10 Tage, die ich so schön wie möglich gestalten sollte.
Stattdessen machen sie mir Angst. Denn ich kann weder richtig schlafen, noch in Ruhe kochen oder essen. Führt dazu, dass ich zuviel esse, zu wenig schlafe und mich scheiße fühle. Zunehme. Und mich noch schlechter fühle. Und das im Paradies.

Das sind so Momente, in denen ich die Essstörung wirklich hasse. Wenn sie einem so etwas verdirbt. Denn ganz ehrlich, hauptsächlich freue ich mich auf zuhause, weil ich an meine Kontrolle denke. Weil ich daran denke, wieviel besser ich mich fühlen werde, weil ich geregelt essen kann. Weil ich mich aufs wieder abnehmen freue. Ich denke, nach dem ganzen Essen werden die ersten Kilos doch recht schnell runter gehen.

Und wenn ich das dann nochmal von außen betrachte, diese Freude auf das Ausleben der Essstörung, dann werde ich ganz traurig. Das hier gerade ist MEINE Zeit. Ich bin im Ausland und sammle Erfahrungen, aber alles wird immerzu überschattet von der blöden Essstörung.

Ich wette wette wette, sobald ich wieder zuhause bin, die ersten Tage vergangen sind und ich realisiert habe, was eigentlich passiert ist, dann werde ich ganz traurig werden. Und ich werde das alles vermutlich schrecklich vermissen. Aber was genau werde ich vermissen? Ich mein, mein Job hier geht mir so oft unglaublich auf den Geist. Ich könnte das keinen Monat länger machen. Und trotzdem macht mir die Sache an sich unheimlich Spaß. Dieses Zugehörigkeitsgefühl, das Herumalbern mit Kunden und Kollegen. Vorgestern waren wir alle zusammen feiern und es war richtig toll!

Aber ganz ehrlich, meine Zeit hier ist abgelaufen. Entweder ich ziehe hier komplett hin und ändere, was mich stört. Suche nen zweiten Job als Abwechslung, suche eine richtige Wohnung und bringe etwas Routine in mein Leben. Oder ich belasse es dabei, gehe zurück nach Deutschland mit vielen tollen Erinnerungen. Ein komisches Gefühl...

Vor allem habe ich Angst, weil ich ganz genau weiß, was auf mich zukommt. Ich werde zurück fliegen, komplett durcheinander sein. Den Flug überstehen, in Deutschland von einem Freund abgeholt werden. Vermutlich garnicht wissen, womit ich beim Erzählen anfange.. Eltern überraschen, von deren Freude angeekelt sein (irgendwie ist mir deren Liebe immer zu viel...... was für eine Tochter bin ich?!), dann wohl direkt weiter zu einem meiner besten Freunde. Vielleicht noch paar andere besuchen. Vermutlich abends essen gehen oder einsam daheim sein und wieder das alte Leben leben.
Dann nächster Morgen. Ich liebe Morgende, die sind so frisch und unschuldig. Ich werde die Ruhe genießen, vielleicht laufen gehen und dann bei einer Fernsehsendung ein ausgedehntes Frühstück genießen. (bis dahin werde ich noch glücklich sein)
Bloß dann heisst es, Tag füllen. Was mache ich? Ich werde meine alte Arbeit besuchen und gucken, ob die Arbeit für mich haben. Ich werde Freunde treffen, Kaffee trinken gehen. Meinen Krams im Keller ausmisten, Klamotten auf Kleiderkreisel verscheuern. Einkaufen gehen und anfangen mit der Wohnungssuche. Ganz viel feiern gehen. Abnehmen. Und dann wird sich wieder die Normalität einstellen und ich werde realisieren, dass mich eben diese nicht glücklich macht. Dass mich das Leben in Deutschland auf lange Sicht langweilt. Und dann werde ich traurig werden und diesen Ort hier ganz schrecklich vermissen..... so sehr ich mich jetzt nach Hause wünsche. Hier geht es mir besser. Diese komplizierte Logik ist unglaublich anstrengend im Kopf. Plus körperliches Unwohlsein JUHU

A propos Körper. Wie schaffe ich es bloß, wieder etwas Normalität rein zu bekommen? Zum Beispiel heute Morgen. Erst Trauben, 2 Nektarinen, 3 Pflaumen und zwei normale Portionen Müsli mit Sojamilch. Wollte mal was gesundes frühstücken. Dann aber Pizza... warum quäle ich mich immer damit, indem ich sowas mit nach Hause nehme? Am besten wäre es, ich würde die dort lassen, wo sie hingehört. Nämlich auf der Arbeit! Ganz ehrlich, zu welchem Zeitpunkt brauche ich Pizza? Ich habe Müsli, ich habe Müsliriegel und ansonsten sollte ich nicht geizen und mir Obst kaufen. Stattdessen nehme ich Pizza mit nach Hause und esse sie und fühle mich schlecht. Genießen tu ich es trotzdem...
Jedenfalls fühle ich mich scheiße, weil ich unglaublich müde von zu wenig schlaf bin. Und mein Bauch weh tut von der Pizza. Versuche, erstmal nichts mehr zu essen. Erst in meiner Pause auf Arbeit wieder. Plus Cider nach der Arbeit, thats it.
Und Kaffee, vielleicht etwas Sojamilch und Cola light. Da wäre das Pizza Dilemma dann zu verkraften.

Mal sehen wie ich das durchhalte. Mein Körper könnte es echt gebrauchen, ich fühle mich so unwohl dick...

Jetzt geh ich erstmal an den Strand. Die nächsten Tage soll das Wetter schlechter werden. warum nur? Was soll ich denn bitte machen, wenn es hier regnet? Besonders, weil einem dann auch meist die Arbeit gestrichen wird, weil keine Kunden kommen. Das wäre eine grauenvolle letzte Woche, die sicherlich mit viel zu viel essen und Alkohol enden würde....

Frühstück von gestern 

Paradies?

Mittwoch, 19. März 2014

Tag 168

Noch 12 Tage, zwölf. Ich kann es irgendwie kaum fassen. Einerseits diese unglaubliche Vorfreude, diese Erleichterung und die Hoffnung, dass dann alles einfacher wird. Wieder ein richtiges Zuhause haben und niemanden nerven und unabhängig leben können. Mein eigenes Essen kaufen und lagern können, in Ruhe kochen und essen können von meinem eigenen Geschirr. Meine Zimmertür schließen, wann immer ich will. Komplette Ruhe, wann immer ich will.
Andererseits habe ich Angst. Als ich letztes Jahr aufbrach, war ich nicht glücklich. Die Bulimie war riesengroß und ich hatte Probleme, glücklich und zufrieden zu sein. Glücklich und zufrieden bin ich auch hier nicht. Aber ich fürchte, dass ich wieder Essattacken bekomme, sobald ich daheim bin. Eben, weil ich es kann und es so einfach ist und dabei dann noch so gut tut.
Ich muss stark bleiben und mich an alles erinnern. An dieses schlechte Gewissen und dieses ständige Unwohlsein. Das Unwohlsein im Bauch, Wassereinlagerungen.
Ich mein, jetzt so fühle ich mich auch nicht gut. Meine Verdauung spinnt! Und sobald ich etwas mehr esse, fühle ich mich sofort unglaublich scheusslich. Wassereinlagerungen und ein aufgeblähter Bauch... dafür aber, wenn es gut bzw normal läuft, fühle ich mich absolut großartig. Keine geschwollenen Backen oder andere Bulimie bedingten Überbleibsel. Ich glaube, mein Gesicht war selten so schön, wie es jetzt ist. Wenn ich dann noch etwas mehr Normalität in meine Ernährung bekäme und aufhören würde zu schlingen... aber ganz ehrlich, ich denke, dass das zuhause besser wird. Denn da kann ich in Ruhe essen. Kann essen, was ich einkaufe und muss keine Angst haben, irgendetwas falsches zu tun in einem fremden Haushalt. Ich werde wieder in meinem Haushalt sein. Kann in aller Ruhe mein Frühstück genießen morgens ohne Angst zu haben, dass ein unbekannter durch die Tür kommt. Ich kann meine Wochenenden ausleben. Morgens Frühstück und dann tagsüber bloß Kaffee, Cola, Wasser und abends Alkohol. Irgendwie ist das mein Ding, damit fühle ich mich wohl. Es hier auszuleben, das geht irgendwie nicht. Immerzu muss ich mich rechtfertigen oder habe schlichtweg nicht die richtigen Lebensmittel dafür. Oder ich versuche zu sparen und esse anstatt bloß Obst morgens ganz viele Haferflocken. Ist ja billiger, da es mehr satt macht und weniger kostet. Versteht meine Logik nicht, sie ist nicht vorhanden...

Jedenfalls freue ich mich auf meine Kontrolle und meine Macht. Die Macht, zu entscheiden.

Gestern gabs Obst am Strand, was allerdings die reinste Tortur war. Fliegen, Sand und Wind haben das zu einem wohl einmaligen Erlebnis gemacht.






Abends dann gewohnt hektisch alles mögliche herunter geschlungen. Ganz viele Nüsse und rohes Müsli, dann eine kleine Schale Müsli mit Sojamilch, sowie ein Sandwich mit Humus, Avocado, Gurke und Sweet Chilli Sauce. Hab auch etwas Veggiemite draufgeschmiert.




Ich glaub, das wars? Weiß grad nicht mehr.. aber genau das meine ich. Es war so durcheinander, ich habe im gehen und stehen gegegessen und es nicht genossen und war letztendlich froh, als es vorbei war. Ich sehne mich so sehr danach, mich an MEINEN Tisch zu setzten mit MEINEM Geschirr und MEINEM Essen und meine RUHE zu haben dabei. Oder vielleicht Freunde oder so dabei habe. Aber nicht so. Ironischerweise liegt es ja letztendlich doch an mir, aber da bin ich dann zu geizig, jedesmal in ein Cafe oder ähnlichem zu gehen. Wie dem auch sei, bald ists vorbei...

Heute morgen habe ich mich wieder richtig unwohl gefühlt. Aufgedunsen, fett. Lag lange im Bett und hab gelesen, dann geduscht und ein Müsli zubereitet. Aber auch hier wieder ganz viele Nüsse im Gehen und Stehen gegessen. Gott, was eine furchtbare Angewohnheit. Besonders mit Nüssen!!



Den restlichen tag wird es nichts mehr geben, ich gebe mir alle Mühe. Stattdessen dann heute Abend Alkohol, den ich genießen möchte.

Jetzt gleich gehts erstmal zum Strand, wo ich vermutlich Freunde treffe. Später heim, duschen, sagen, ich würde essen und abends dann Freunde treffen und zusammen ausgehen. Cider!

Wenn ich das so durchziehe, werde ich mich morgen wohl wieder um einiges besser fühlen.
Morgen heißts dann aufstehen, vielleicht duschen, möglichst nichts essen (obwohl ich das gewiss nicht schaffe, so, wie ich mich kenne...) und rüber zum Hostel laufen. Das alles vor Zwölf! Dann zur Arbeit, irgendwann davor essen. Oder einfach auf Arbeit schnell was zwischen die Kiemen..? Allerdings kann das gefährlich werden, weil ich dann zum Überessen neige. Wenn ich es schon so kaum kontrollieren kann, würde ich mich bei dem reichhaltigen essensangebot wohl kaum beherrschen können....

Dienstag, 18. März 2014

Tag 167 Fressfressfress

Hellow again, Fresserei. Obwohl, noch geht es. Aber gestern allein, es kam noch soviel dazu.
Habe ja aufgezählt, was ich morgens schon alles aß. Dann auf der Arbeit noch 3 große Stücke fettige Pizza, Fleischbällchen, Pommer, Stück panierter Fisch und Salat mit Sahnedressing. Spätabends dann noch Softeis, Gummibärchen und Smarties. Yummy........

Bin dann mit leichten Bauchschmerzen ins Bett.

Heute morgen dann, früh wachgeworden von unglaublichem Hunger?!

Musste mich dann schwer zusammenreißen, nicht sofort weiter zu essen. Lag noch etwas im Bett und laß, dann duschen und Frühstück vorbereiten. Es gab Haferflocken, Mandeln, Reispopps, eine Orange, Chiasamen und Joghurt. Dazu grüner Tee.


das Müsli von heute Morgen
Pizza mit Lamm, Pinienkernen und Mintsoße
eingeweichte Chiasamen

Müsli während der Zubereitung




Habe dann Wäsche gemacht und eben jochmehr Mandeln (wirklich viele!) und zwei Drittel Pizza gegessen. Bin jetzt dementsprechend voll, mir ist ein wenig übel. Aber mein Verlangen nach essen ist komplett weg. Schreibe nun noch diesen Eintrag zu ende und dann gehts an den Strand, den ganzen Tag. Nehme mir Buch und Zeichenblock mit, sowie Besteck. Wenn ich Hunger bekomme, hole ich mir einfach Obst im Supermarkt und esse das. Heute Abend weiß ich noch nicht. Vermutlich werde ich einfach einen Film sehen, vielleicht etwas malen. Und essen wird dann entschieden. Habe noch Müsliriegel, Couscous Fertiggericht und ein Sandwich mit light Ricotta, Avocado, Spinatsalat und Gurke. Werde vermutlich das essen. Vielleicht auch Müsli, mal sehen.
Moi

Ansonsten zähle ich weiterhin die Tage, bis es heim geht. Warum bloß? Arbeit macht eigentlich Spaß, zerrt bloß hin und wieder an den Nerven. Heute sollte der erste Paycheck kommen, darauf freue ich mich schon. geldausgeben tue ich hier kaum. Weder für Unterkunft, noch essen. Ausgehen tue ich bisher auch garnicht, was ist los?

Jedenfalls freue ich mich auf Zuhause, auf meine Ruhe und meine Kontrolle. Auf meine Freunde. Trotzdem genieße ich jeden Moment und bin mir bewusst, dass ich das alles sobald nicht mehr haben werde. Dass mir die Arbeit eigentlich auch Spaß macht und ich tolle Kollegen habe. Dieser Zwiespalt ist eigenartig und faszinierend zugleich. Ich editiere wahrscheinlich später nochmal. Freie Tage, weiß garnicht, was man mit sowas anfängt?

Montag, 17. März 2014

Tag 166 So manches.

Und so schnell geht es, das abnehmen, wenn man nun recht lange recht normal gegessen hat.
Wieviel ich wiege, weiß ich nicht. Aber unter 50 Kilo auf jedenfall. Ich fühle mich gut, das ist das wichtigste dabei. Ich kann unter die Leute gehen, ohne mich unsagbar fett zu fühlen und meinem Bauch geht es auch so viel besser, unglaublich.

Das einzige, was mich stört, ist die Tatsache, dass ich gerade auf den Veganismus scheiße. Ich esse Fleisch, Eier und Käse und trinke Milch und mein Gewissen macht nur ganz ganz Leise Protest. Viel zu sehr genieße ich es, normale Dinge zu essen und mir Pizza zu gönnen und nicht verzichten zu müssen.

Gestern gegessen: Karotte, Pflaumen, Erdbeeren, Cranberries und getrocknete Pflaume; Rest Reis mit Soße, kleiner Pie, Stück Brot dazu schwarzen Tee; Kaffee mit Sojamilch; Salat mit Kürbis und Fetakäse, paar Pommer und fried Squid

Heute bisher: paar Stücke Wurst, Grapefruit, paar Cranberries, Mandeln, Cashews und schwarzen Tee; Scheibe Brot mit Avocado, Light Ricotta, Spinatsalat und Gurke; Schälchen Müsli mit Cornflakes und light Milch

Und ja, mein Heimweh ist unendlich! Ich zähle wirklich die Tage, die ich noch arbeiten muss. Die Tage, bis ich wieder daheim bin, in alter Umgebung, bei Freunden und Familie und mein richtiges Leben weiterleben kann. Im Ausland zu sein ist unglaublich toll und ich genieße es wirklich, im Paradies zu sein und tolles Wetter zu haben. Aber es ist nun einmal nicht mein Zuhause. Ich habe kein Zuhause hier und den Job, den ich jetzt habe könnte ich niemals langfristig durchziehen. Für den Moment ist es okay und gutes Geld. Aber es ist unglaublich anstrengend und Kräftezehrend. Da lobe ich mir doch meinen einfachen Cafe Job in Deutschland.

Heute werde ich außerdem nochmal umziehen, ein anderer Host, für eine Nacht. Morgen dann vermutlich ins Hostel, den ganzen restlichen Tag Strand. Wassermelone, Obst, Strand, vielleicht ein paar Freunde treffen und endlich mal meine Ruhe im Hostel haben. Mal sehen, wie lange ich dort bleibe...


Samstag, 15. März 2014

Tag 164 Abgenommen?!

Ich möchte ja mal nicht zu euphorisch klingen und wahrscheinlich ist einfach ganz viel Wasser verschwunden und mein Bauchgefühl besser. Aber mein Körper sieht so viel besser aus! Meine Arme, Beine, Bauch, alles. So langsam erkenne ich mich wieder.

Es kam auch kein einziger Kommentar meiner Kollegen, von wegen Zugenommen. Im Gegenteil. Als ich gestern Mittag mein Müsli auspackte und sie fragten, was ich denn da esse, meinten sie, dass ich daher so dünn bin.

Wie wichtig einem immer die Meinung anderer ist, total bescheuert eigentlich oder?

Naja, jedenfalls fühle ich mich großartig.

Pizza von gestern und heute morgen, Frühstück, unvegan, wtf?


Freitag, 14. März 2014

Tag 163 Es geht bergauf.

Ich traue mich kaum, es zu schreiben, aber mir geht es gut! Als ich gestern all diese Dinge gegessen hatte und ich mit meinem dicken vollen Bauch auf dem Bett lag, in der Hitze und an meine bevorstehende erste Schicht auf der Arbeit nach Monaten dachte, ging es mir ganz ganz schlecht. Am liebsten hätte ich auf der Stelle meine Sachen gepackt und wäre heim geflogen. Keine Lust mehr, keine Lust mehr auf Kämpfen.

Dann raffte ich mich auf, machte mich fertig, Musik auf die Ohren und lief am Strand entlang zur Arbeit. Sah Männer an ihrem Auto stehen, die ihr Surfbrett zurecht machten, Kite Surfer im Wasser, spürte die heiße Sonne auf der Haut. Eins meiner Lieblingslieder begann und ich fühlte mich schlagartig einfach nur gut.

Die Arbeit verging wie im Flug. Es hat wirklich Spaß gemacht. Vor allem auch, weil ich da so viel laufe und das bewegen und unter Strom sein ist irgendwie ein echt angenehmes Gefühl nach dem ganzen Herumlungern der letzten Monate. Als ich mich später umzog musste ich auch feststellen, dass mein Körper sich garnicht so arg verändert hat. Keiner meiner Kollegen hat irgendwie komisch reagiert oder etwas gesagt. Vielleicht habe ich ja doch nicht so arg zugenommen, wie ich es die ganze Zeit dachte. Gegen Schichtende ging es auch meinem Bauch wieder sehr viel besser. Habe tatsächlich nichts mehr gegessen, bloß Sprudelwasser und Cola light getrunken und das in angemessenen Mengen. Nicht zuviel.

Habe mir dann nach der Arbeit mit meinen Kollegen und Freunden noch ein Cider gegönnt und saßen letztendlich bis halb 1 zusammen, haben gequatscht und gelacht.

Und wisst ihr, was ich auf dem Heimweg dachte (und es überrascht mich sehr, wo ich doch schon fast schmerzhaften Heimweh hatte). Ich wurde wehleidig bei dem Gedanken, nur so wenige Tage hier zu haben. Und dass ich gerne etwas länger bleiben würde. Arbeit, Strand, und so viele tolle Leute. Ordentlich Kohle verdienen... aber wie sagt man so schön, man soll aufhören wenn es am schönsten ist. Und ich freue mich ja auch auf Zuhause! Aber im Paradies leben, Spaß haben und tolle exotische Dinge erleben, das klingt sehr viel besser als graues striktes Deutschland.
Mal sehen, was ich in 18 tagen dazu sagen werde...

Jedenfalls habe ich gerade echt Hunger. Es ist 9:44 und ich hätte nicht erwartet, mich so bald schon so viel besser fühlen zu können. Ich fühle mich großartig! Ich sehe zwar genau, wo an meinem Körper zusätzliches Fett ist, dass vor ein paar Wochen noch nicht vorhanden war. Aber wenn ich mich jeden Tag durch die Arbeit soviel bewege und normale Mengen esse, dann sollte das schneller runter sein, als ich gucken kann. Ich mein, seht euch an, was ich gestern alles gegessen habe. Allein die ganzen Müsliriegel nachmittags hatten sicher zusammen 600 Kalorien, dann müsse mit ewig vielen Kalorien. Trockenfrüchte hauen auch ganz schön rein, dann morgens die kalten Hauptspeisen aus dem Kühlschrank. Es klingt zwar alles immer so gesund, wenn ich das hier aufliste. Aber es sind nunmal Kalorien! Und es ist toll zu sehen, wie mein Stoffwechsel läuft und dass ich selbst mit Cider und sattessen doch abnehmen kann. Ich werde gucken, dass ich es nicht zu strikt halte und auch zu fettigem essen greife, um meine Kalorienzufuhr nicht allzu sehr runter zu fahren. Soviel muss ich garnicht abnehmen. Vielleicht 2-3 Kilo maximal und ich wäre erstmal voll und ganz beruhigt.


Desweiteren habe ich gemerkt, dass das Thema Vegan hier ganz weit weg ist leider. Als ich das erste Mal hier war, habe ich all die Speisen meiner Arbeit genossen und das kann und will ich mir dieses mal einfach nicht verwehren. Es ist ein wenig wie Seelen Streicheln, wenn ich hier eine Pizza esse oder Fishn Chips. Mal sehen, wie es meinem Gewissen damit geht.. aber gestern zum Beispiel habe ich eine Pizza vor der Tonne gerettet. Und die hat Schinken und Käse drauf, absolut nicht vegan, nichtmal vegetarisch. Die mache ich mir gleich warm und gönne mir ein paar Stücke als Frühstück. Vorher schon ausgiebig duschen, dann zum Strand. Ein wenig entspannen und dann zur Arbeit. Als Mittag/Abend essen gibt es Müsli mit Sojamilch und Apfel (falls nicht irgendwas anderes zur Verfügung steht). Zwischendurch vielleicht nen Sojamilch Kaffee, Wasser und Cola. Und spätabends das obligatorische Cider...

Soviel essen wird das dann heute hoffentlich nicht, was meinem Bauch dann wohl endgültig die Entspannung geben wird, die er braucht, um wieder 100 % fit zu sein. Und Hunger sollte ich eigentlich auch keinen haben, nach Pizza zum Frühstück. Aber momentan könnte ich wirklich Mengen verdrücken, unglaublich. Danke Körper, dass du trotz Bulimie und Magersucht noch so gut funktionierst!!




Dienstag, 11. März 2014

Tag 160 Ich könnte eigentlich jeden Tag das gleiche schreiben.

Ich fühle mich dick!

Vorhin habe ich eine Waage entdeckt und mich drauf gestellt und sie zeigte 48,6 an. Aber das kann nicht sein, wirklich nicht. Ich bin ja nicht bescheuert.

Irgendwie kriege ich es nicht hin. Dabei wäre es so einfach. Einfach "normal" essen. Normale Portionen, von Essen, das mich nicht aufbläht, sondern zur Abwechslung mal angenehm satt macht.

Ab Morgen wird es hoffentlich wieder normaler werden. Ich schlafe bei einem Freund, werde vermutlich ein Sandwich mit Avocado und Tomate essen, dazu einen Sojacappuccino.
Mittags besorge ich mir vermutlich einfach Obst, abends ne normale Portion von normalem Essen. Vielleicht kann ich morgens einen kleinen Lauf einlegen.

Den Tag danach werde ich wahrscheinlich arbeiten. Morgens muss ich waschen, Obst frühstücken, vielleicht zum Strand oder joggen und dann zur Arbeit. In meiner Pause gibts Abendessen. Entweder ich bestelle Pommer oÄ oder einfach Müsli.

Die Tage darauf werden wohl ähnlich sein. Essen werde ich hauptsächlich auf der Arbeit. Soll ich das Vegan sein durchziehen? Vermutlich sollte ich das. Aber es wird schwer, weil ich bei meinem letzten Besuch noch nicht vegan war und diese endlosen Diskussionen einfach nur noch nerven. Aber es wäre definitiv besser, keine fettige Käsepizza zu essen, kein Fleisch. Sondern mein Müsli, vielleicht mal Pommer, Salate. Besonders viel könnte ich von meiner Arbeit nicht essen.

Ich möchte mich einfach bloß wieder besser fühlen. Ohne aufgeblähtem Bauch, ohne endlos viel Wassereinlagerung. Ohne zusätzliche Fettpolster.

Bloß zwei, drei gute Tage und ich wäre wieder im Rennen. Ich schätze, dass ich vielleicht so 51 Kilo wiege maximal? Die 48 von der anderen Waage können wirklich unmöglich wahr sein.

Heute habe ich bereits versemmelt. Leider habe ich sogar unvegan gegessen... Mein Körper wollte gerne den geräucherten Lachs und Thunfisch aus dem Kühlschrank. Hat er bekommen... ach man. Aber lecker war das. Vielleicht tut eine Extraportion Eiweiß ganz gut. Desweiteren gab es Trauben, eine Nektarine, eine Kiwi und eine Banane. Nüsse, getrocknete Feigen und Datteln. Kichererbsen Quinoa Salat, Humus. Grünen Tee. Und nun fühle ich mich, als würde ich platzen. Das Dumme ist bloß, ich könnte noch weiter essen, wäre noch Platz im Bauch.

Es folgt wahrscheinlich nochmal eine Portion Trauben, mehr von dem Salat, eingerollt in Algenpapier mit Humus. Vielleicht noch was von dem Fisch. Das sollte es dann heute gewesen sein. Scheiß essen.

Ich freue mich wirklich wirklich darauf, wieder alles selbst in die Hand nehmen zu können. Ich mein, theoretisch könnte ich das jetzt schon. Aber es ist soviel entspannter, wenn ich meine eigenen Einkäufe habe. Vor allem auch, weil ich dann nicht immer den Drang habe, die Situation ausnutzten zu wollen. Momentan denke ich, ich müsste dieses große Essensangebot ausnutzten. Bullshit! Zuhause spare ich sogar, kaufe keine Tonnen an Obst, sondern kombiniere es und esse "normales" Essen. Hier stopfe ich mich regelrecht voll, bereite keine richtigen Mahlzeiten zu.

Es ist bloß so furchtbar durcheinander...


Allein jetzt habe ich diesen Beitrag viel zu oft unterbrochen, um irgendetwas zu essen. Mein Bauch ist so voll. Es tut noch nicht weh und ich weiß, dass es noch sehr viel voller geht. Aber normal ist das auch nicht. Es nervt. Ich möchte wieder in Ruhe essen können...
Was ich da so vor Augen habe, sind geregelte Mahlzeiten. Ein ordentliches Frühstück, normale Obstportion, ein Brötchen, Rohkost und Aufstrich. Danach angenehm satt sein, dem Körper das geben, was er braucht. Langsam noch etwas abnehmen. Momentan hangle ich mich mehr oder weniger von Tag zu Tag. Ich bin angespannt, es ist ein Spiel mit dem Feuer und ich verbrenne mich immerzu. Denn ich gebe zu oft nach, bin nicht standhaft genug. Wo ist mein Wille geblieben? Ich muss echt zusehen, dass ich meine Motivation zurückgewinne.


Gott, war der gut! 





Sonntag, 9. März 2014

Tag 158 Dicke Arme. Dicker Bauch.

Boah eh, ich fühle mich so furchtbar und trotzdem fällt es mir schwer, mich zusammenzureißen mit dem Essen. Irgendwie esse ich zuviel und zu unkontrolliert. Oder? Ich fühle mich jedenfalls so.
Morgens esse ich meistens Obst und trinke einen Soja Kaffee. Jedoch wird's immer richtig viel Obst. Wassermelone, Trauben, manchmal ne Banane, Pfirsiche und Nektarinen. Danach fühle ich mich selten gut und das ist Mist. Jedoch fühle ich mich auch nach Brot nicht gut...

Was soll ich bloß machen?

Gestern und vorgestern war ich morgens sogar laufen. Trotzdem fühl ich mich absolut furchtbar.

Zwei, drei Tage habe ich noch hier. Heute Abend bin ich zum Essen eingeladen, wie ich es hasse. Allerdings, komischerweise, klappt es meist besser dann. Ich hoffe es zumindest.

Heute habe ich bisher Wassermelone, viele Trauben, Nektarine und Pfirsich mit Sojacappuccino gegessen. Außerdem eine Schale Kichererbsen Quinoa Salat. Das sollte es dann erstmal bis heute Abend gewesen sein. Ich hoffe, ich bleibe standhaft.
Morgen versuche ich, morgens wieder laufen zu gehen. Danach duschen, Obst und Kaffee. Ne kleine Stadttour, wenig Abendessen und Drinks. Wir gehen aus. Dienstag einfach versuchen, morgens nochmal laufen zu gehen, wenig zu essen und abends dann zum Flughafen. Sollte klargehen. Und dann gehts los, weniger essen, kontrollierter essen. Hoffe ich!

Wieviel ich wohl wiege? Ich habe solch eine Sehnsucht nach dem Dünnsein, das glaubt ihr garnicht. Wie gern ich wieder dünn wär... diese Unwissenheit macht mich krank...

gesundes Essen....

Paradies!
Meine Heimkehr rückt nun wirklich immer näher und ein Gemisch aus Vorfreude und Angst macht sich breit. Einerseits freue ich mich unglaublich, wieder in mein sicheres Zuhause zu kommen, wo ich leben kann, wie ich will und frei bin. Wo ich Aufgaben und einen Alltag habe. Einen Job, Uni und Freunde. Andererseits habe ich Angst, dass ich Bulimie zurück kommt. Dass ich wieder in meiner komischen Parallel Welt versinke, unzufrieden bin. Und ein wenig Sehnsüchtig werde ich auch, wenn ich daran denke, all das hier zurück zu lassen.

Alles wird gut.

Donnerstag, 6. März 2014

Tag 155 Zugenommen?

Ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick dick dick. Keine Ahnung, ob ich wirklich zugenommen habe und keine Ahnung, in wie weit das Wasser ist. Auch mein Bauch spinnt zur Zeit. Und ich esse wesentlich mehr, als mir lieb ist. Dazu noch Alkohol... Und ich habe andauernd Sodbrennen. Irgendwas stimmt ganz gewaltig nicht.

Heute Nacht konnte ich irgendwie nicht wirklich gut schlafen. War erst gegen vier im Bett und bereits um 9 wieder wach. Fühl mich wie gerädert.. dazu noch dieses Völlegefühl die ganze Zeit. Bäh bäh bäh
Kann es kaum erwarten, wenn wieder bessere Zeiten anbrechen. wenn ich wieder alles unter Kontrolle habe. Obwohl ich es hier eigentlich recht gut kontrollieren könnte, wenn ich wollte. Ich müsste bloß öfters mal nein sagen, wenn ich nein sagen kann.

Morgen.

Beziehungsweise Heute.

Denn noch ist heute nicht vorbei und ich muss mich echt zusammenreißen, denn heute steht noch abends ausgehen auf dem Plan. Mit Dinner. Aber ich werde gucken, dass ich da irgendwie drum herum komme. Gerade kann ich mir nicht vorstellen, jemals wieder hungrig zu sein. Habe sehr gesund, dafür aber viel zu viel gegessen. Unmengen an getrockneten Datteln und Feigen, Rosinen, dann Trauben, 2 Nektarinen, 1 riesige Kiwi, Viertel Wassermelone und einen Soja Cappuccino mit wenig Milch. Okay, eigentlich ist das echt nicht so viel. Aber diese Datteln haben schon ordentlich Kalorien. Aber ich brauchte das einfach heute mal, um meine Verdauung etwas zu ölen...
Werde dann jetzt erstmal nichts mehr essen. Es ist halb 2, wenn ich bis abends nicht esse, werde ich gewiss wieder etwas Platz für eine Kleinigkeit haben. Und beim Alkohol werde ich mich an maximal 1-2 Cider oder Wein oder so halten. Sollte den Rahmen jetzt nicht so arg sprengen...

Morgen würde ich gerne morgens wieder laufen. Dann duschen, frühstücken und raus. Wie toll wäre es, zum Frühstück mal nur eine Banane oder so zu essen?! Ich liebe es zwar momentan, morgens Toast mit Humus und Avocado zu essen, dazu Obst, Sojakaffee und vielleicht noch ein zweites Toast mit Tahini und Feigenmarmelade. Aber irgendwie geht es mir danach selten gut. Oft habe ich Sodbrennen und ich fühle mich absolut vollgestopft. Vielleicht mache ich mir auch einfach ein Müsli mit Banane, wenig Cornflakes? So als Alibi? Dieses Normal Essen ohne Waage macht mich verrückt. Scheiße man.

Ich möchte doch bloß wieder dünn sein...

Ich freue mich schon so darauf, wenn ich mir mein Essen wieder zu hundert Prozent selbst zusammenstellen kann. Wenn es morgens eine große Schale Obst gibt, vielleicht etwas Sojajoghurt, Leinsamen, grünen Tee. Später oder davor einen Sojacappuccino. Snacks in Form von getrockneten oder frischen Früchten, ein Brot, etwas veganen Kuchen oder wenn ich Lust auf richtig Mittag hab, dann viel Gemüse, Kartoffeln, reis, Whatever. Abends viel Gemüse, Tofu, Sojawürstchen etc. Viel Tee, Viel Kaffee, Cola light bei Süßlust.
Das ganze dann solange, bis ich mich wieder besser fühle. Bis die Waage etwas um 48 anzeigt, da würde ich gerne erstmal wieder hin. Viel mit Freunden unterwegs sein, Spaß haben, leckeres veganes Essen genießen. Veganismus ist auch echt ein super Grund, weshalb man oft nicht mitessen kann. Das könnte tatsächlich nochmal helfen in einigen Fällen.

Wenn ich an all das denke, bekomme ich richtig Heimweh. Ich sehne mich nach meiner Ruhe, nach meiner Kontrolle und nach meiner Sicherheit. Es ist ganz schön schwer, die Rolle einer Gesunden zu spielen, wenn ich nicht gesund bin. Ich mein, ich liebe essen. Ich liebe es, einen gedeckten Tisch zu haben, verschiedene Dinge zu probieren und zu schlemmen. Aber ich hasse das Völlegefühl und diese Angst, die damit verbunden ist. Nach dem Essen gehts mir selten gut. Entweder der Bauch mach Probleme oder das Gewissen. Ich sehne mich so sehr danach, einfach morgens aufzustehen, laufen zu gehen und in aller Ruhe ein schönes ausgedehntes Frühstück zu haben. Und sei es nur mit mir selbst.  Danach rausgehen, Freunde treffen, Kaffee trinken gehen, Arbeit, Uni, was auch immer. Abends heim, ein gesundes Abendessen, fertig.

Gleichzeitig genieße ich diese Zeit momentan auch. Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr erbrochen oder einen richtigen Fressanfall gehabt. Außer das eine Mal mit dem Müsli, das war übel. Aber ansonsten läuft es recht normal ab. Ich lebe. Ich habe eine gute Zeit und überrasche mich selbst, wie normal essen doch sein kann. Andererseits macht genau das mir unglaubliche Angst. Es ist ja nicht für immer..

Also, was lernen wir nun? Nein sagen, wenn ich nein sagen kann. Versuchen, weniger Brot zu essen. Vielleicht gehts dann meinem Bauch besser... Alkohol ist schwierig! Allerdings bin ich ja nur noch bis Dienstag hier, es ist echt nicht mehr so lange also. Und danach klappts hoffentlich etwas besser.

Roman Ende.


Montag, 3. März 2014

Tag 152 49,8 endlos Appetit und Sport

Believe it or not, ich war heute morgen laufen. Endlich mal wieder! Die neuen Schuhe sind richtig klasse, haben mir leider aber eine Blase am kleinen Zeh verschafft.
Danach habe ich die Wäsche gemacht, ausgiebig geduscht und gefrühstückt. Es gab den Rest Wassermelone, Karotten, einen großen Soja Cappuccino, grünen Tee, paar Trauben, Mandeln, getrocknete Feigen und Datteln und eben noch einen Smoothie aus Banane, Beeren und etwas Kokos.


Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Waage sagte erst 50,5, nach dem Laufen 49,8 und nach dem Duschen 49,3 an. Find ich okay, hatte mit mehr gerechnet. Damit kann man arbeiten!

Was heute noch passiert? Wohlmöglich Treff ich gegen drei ein paar Freunde und werde mit denen den restlichen Tag verbringen. Also doch kein kochen mit meiner WG? Ich bin verwirrt. Auf jedenfall wird es mich beschäftigen, kann grad mal wieder nicht aufhören zu essen. Trauben Trauben Trauben.

Die nächsten Tage wird es essenstechnisch hoffentlich besser. Ich werde dann nämlich bei den Freunden wohnen und kann mich nichtmehr rund um die Uhr vollstopfen, sondern esse geregelter. Kann dann zwar nicht sonderlich entscheiden, was ich esse. Aber solange es kleine Portionen sind, sollte das kein Ding sein. Plus Sport natürlich!



Sonntag, 2. März 2014

Tag 151

Eigentlich gibt es nichts neues. Der Abend gestern war bombastisch! Leider bin ich nicht stark geblieben und habe beim BBQ einen veganen Patty mit etwas Brot, Salat ohne Soße und Pommer mit Barbecue Sauce gegessen. Dazu massig Cider und später im Club noch andere Drinks.
Heute habe ich dann lange geschlafen und gegen eins mit den anderen zusammen gefrühstückt. Anderthalb Scheiben Toast mit Humus, Avocado, Temamel (weiß nicht genau, wie das geschrieben wird; auf Besam Basis) mit Feigen Marmelade. Soja Cappuccino, Nektarine, viele Trauben, paar getrocknete Datteln und Feigen.
Sind dann irgendwann heim gefahren, habe lange und ausgiebig geduscht und dann gekocht, weil ich schon wieder Hunger hatte. Gab eine Kartoffel, etwas Süßkartoffel, Gemüse, Mais, Bohnen, Humus und Barbecue Sauce. Abartige Mischung, schmeckt aber echt gut.



Das wars dann an essen für heute. Fühl mich echt nicht wohl in meinem Körper. Die Jungs haben gefragt, ob ich heute zu denen kommen mag. Aber ich würd lieber heut Abend in Ruhe ein paar Sachen nachsehen, morgen früh erst ein wenig laufen gehen (hab neue Laufschuhe gekauft, endlich!), dann in Ruhe mein Obst aufessen und zum Strand.



Wenn alles gut geht, holen die Jungs mich dann ab und wir verbringen die nächsten Tage zusammen. Heißt, absolute Kontrolllosigkeit beim Essen. Ich werde mich nach denen richten müssen. Was aber eigentlich gut ist. Denn in der Regel kontrolliere ich mich dann eher, als wenn ich völlige Freiheit habe und mich dann vollstopfe.
Morgen werde ich mich wahrscheinlich das erste mal wieder wiegen können und ich habe Angst. Habe mich wirklich dicker gefühlt. Allerdings habe ich mir auch nochmal Fotos der letzten Monate angesehen und auf manchen sehe ich doch garnicht so dünn aus. Ich frag mich, woher das kommen kann? Weil ich eigentlich recht wenig gegessen habe in der Zeit und das Gewicht anscheinend doch nicht wirklich runter ging. Oder ging es vielleicht nur unheimlich schnell wieder rauf, sobald ich wieder mehr essen konnte nach dem Reisen?

Wie dem auch sei, morgen früh laufe, duschen, Wassermelone, Trauben, Nektarinen, vielleicht ein paar getrocknete Früchte und eine grooooße Tasse Sojamilchkaffee. Dann organisieren, dass die Jungs mich im laufe des Tages abholen und abends dann wohl zusammen mit denen irgendwas essen und so.  Ich wünsch euch was!

Freitag, 28. Februar 2014

Tag 149 Schokolade

Heute ist ein Schokoladentag. Das brauche ich jetzt. Draußen regnet es und meine Motivation, etwas zu unternehmen, beträgt gleich null. Von daher gönne ich mir heute einen gemütlichen Tag und Schokolade.
Dabei lese ich viele alte Blogs durch und sehe mir alte Bilder an, schwelge in Erinnerungen und verliere mich im Heimweh. Wobei sich dann endlich die Frage klärt, woher genau das Heimweh kommt: Essstörung.
Kaum habe ich ein wenig zugenommen und finde meine Kontrolle nicht mehr, sehne ich mich nach der Vergangenheit. Zuhause bedeutet für mich gerade, ein eigenes Zuhause, ein eigenes Zimmer, Kontrolle und ungestört dem Abnehmen nachgehen.
Will ich das? Ich mein, mittlerweile kann ich Abnehmen und Leben ganz gut kombinieren und gehe viel aus, treffe mich mit Freunden. Aber ich habe Angst, dass Zuhause die Essstörung wieder absolut übermächtig wird. Dass ich vielleicht wieder erbreche, weil ich es dann eben wieder problemlos kann.

Wenn ich mir meine Fotos so ansehe und meine alten Texte so durchlese, sehne ich mich unheimlich nach dieser Kontrolle von damals, nach den 44 Kilo. Ob ich da jemals nochmal hinkommen werde?

Was mir so durch den Kopf geht, wenn ich an zuhause denke: Freunde treffen, ausgehen, viel unternehmen. Gesund kochen, viel Obst und Gemüse, vielleicht wieder etwas Sport. Hauptnahrungsmittel: Obst, Gemüse, getrocknete Früchte, Sojajoghurt und Sojamilch, Tofu, Kartoffeln, Reis, Quinoa, Vollkornbrot und vegane Aufstriche, Kaffee, vegane Snacks (Kuchen, Knabbereien). Kein Kalorienzählen, einfach gucken, dass ich zufrieden und nicht vollgestopft bin. Dass ich durchschlafen kann. Und dass ich auf nichts verzichten muss.
Wenn dann das Gewicht langsam sinkt, wäre es perfekt.

Momentan ist es ja bei 49-50 Kilo und solange ich keine Fressattacken habe, ist das auch recht stabil.

Ab nächster Woche kommt leider nochmal eine unvegane Zeit. Ich werde wieder in meinem alten Job arbeiten und da gibt es viel Essen. Für mich heisst es: Kein im Gehen essen, kein heimlich essen (ist während der Arbeit verboten). Ich werde mir Müsli im Spind lassen und falls mir nicht nach Essen bestellen ist, einfach Müsli mit Apfel oder so essen. Gesund, sättigend, preiswert. Wenn ich die Chance auf Pizza, Burger o.Ä. habe, sage ich bestimmt nicht nein. Warum das ganze? Weil ich ne Menge Geld spare, wenn ich das Essen dort esse, das sonst ohnehin in der Tonne landet. Und weil ich vorher noch nicht vegan war und mir die Prozedur des Erklärens und Rechtfertigens ersparen möchte..

Mein Tag sieht dann in etwa so aus: Kaffee mit Sojamilch oder Müsli, Obst, Trockenfrüchte; oder wenn vorhanden Leftovers; dann arbeiten und in der Pause dann eben Müsli oder eine normale Portion von dem, was halt da ist; viel Cola light, viel Wasser
Vor der Arbeit werde ich versuchen, Sport zu treiben. Dafür hole ich mir morgen auch noch Sportschuhe. Aber meine Wohnung liegt direkt am Strand, da kann man richtig schön morgens an der Promenade entlang laufen und das werde ich dann versuchen zu machen. Außerdem laufe ich in meinem Job echt viel, das darf man auch nicht unterschätzen.

Frühstück

Ich werde dann bis April keine Waage mehr haben, das ist vielleicht besser so. Einfach nochmal ne gute Zeit haben, nie zuviel essen, sodass ich abends auch spontan noch mit trinken und feiern könnte. Da möchte ich nicht mehr so viel verpassen...

Promenade

Aber ganz im Ernst, wenn mein Tag im Idealfall aus Sojakaffee (50kcal), Früchten und Trockenfrüchten sowie nachmittags/abends aus einer normalen Portion von normalem Essen besteht und hin und wieder Alkohol, kann ich ja wohl kaum zunehmen. Und ich werde nicht am Obst geizen. Auch, wenn das hier echt teuer ist. Es wird regelmäßig zum Supermarkt gelatscht und die Schnäppchen gejagt.

Morgen steht also an:
Aufstehen, Duschen, Trauben/Melone/Sojamilchkaffee
Spaziergang zur Stadt, Laufschuhe/normale Schuhe kaufen, Jaycar Umtausch, Aldi Cider, Cola, Datteln und eventuell frisches Obst kaufen
Spaziergang zurück, falls nicht zu müde
von nem Freund abgeholt werden, zu einer Parade gehen, Alkohol trinken, ausgehen und Spaß haben

Sonntag viel Obst und Gemüse essen, spazieren gehen

Montag, falls regen, Uni ansehen

Dienstag Strand

Ich freue mich einfach schon so sehr darauf, mich wieder komplett wohlzufühlen. Es ist noch nicht allzulange her!! Und ich freue mich darauf, das Projekt Vegan in Deutschland richtig anzugehen.


hat eine Mitbewohnerin gebacken: Vegane Müsli Cupcakes