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Montag, 7. Juli 2014

Ich komme nicht klar.

Viel zu sehr nimmt mich die Bulimie ein und ich stelle fest, dass genau DAS mitunter das Problem für mich in Deutschland ist. Ob es an der alten Umgebung liegt, meinen Eltern oder einfach an mir selbst.. das weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Bulimie riesengroß ist und mein Denken bestimmt. Mich einnimmt, mich umspontan und alleine macht. Wie konnte es bloß so weit kommen?
Nun lege ich alle Hoffnung in meine nächste Reise. Dass ich in dem Jahr wieder Abstand nehmen kann zu der Essstörung und diese beibehalte, wenn ich zurück komme. Ich denke, allein die Tatsache, dass ich wieder bei meinen Eltern gewohnt habe jetzt, war ein großes Problem.

Ich werde also nochmal weggehen, höchste Woche schon, für 9 Monate. Und ich denke, dass es neun Monate ohne Bulimie werden. Vegane Ernährung, viel Spaß und viele Erfahrungen sollen stattdessen eine Rolle spielen.

Mittlerweile ernähre ich mich wirklich ausschließlich vegan, außer bei Essbrech Anfällen. Es fällt mir kaum schwer, wo ich ja momentan ohnehin wenig unterwegs bin... wie traurig. Wenn ich daran denke, wie lebenswert mein Leben noch vor ein paar Monaten war und dass das alles verschwunden ist. Manchmal ist mein Körper so fertig, dass ich nur noch Hoffnungslosigkeit spüre. So eine tiefe Sinnlosigkeit und alles erscheint unschaffbar. Ich frage mich dann, wie ich jemals wieder sozial sein kann, normale Gespräche führe oder mal einen Tag nichts mache und damit glücklich bin. Tiefe Langeweile macht sich breit, keine Freude an garnichts mehr. Das, was mir vor kurzem noch gut tat und geholfen hat, erscheint belanglos. Ich könnte ewig so weiterschreiten.. es ist bloß so traurig zu sehen. Und das alles wegen dieser dummen Essstörung.

In Australien habe ich so gut gelernt, trotz Essstörung ein tolles Leben zu führen. Ich habe relativ normal gegessen, wodurch ich spontan sein und einfach leben konnte. Es erleichtert ungemein, wenn das eigene Essverhalten so ist, wie das jedes anderen gesunden Menschen. Wenn man Pizza ist und abends ein Bier trinkt ohne Angst. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass es IMMER geklappt hat. Nicht immer, aber meistens. Meistens stand mir meine gestörte Ernährung und der Abnehmwille nicht im Weg. Und mein Körper zeigte mir, dass das auch nicht so sein muss.
Und nun ist alles wieder furchtbar kompliziert und schwerfällig. Anstatt bei meinen Freunden zu bleiben, gehe ich abends heim, um mein Essen zu kochen. Und oft genug kam es vor, dass es nicht reichte und ich vor Hunger wach lag oder es ausartete und eine Bulimie Attacke hatte und wohl sogar Kalorien gespart hätte, wäre ich einfach bei meinen Freunden geblieben und hätte mit ihnen gegessen.

Ich fühle mich bloß so furchtbar dick. 2 Kilo mehr...

Der Knackpunkt liegt bei mir wirklich darin, dass ich a) selbst für mein Essen sorgen und verantwortlich sein muss und nicht meine Eltern und b) viel unterwegs bin, aufgaben habe und mich nützlich fühle.

Außerdem merke ich, dass viel Obst und Gemüse mir sehr gut tut. Oftmals esse ich bis abends bloß Obst und trinke Kaffee mit Sojamilch und fahre damit sehr gut und auch ohne Heißhunger. Ich trinke auch weniger während des Essens, wodurch tatsächlich Heißhunger ausbleibt. Einen Essbrechanfall wegen Heißhunger hatte ich eigentlich schon ewig nicht mehr.. es war immer mehr emotionaler Natur.

Nun, ich möchte auch hier wieder mehr schreiben und mir Rat von euch holen. Es hilft schon sehr. Denn man trägt Tag ein Tag aus ein riesiges schwarzes Geheimnis mit sich herum, wenn man bulimisch ist. Und es hilft, Gedanken dazu auszutauschen..

Noch ein paar Bilder:
Frische Früchte und Kaffee und ich bin glücklich




Mango, sojamilch, Gerstengras. Lecker und gesund!


veganer Käsekuchen

Mittwoch, 19. März 2014

Tag 168

Noch 12 Tage, zwölf. Ich kann es irgendwie kaum fassen. Einerseits diese unglaubliche Vorfreude, diese Erleichterung und die Hoffnung, dass dann alles einfacher wird. Wieder ein richtiges Zuhause haben und niemanden nerven und unabhängig leben können. Mein eigenes Essen kaufen und lagern können, in Ruhe kochen und essen können von meinem eigenen Geschirr. Meine Zimmertür schließen, wann immer ich will. Komplette Ruhe, wann immer ich will.
Andererseits habe ich Angst. Als ich letztes Jahr aufbrach, war ich nicht glücklich. Die Bulimie war riesengroß und ich hatte Probleme, glücklich und zufrieden zu sein. Glücklich und zufrieden bin ich auch hier nicht. Aber ich fürchte, dass ich wieder Essattacken bekomme, sobald ich daheim bin. Eben, weil ich es kann und es so einfach ist und dabei dann noch so gut tut.
Ich muss stark bleiben und mich an alles erinnern. An dieses schlechte Gewissen und dieses ständige Unwohlsein. Das Unwohlsein im Bauch, Wassereinlagerungen.
Ich mein, jetzt so fühle ich mich auch nicht gut. Meine Verdauung spinnt! Und sobald ich etwas mehr esse, fühle ich mich sofort unglaublich scheusslich. Wassereinlagerungen und ein aufgeblähter Bauch... dafür aber, wenn es gut bzw normal läuft, fühle ich mich absolut großartig. Keine geschwollenen Backen oder andere Bulimie bedingten Überbleibsel. Ich glaube, mein Gesicht war selten so schön, wie es jetzt ist. Wenn ich dann noch etwas mehr Normalität in meine Ernährung bekäme und aufhören würde zu schlingen... aber ganz ehrlich, ich denke, dass das zuhause besser wird. Denn da kann ich in Ruhe essen. Kann essen, was ich einkaufe und muss keine Angst haben, irgendetwas falsches zu tun in einem fremden Haushalt. Ich werde wieder in meinem Haushalt sein. Kann in aller Ruhe mein Frühstück genießen morgens ohne Angst zu haben, dass ein unbekannter durch die Tür kommt. Ich kann meine Wochenenden ausleben. Morgens Frühstück und dann tagsüber bloß Kaffee, Cola, Wasser und abends Alkohol. Irgendwie ist das mein Ding, damit fühle ich mich wohl. Es hier auszuleben, das geht irgendwie nicht. Immerzu muss ich mich rechtfertigen oder habe schlichtweg nicht die richtigen Lebensmittel dafür. Oder ich versuche zu sparen und esse anstatt bloß Obst morgens ganz viele Haferflocken. Ist ja billiger, da es mehr satt macht und weniger kostet. Versteht meine Logik nicht, sie ist nicht vorhanden...

Jedenfalls freue ich mich auf meine Kontrolle und meine Macht. Die Macht, zu entscheiden.

Gestern gabs Obst am Strand, was allerdings die reinste Tortur war. Fliegen, Sand und Wind haben das zu einem wohl einmaligen Erlebnis gemacht.






Abends dann gewohnt hektisch alles mögliche herunter geschlungen. Ganz viele Nüsse und rohes Müsli, dann eine kleine Schale Müsli mit Sojamilch, sowie ein Sandwich mit Humus, Avocado, Gurke und Sweet Chilli Sauce. Hab auch etwas Veggiemite draufgeschmiert.




Ich glaub, das wars? Weiß grad nicht mehr.. aber genau das meine ich. Es war so durcheinander, ich habe im gehen und stehen gegegessen und es nicht genossen und war letztendlich froh, als es vorbei war. Ich sehne mich so sehr danach, mich an MEINEN Tisch zu setzten mit MEINEM Geschirr und MEINEM Essen und meine RUHE zu haben dabei. Oder vielleicht Freunde oder so dabei habe. Aber nicht so. Ironischerweise liegt es ja letztendlich doch an mir, aber da bin ich dann zu geizig, jedesmal in ein Cafe oder ähnlichem zu gehen. Wie dem auch sei, bald ists vorbei...

Heute morgen habe ich mich wieder richtig unwohl gefühlt. Aufgedunsen, fett. Lag lange im Bett und hab gelesen, dann geduscht und ein Müsli zubereitet. Aber auch hier wieder ganz viele Nüsse im Gehen und Stehen gegessen. Gott, was eine furchtbare Angewohnheit. Besonders mit Nüssen!!



Den restlichen tag wird es nichts mehr geben, ich gebe mir alle Mühe. Stattdessen dann heute Abend Alkohol, den ich genießen möchte.

Jetzt gleich gehts erstmal zum Strand, wo ich vermutlich Freunde treffe. Später heim, duschen, sagen, ich würde essen und abends dann Freunde treffen und zusammen ausgehen. Cider!

Wenn ich das so durchziehe, werde ich mich morgen wohl wieder um einiges besser fühlen.
Morgen heißts dann aufstehen, vielleicht duschen, möglichst nichts essen (obwohl ich das gewiss nicht schaffe, so, wie ich mich kenne...) und rüber zum Hostel laufen. Das alles vor Zwölf! Dann zur Arbeit, irgendwann davor essen. Oder einfach auf Arbeit schnell was zwischen die Kiemen..? Allerdings kann das gefährlich werden, weil ich dann zum Überessen neige. Wenn ich es schon so kaum kontrollieren kann, würde ich mich bei dem reichhaltigen essensangebot wohl kaum beherrschen können....

Dienstag, 11. März 2014

Immernoch Tag 160 (ein Glück....)

Was war das denn heute? Ich fasse kurz zusammen: Eine Banane, eine Nektarine, unzählige Trauben, getrocknete Datteln und Feigen, Nüsse, Tee. VIEL. Dann Kichererbsen Quinoa Salat, teilweise eingewickelt und Algenpapier; viel Humus, viel Thunfisch und Seelachs (Whatthefuck), eine Kiwi.
Danach übelste Bauchschmerzen, Völlegefühl, aufgeblähte Kugel. Gehe mechanisch zur Vorratskammer, Müsliriegel in die Hand. Sehe mich um. Kotzen? Lege das Zeug zurück, gehe zum Kühlschrank, Glas Cola light. Setzte mich in die Sonne. Warte. Warte, dass mein Bauch besser wird.

Das war um zwei Uhr?

Seither nichts mehr gegessen, bloß etwas Wasser und Cola light getrunken. Im Pool geschwommen, in der Sonne gelegen, ausgiebig geduscht, Wäsche gewaschen und gepackt.

War.Das.Knapp. Haarscharf an einem Rückfall vorbei, nach ganzen 160 bulimiefreien Tagen.

Meine ganze Hoffnung ruht nun in den nächsten Tagen.

Morgen werde ich bis abends wohl heimatlos sein. Heißt, es gibt morgens ein ausgiebiges Frühstück und mittags Obst vom Supermarkt schätze ich mal. Abends eventuell einfach Müsliriegel oder Müsli. Wird ein spätes Abendessen werden, nehme ich an. Vielleicht esse ich auch mit Freunden, mal sehen.

Den Tag darauf morgens laufen, Frühstück, Strand, Arbeit. Wenig essen, normale Portionen essen.

Auf in den Kampf!


Tag 160 Ich könnte eigentlich jeden Tag das gleiche schreiben.

Ich fühle mich dick!

Vorhin habe ich eine Waage entdeckt und mich drauf gestellt und sie zeigte 48,6 an. Aber das kann nicht sein, wirklich nicht. Ich bin ja nicht bescheuert.

Irgendwie kriege ich es nicht hin. Dabei wäre es so einfach. Einfach "normal" essen. Normale Portionen, von Essen, das mich nicht aufbläht, sondern zur Abwechslung mal angenehm satt macht.

Ab Morgen wird es hoffentlich wieder normaler werden. Ich schlafe bei einem Freund, werde vermutlich ein Sandwich mit Avocado und Tomate essen, dazu einen Sojacappuccino.
Mittags besorge ich mir vermutlich einfach Obst, abends ne normale Portion von normalem Essen. Vielleicht kann ich morgens einen kleinen Lauf einlegen.

Den Tag danach werde ich wahrscheinlich arbeiten. Morgens muss ich waschen, Obst frühstücken, vielleicht zum Strand oder joggen und dann zur Arbeit. In meiner Pause gibts Abendessen. Entweder ich bestelle Pommer oÄ oder einfach Müsli.

Die Tage darauf werden wohl ähnlich sein. Essen werde ich hauptsächlich auf der Arbeit. Soll ich das Vegan sein durchziehen? Vermutlich sollte ich das. Aber es wird schwer, weil ich bei meinem letzten Besuch noch nicht vegan war und diese endlosen Diskussionen einfach nur noch nerven. Aber es wäre definitiv besser, keine fettige Käsepizza zu essen, kein Fleisch. Sondern mein Müsli, vielleicht mal Pommer, Salate. Besonders viel könnte ich von meiner Arbeit nicht essen.

Ich möchte mich einfach bloß wieder besser fühlen. Ohne aufgeblähtem Bauch, ohne endlos viel Wassereinlagerung. Ohne zusätzliche Fettpolster.

Bloß zwei, drei gute Tage und ich wäre wieder im Rennen. Ich schätze, dass ich vielleicht so 51 Kilo wiege maximal? Die 48 von der anderen Waage können wirklich unmöglich wahr sein.

Heute habe ich bereits versemmelt. Leider habe ich sogar unvegan gegessen... Mein Körper wollte gerne den geräucherten Lachs und Thunfisch aus dem Kühlschrank. Hat er bekommen... ach man. Aber lecker war das. Vielleicht tut eine Extraportion Eiweiß ganz gut. Desweiteren gab es Trauben, eine Nektarine, eine Kiwi und eine Banane. Nüsse, getrocknete Feigen und Datteln. Kichererbsen Quinoa Salat, Humus. Grünen Tee. Und nun fühle ich mich, als würde ich platzen. Das Dumme ist bloß, ich könnte noch weiter essen, wäre noch Platz im Bauch.

Es folgt wahrscheinlich nochmal eine Portion Trauben, mehr von dem Salat, eingerollt in Algenpapier mit Humus. Vielleicht noch was von dem Fisch. Das sollte es dann heute gewesen sein. Scheiß essen.

Ich freue mich wirklich wirklich darauf, wieder alles selbst in die Hand nehmen zu können. Ich mein, theoretisch könnte ich das jetzt schon. Aber es ist soviel entspannter, wenn ich meine eigenen Einkäufe habe. Vor allem auch, weil ich dann nicht immer den Drang habe, die Situation ausnutzten zu wollen. Momentan denke ich, ich müsste dieses große Essensangebot ausnutzten. Bullshit! Zuhause spare ich sogar, kaufe keine Tonnen an Obst, sondern kombiniere es und esse "normales" Essen. Hier stopfe ich mich regelrecht voll, bereite keine richtigen Mahlzeiten zu.

Es ist bloß so furchtbar durcheinander...


Allein jetzt habe ich diesen Beitrag viel zu oft unterbrochen, um irgendetwas zu essen. Mein Bauch ist so voll. Es tut noch nicht weh und ich weiß, dass es noch sehr viel voller geht. Aber normal ist das auch nicht. Es nervt. Ich möchte wieder in Ruhe essen können...
Was ich da so vor Augen habe, sind geregelte Mahlzeiten. Ein ordentliches Frühstück, normale Obstportion, ein Brötchen, Rohkost und Aufstrich. Danach angenehm satt sein, dem Körper das geben, was er braucht. Langsam noch etwas abnehmen. Momentan hangle ich mich mehr oder weniger von Tag zu Tag. Ich bin angespannt, es ist ein Spiel mit dem Feuer und ich verbrenne mich immerzu. Denn ich gebe zu oft nach, bin nicht standhaft genug. Wo ist mein Wille geblieben? Ich muss echt zusehen, dass ich meine Motivation zurückgewinne.


Gott, war der gut! 





Sonntag, 9. März 2014

Tag 158 Dicke Arme. Dicker Bauch.

Boah eh, ich fühle mich so furchtbar und trotzdem fällt es mir schwer, mich zusammenzureißen mit dem Essen. Irgendwie esse ich zuviel und zu unkontrolliert. Oder? Ich fühle mich jedenfalls so.
Morgens esse ich meistens Obst und trinke einen Soja Kaffee. Jedoch wird's immer richtig viel Obst. Wassermelone, Trauben, manchmal ne Banane, Pfirsiche und Nektarinen. Danach fühle ich mich selten gut und das ist Mist. Jedoch fühle ich mich auch nach Brot nicht gut...

Was soll ich bloß machen?

Gestern und vorgestern war ich morgens sogar laufen. Trotzdem fühl ich mich absolut furchtbar.

Zwei, drei Tage habe ich noch hier. Heute Abend bin ich zum Essen eingeladen, wie ich es hasse. Allerdings, komischerweise, klappt es meist besser dann. Ich hoffe es zumindest.

Heute habe ich bisher Wassermelone, viele Trauben, Nektarine und Pfirsich mit Sojacappuccino gegessen. Außerdem eine Schale Kichererbsen Quinoa Salat. Das sollte es dann erstmal bis heute Abend gewesen sein. Ich hoffe, ich bleibe standhaft.
Morgen versuche ich, morgens wieder laufen zu gehen. Danach duschen, Obst und Kaffee. Ne kleine Stadttour, wenig Abendessen und Drinks. Wir gehen aus. Dienstag einfach versuchen, morgens nochmal laufen zu gehen, wenig zu essen und abends dann zum Flughafen. Sollte klargehen. Und dann gehts los, weniger essen, kontrollierter essen. Hoffe ich!

Wieviel ich wohl wiege? Ich habe solch eine Sehnsucht nach dem Dünnsein, das glaubt ihr garnicht. Wie gern ich wieder dünn wär... diese Unwissenheit macht mich krank...

gesundes Essen....

Paradies!
Meine Heimkehr rückt nun wirklich immer näher und ein Gemisch aus Vorfreude und Angst macht sich breit. Einerseits freue ich mich unglaublich, wieder in mein sicheres Zuhause zu kommen, wo ich leben kann, wie ich will und frei bin. Wo ich Aufgaben und einen Alltag habe. Einen Job, Uni und Freunde. Andererseits habe ich Angst, dass ich Bulimie zurück kommt. Dass ich wieder in meiner komischen Parallel Welt versinke, unzufrieden bin. Und ein wenig Sehnsüchtig werde ich auch, wenn ich daran denke, all das hier zurück zu lassen.

Alles wird gut.

Donnerstag, 6. März 2014

Tag 155 Zugenommen?

Ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick dick dick. Keine Ahnung, ob ich wirklich zugenommen habe und keine Ahnung, in wie weit das Wasser ist. Auch mein Bauch spinnt zur Zeit. Und ich esse wesentlich mehr, als mir lieb ist. Dazu noch Alkohol... Und ich habe andauernd Sodbrennen. Irgendwas stimmt ganz gewaltig nicht.

Heute Nacht konnte ich irgendwie nicht wirklich gut schlafen. War erst gegen vier im Bett und bereits um 9 wieder wach. Fühl mich wie gerädert.. dazu noch dieses Völlegefühl die ganze Zeit. Bäh bäh bäh
Kann es kaum erwarten, wenn wieder bessere Zeiten anbrechen. wenn ich wieder alles unter Kontrolle habe. Obwohl ich es hier eigentlich recht gut kontrollieren könnte, wenn ich wollte. Ich müsste bloß öfters mal nein sagen, wenn ich nein sagen kann.

Morgen.

Beziehungsweise Heute.

Denn noch ist heute nicht vorbei und ich muss mich echt zusammenreißen, denn heute steht noch abends ausgehen auf dem Plan. Mit Dinner. Aber ich werde gucken, dass ich da irgendwie drum herum komme. Gerade kann ich mir nicht vorstellen, jemals wieder hungrig zu sein. Habe sehr gesund, dafür aber viel zu viel gegessen. Unmengen an getrockneten Datteln und Feigen, Rosinen, dann Trauben, 2 Nektarinen, 1 riesige Kiwi, Viertel Wassermelone und einen Soja Cappuccino mit wenig Milch. Okay, eigentlich ist das echt nicht so viel. Aber diese Datteln haben schon ordentlich Kalorien. Aber ich brauchte das einfach heute mal, um meine Verdauung etwas zu ölen...
Werde dann jetzt erstmal nichts mehr essen. Es ist halb 2, wenn ich bis abends nicht esse, werde ich gewiss wieder etwas Platz für eine Kleinigkeit haben. Und beim Alkohol werde ich mich an maximal 1-2 Cider oder Wein oder so halten. Sollte den Rahmen jetzt nicht so arg sprengen...

Morgen würde ich gerne morgens wieder laufen. Dann duschen, frühstücken und raus. Wie toll wäre es, zum Frühstück mal nur eine Banane oder so zu essen?! Ich liebe es zwar momentan, morgens Toast mit Humus und Avocado zu essen, dazu Obst, Sojakaffee und vielleicht noch ein zweites Toast mit Tahini und Feigenmarmelade. Aber irgendwie geht es mir danach selten gut. Oft habe ich Sodbrennen und ich fühle mich absolut vollgestopft. Vielleicht mache ich mir auch einfach ein Müsli mit Banane, wenig Cornflakes? So als Alibi? Dieses Normal Essen ohne Waage macht mich verrückt. Scheiße man.

Ich möchte doch bloß wieder dünn sein...

Ich freue mich schon so darauf, wenn ich mir mein Essen wieder zu hundert Prozent selbst zusammenstellen kann. Wenn es morgens eine große Schale Obst gibt, vielleicht etwas Sojajoghurt, Leinsamen, grünen Tee. Später oder davor einen Sojacappuccino. Snacks in Form von getrockneten oder frischen Früchten, ein Brot, etwas veganen Kuchen oder wenn ich Lust auf richtig Mittag hab, dann viel Gemüse, Kartoffeln, reis, Whatever. Abends viel Gemüse, Tofu, Sojawürstchen etc. Viel Tee, Viel Kaffee, Cola light bei Süßlust.
Das ganze dann solange, bis ich mich wieder besser fühle. Bis die Waage etwas um 48 anzeigt, da würde ich gerne erstmal wieder hin. Viel mit Freunden unterwegs sein, Spaß haben, leckeres veganes Essen genießen. Veganismus ist auch echt ein super Grund, weshalb man oft nicht mitessen kann. Das könnte tatsächlich nochmal helfen in einigen Fällen.

Wenn ich an all das denke, bekomme ich richtig Heimweh. Ich sehne mich nach meiner Ruhe, nach meiner Kontrolle und nach meiner Sicherheit. Es ist ganz schön schwer, die Rolle einer Gesunden zu spielen, wenn ich nicht gesund bin. Ich mein, ich liebe essen. Ich liebe es, einen gedeckten Tisch zu haben, verschiedene Dinge zu probieren und zu schlemmen. Aber ich hasse das Völlegefühl und diese Angst, die damit verbunden ist. Nach dem Essen gehts mir selten gut. Entweder der Bauch mach Probleme oder das Gewissen. Ich sehne mich so sehr danach, einfach morgens aufzustehen, laufen zu gehen und in aller Ruhe ein schönes ausgedehntes Frühstück zu haben. Und sei es nur mit mir selbst.  Danach rausgehen, Freunde treffen, Kaffee trinken gehen, Arbeit, Uni, was auch immer. Abends heim, ein gesundes Abendessen, fertig.

Gleichzeitig genieße ich diese Zeit momentan auch. Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr erbrochen oder einen richtigen Fressanfall gehabt. Außer das eine Mal mit dem Müsli, das war übel. Aber ansonsten läuft es recht normal ab. Ich lebe. Ich habe eine gute Zeit und überrasche mich selbst, wie normal essen doch sein kann. Andererseits macht genau das mir unglaubliche Angst. Es ist ja nicht für immer..

Also, was lernen wir nun? Nein sagen, wenn ich nein sagen kann. Versuchen, weniger Brot zu essen. Vielleicht gehts dann meinem Bauch besser... Alkohol ist schwierig! Allerdings bin ich ja nur noch bis Dienstag hier, es ist echt nicht mehr so lange also. Und danach klappts hoffentlich etwas besser.

Roman Ende.


Montag, 3. März 2014

Tag 152 49,8 endlos Appetit und Sport

Believe it or not, ich war heute morgen laufen. Endlich mal wieder! Die neuen Schuhe sind richtig klasse, haben mir leider aber eine Blase am kleinen Zeh verschafft.
Danach habe ich die Wäsche gemacht, ausgiebig geduscht und gefrühstückt. Es gab den Rest Wassermelone, Karotten, einen großen Soja Cappuccino, grünen Tee, paar Trauben, Mandeln, getrocknete Feigen und Datteln und eben noch einen Smoothie aus Banane, Beeren und etwas Kokos.


Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Waage sagte erst 50,5, nach dem Laufen 49,8 und nach dem Duschen 49,3 an. Find ich okay, hatte mit mehr gerechnet. Damit kann man arbeiten!

Was heute noch passiert? Wohlmöglich Treff ich gegen drei ein paar Freunde und werde mit denen den restlichen Tag verbringen. Also doch kein kochen mit meiner WG? Ich bin verwirrt. Auf jedenfall wird es mich beschäftigen, kann grad mal wieder nicht aufhören zu essen. Trauben Trauben Trauben.

Die nächsten Tage wird es essenstechnisch hoffentlich besser. Ich werde dann nämlich bei den Freunden wohnen und kann mich nichtmehr rund um die Uhr vollstopfen, sondern esse geregelter. Kann dann zwar nicht sonderlich entscheiden, was ich esse. Aber solange es kleine Portionen sind, sollte das kein Ding sein. Plus Sport natürlich!