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Montag, 14. Juli 2014

Tag5 und worst Körperfeeling ever

Oh man, ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick... und da kommt dann normalerweise die Bulimie ins Spiel. Aber ich muss stark bleiben. Jedesmal schaffe ich es bis zum 4. oder 5. Tag und dann habe ich einen Rückfall, dem leider weitere übele Tage folgen. Das Resultat? Ich fühle mich schlecht. Ich werde dicker, ich fühle mich kraftlos und sinnlos und bin einfach nur enttäuscht und traurig. Die Tage darauf sind der Horror, ich traue mich kaum unter Freunde und isoliere mich. Und das alles, weil ich in einem schwachen Moment dachte "Warum nicht". Ja ernsthaft, mehr ist es nicht. Ich denke mir, dass ich ohnehin Zeit habe, genug Lebensmittel da habe und es mir dadurch besser geht. Ein wenig besser geht es mir tatsächlich, aber nur kurz. Es ist wie ein Rausch und sobald der vorbei ist und die Realität sichtbar wird, fängt das eigentliche Grauen an.

Nun, ein bisschen muss ich noch durchhalten. Noch etwa 2 Wochen, dann darf ich endlich in die Freiheit und fliege nach Australien. 2 Wochen. Es wäre so toll, wenn ich diese zwei Wochen bulimiefrei überstehen würde.. aber wenn ich am 5. Tag schon so strauchle..

Heute habe ich viel Obst gegessen bisher. Einen Sojacappuccino, ein paar Haferflocken und etwas Reis mit Gurke, in Algenpapier gewickelt. Ich esse viel Rohkost, viel frisches Obst und Tomaten oder Gurke zum Knabbern. Denn, auch wenn es anfangs einen dicken Bauch macht durch die Verdauung, so tut es doch langfristig gut. Meine Verdauung arbeitet, es erfrischt und gibt meinem Körper all dieNährstoffe, die er braucht. Das vegane Leben ist wirklich nicht schwer, wenn man es so sieht. ich denke, es wird schwerer, wenn ich wirklich wieder in die richtige Welt komme, wo man normal kocht und mit Leuten unterwegs ist. Spontan irgendwo isst, an Buffets kommt oder zu Veranstaltungen, auf denen an Veganer nicht gedacht wurde. Aber ich merke auch, wie sich diese Einstellung zum Essen und meiner Umwelt einbrennt. Das Gewissen meldet sich. Fleisch würde ich weiß Gott nicht wieder anrühren. Milch und Käse mag ich nicht einmal pur. Allerdings mag ich Pizza, Gebäck. Vor allem mag ich es, frei zu sein. Und doof gesagt, aber manchmal ist man das als Veganer eben nicht. Komme ich in ein normales Restaurant, kann ich Salat ohne Joghurt Dressing oder Pommer bestellen. Oder Pasta ohne Butter, Sahne und Käse. Manchmal schränkt es ein. Aber seien wir mal ehrlich: Es nimmt einem auch vielerlei Entscheidungen ab, die uns Essgestörten ohnehin schwer fallen.

Nun, Vegansein strengt mich momentan absolut nicht an. Bulimieanfälle, da esse ich meist doch alles querbeet. Aber was neu ist: Ich fühle mich schlecht. Ich greife eher zu den Salzstangen als zu den Chips wo Milch oder Tierprodukte drin sein können manchmal. Oder lasse die Schokekse komplett stehen. Ich denke, wenn ich wieder alleine wohne und mir nicht alle Lebensmittel teile (ich kaufe auch das meiner Mitbewohner nach, total bescheuert), dann wird das Problem einfach nicht mehr da sein. Und in Australien siegt mein Geizhals: Zu teuer!

Noch ein paar Essensbilder der letzten Tage:

Frühstück letztens: Veganer Blaubeerekuchen, Minze-Ingwer-Grüntee, paar Erdbeeren und Kirschen

Abendessen: In Algenpapier gewickeltes gedünstetes Gemüse mit Sojajoghurt und Sweet Chili Sauce



Grüntee mit frischer Minze und Ingwer

Frische Melone

Gefrohrene Jackfruit aus dem Asiashop, so lecker!


Banane, gefrohrene Himbeeren, frische Brombeeren und Gerstengraspulver

Und so sehen die Rollen vor dem Rollen aus

Frühstück heute: frisches Obst und Sojamilchkaffee

Montag, 7. Juli 2014

Ich komme nicht klar.

Viel zu sehr nimmt mich die Bulimie ein und ich stelle fest, dass genau DAS mitunter das Problem für mich in Deutschland ist. Ob es an der alten Umgebung liegt, meinen Eltern oder einfach an mir selbst.. das weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Bulimie riesengroß ist und mein Denken bestimmt. Mich einnimmt, mich umspontan und alleine macht. Wie konnte es bloß so weit kommen?
Nun lege ich alle Hoffnung in meine nächste Reise. Dass ich in dem Jahr wieder Abstand nehmen kann zu der Essstörung und diese beibehalte, wenn ich zurück komme. Ich denke, allein die Tatsache, dass ich wieder bei meinen Eltern gewohnt habe jetzt, war ein großes Problem.

Ich werde also nochmal weggehen, höchste Woche schon, für 9 Monate. Und ich denke, dass es neun Monate ohne Bulimie werden. Vegane Ernährung, viel Spaß und viele Erfahrungen sollen stattdessen eine Rolle spielen.

Mittlerweile ernähre ich mich wirklich ausschließlich vegan, außer bei Essbrech Anfällen. Es fällt mir kaum schwer, wo ich ja momentan ohnehin wenig unterwegs bin... wie traurig. Wenn ich daran denke, wie lebenswert mein Leben noch vor ein paar Monaten war und dass das alles verschwunden ist. Manchmal ist mein Körper so fertig, dass ich nur noch Hoffnungslosigkeit spüre. So eine tiefe Sinnlosigkeit und alles erscheint unschaffbar. Ich frage mich dann, wie ich jemals wieder sozial sein kann, normale Gespräche führe oder mal einen Tag nichts mache und damit glücklich bin. Tiefe Langeweile macht sich breit, keine Freude an garnichts mehr. Das, was mir vor kurzem noch gut tat und geholfen hat, erscheint belanglos. Ich könnte ewig so weiterschreiten.. es ist bloß so traurig zu sehen. Und das alles wegen dieser dummen Essstörung.

In Australien habe ich so gut gelernt, trotz Essstörung ein tolles Leben zu führen. Ich habe relativ normal gegessen, wodurch ich spontan sein und einfach leben konnte. Es erleichtert ungemein, wenn das eigene Essverhalten so ist, wie das jedes anderen gesunden Menschen. Wenn man Pizza ist und abends ein Bier trinkt ohne Angst. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass es IMMER geklappt hat. Nicht immer, aber meistens. Meistens stand mir meine gestörte Ernährung und der Abnehmwille nicht im Weg. Und mein Körper zeigte mir, dass das auch nicht so sein muss.
Und nun ist alles wieder furchtbar kompliziert und schwerfällig. Anstatt bei meinen Freunden zu bleiben, gehe ich abends heim, um mein Essen zu kochen. Und oft genug kam es vor, dass es nicht reichte und ich vor Hunger wach lag oder es ausartete und eine Bulimie Attacke hatte und wohl sogar Kalorien gespart hätte, wäre ich einfach bei meinen Freunden geblieben und hätte mit ihnen gegessen.

Ich fühle mich bloß so furchtbar dick. 2 Kilo mehr...

Der Knackpunkt liegt bei mir wirklich darin, dass ich a) selbst für mein Essen sorgen und verantwortlich sein muss und nicht meine Eltern und b) viel unterwegs bin, aufgaben habe und mich nützlich fühle.

Außerdem merke ich, dass viel Obst und Gemüse mir sehr gut tut. Oftmals esse ich bis abends bloß Obst und trinke Kaffee mit Sojamilch und fahre damit sehr gut und auch ohne Heißhunger. Ich trinke auch weniger während des Essens, wodurch tatsächlich Heißhunger ausbleibt. Einen Essbrechanfall wegen Heißhunger hatte ich eigentlich schon ewig nicht mehr.. es war immer mehr emotionaler Natur.

Nun, ich möchte auch hier wieder mehr schreiben und mir Rat von euch holen. Es hilft schon sehr. Denn man trägt Tag ein Tag aus ein riesiges schwarzes Geheimnis mit sich herum, wenn man bulimisch ist. Und es hilft, Gedanken dazu auszutauschen..

Noch ein paar Bilder:
Frische Früchte und Kaffee und ich bin glücklich




Mango, sojamilch, Gerstengras. Lecker und gesund!


veganer Käsekuchen

Dienstag, 24. Juni 2014

Tag5 obligatorisches "ich lebe noch"

Wie fange ich an? Nun, ich atme, mein Herz schlägt, ich lebe. Aber wie man vielleicht schon an meinem letzten Beitrag vermuten konnte: Ich bin eingebrochen. Die Bulimie hat mich wieder. Ein paar meist heftige Wochen liegen hinter mir, viel Erbrechen, isolieren und eine Gewichtszunahme.
Mittlerweile bin ich bei 52 Kilo wieder, aber es fällt ein Glück. Heute ist der 5te Tag ohne Übergeben. Vorgestern war ich sogar 45 Minuten joggen! Außerdem bin ich nun offiziell Veganer, aber es ist nach wie vor ein Prozess. Normalerweise mag ich keine Extrawurst verlangen und finde Essen ablehnen einfach unhöflich. Besonders, weil es auf so viel Unverständnis trifft. Aber ich mache mich. Bloß ist es so, wie damals mit dem Rauchen: Man kann sich noch nicht identifizieren. Wenn ich mich "Veganer" nenne, klingt das einfach fremd. Genau wie damals, als ich auf einmal "Raucher" war. Ich habe sehr lange heimlich für mich geraucht, ehe es mir in der Öffentlichkeit nichts mehr ausmachte.
Nun lese ich viel über das, was in deutschen Bauernhöfen, Fabriken und Supermärkten passiert und suche jede Menge Tipps. Ich bin noch am Anfang und freue mich über alles Wissen, das langjährige Veganer nunmal haben. Besonders, wenn es um so versteckte Produkte im Supermarkt oder Gerichte Im Restaurant oder sowas geht. Immer her damit!

Außer, dass ich nun vegan esse, esse ich auch meist Obst und Gemüse. Mein Morgen beginnt oft mit einem Sojakaffee und frischem Obst. Danach trinke ich erstmal Wasser und lege nochmal Obst und Kaffee nach oder mache einen Smoothie bzw Milkshake. Dann snacke ich so durch den Tag und abends gibt es dann viel Gemüse, Kartoffeln, Tofu oder das, was es eben bei Freunden oder im Restaurant gibt. Sport mache ich eher weniger. Viel Radfahren, so ca einmal die Woche joggen.

Außerdem gehe ich zurück nach Australien! Deutschland tut mir einfach (wie man sieht) nicht gut. Und wenn ich nächstes Jahr zurück bin gehe ich das ganze anders an. Kein wiedereinziehen bei den Eltern, auch, wenn es Geld spart. Lieber was eigenes, übergangsmäßiges suchen und eigenständig sein. Seine eigenen Lebensmittel kaufen, sich nicht von den Eltern wie eine 16jährige behandeln lassen und einfach auch Abstand zu diesen Menschen behalten, die mich komischweise trotz ihrer Liebe unglaublich krass in diese kranke Welt zurückpushen. Viele Essattacken wurden durch Streitereien ausgelöst! Oder durch schlechtes Gewissen, weil ich eine Kartoffel von Papas essen aß, die gebuttert war. Und Butter ist nicht vegan... Irgendwie nehmen die mein Vegansein auch garnicht ernst und diskutieren die ganze Zeit darüber. Ich fühle mich nicht ernstgenommen. Dabei sind sie diejenigen, die nicht klarkommen. Mein Vater hängt nur auf der Couch, selbst bei diesem Bombenwetter und trinkt viel zu viel Wein. Meine Mutter sucht verzweifelt einen Mann und redet von nichts anderem, hat ein Internetdate nach dem nächsten. Wenn ich mich mit den beiden unterhalte, ist es sehr anstrengend und mir geht trotz Australien Energie Schub so langsam die Puste aus. So traurig es ist, bei den beiden zu sein, tut mir nicht gut. Ich möchte ihnen nicht alle Schuld zu sprechen. Aber sie tragen erheblich dazu bei!

Nun sieht es so aus, dass ich hier noch ein paar Dinge kläre und dann abhaue. Roadtrip, erstmal locker dann für Farmer arbeiten und dann zurück zu meiner alten Arbeit und von dortaus nächsten Frühling in Deutschland bewerben. Und wenn ich dann zurückkomme, suche ich sofort eine eigene Wohnung und mache mein eigenes Ding. Und mein eigenes Ding, ist ein Leben ohne Bulimie.
Noch ein paar Bilder der letzten Tage:

Typisches Frühstück:
Bild Bild

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Veganer Kuchen:

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Ich werde nun öfters was von mir hören lassen. Macht es gut!

Samstag, 19. April 2014

Tag 199 Rückfall und Deutschland

Zurück in Deutschland, seit ein paar Tagen nun schon und in mir drin ist alles durcheinander. So groß war das Heimweh und an meinem letzten Tag war es verschwindend gering. Es fühlte sich falsch an, zu gehen. Wie aufgeben.
Dann kam ich zurück, habe geweint, es fühlte sich falsch an. Ich fühlte mich fremd mit meiner Sorglosigkeit und meinem Strahlen im Gesicht. Lief auf der falschen Seite der Straße und sprach jeden an und keiner antwortete mir.
Es fühlt sich nach wie vor falsch an. Die Essstörung ist nun wieder riesengroß, ich werde wieder härter, innerlich wie äußerlich. Als würde ich das brauchen, um in Deutschland klar zu kommen. Mit Erschrecken stelle ich fest, dass mein Lächeln verschwindet, dass ich nach dem zwanzigsten rücksichtslosen Menschen am Tag einfach nicht mehr freundlich sein kann. Obwohl ich es innen drin bin, also, schon. Aber wenn einem den ganzen Tag ernste starre Mienen begegnen, Leute in dich reinlaufen und dich nichtmal angucken und höchstens ein Entschuldigung nuscheln (eigentlich gucken sie dich meist böse an und schieben dir die Schuld zu), kann ich irgendwann nicht mehr. Es macht einem zu schaffen, es tut einem fast weh. Man möchte doch nur etwas Wärme erfahren, aber Deutschland ist kalt und locker 60% der Bevölkerung ist kalt nach außen hin. Fremden gegenüber. Selbst untereinander. Wo ist das lächeln auf den Lippen, das Lachen?

Mit Erschrecken stelle ich auch fest, dass ich langsam doch ankomme. Dass ich wieder in diese Kreise eintauche, in denen ich vorher war. Dass alte Ziele und Werte wieder aufleuchten. Australien verschwindet in der Ferne und das tut unglaublich weh. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, mir hier eine neue Wohnung zu suchen und mich einzuigeln in dem deutschen Trott. Und zu hoffen, dass doch ein bisschen was von meiner Lebensfreude erhalten blieb und ich sorgloser leben kann hier.

Dann wiederum erinnere ich mich an die Erinnerung an Australien. Klingt kompliziert, ist es auch. Das alles ist so weit weg. Ich erinnere mich bloß, dass ich glücklicher war. Ich habe zwar vieles vermisst, aber innen drin, da ging es mir gut. Vor allem (und das wird mir erst jetzt wirklich klar, wo die Essstörung wieder größer wird) konnte die Lebensfreude mir das Essen erleichtern. Heißt nicht, dass ich mit mir zufrieden war. Aber es war okay. Ich konnte essen. Ich habe mich zum fast ersten Mal in meinem Leben bewusst ernährt. Und das fällt mir erst jetzt auf, wo ich das nicht mehr hinbekomme. Wie ernährt man sich? Wie lebt man spontan, wie trifft man Freunde und kombiniert das mit seinen Essplänen? Ich bin aufgeschmissen. In Australien war es so einfach und hier.. hier versinke ich wieder in der Essstörung. Ich hatte sogar einen Bulimierückfall, wenn auch einen kleinen. Aber es war Bulimie. Trotzdem erlaube ich mir, die Tage weiter zu zählen. Es heißt ab nun an eben: "Ich habe nun fast 200 Tage geschafft, in denen ich nur einen Rückfall hatte". Ich hoffe, es hilft...

Wie ich nun weiter mache? Nun, ich erledige, was zu erledigen ist und rede mir die Sache mit Wohnung hier suchen und in Deutschland bleiben so gut es geht aus. Stattdessen suche ich eine Möglichkeit, nochmal zurück zu können. Dieses Hin und Her ist bloß unheimlich anstrengend und lässt mich irgendwie nicht richtig ankommen und nicht richtig fern bleiben.

Essen tue ich nun wieder mehr und mehr wie vor meiner Reise. Das Erlernte verschwindet Tag um Tag und zurück kehre ich in alte Muster. Ich merke den Fortschritt meines Körpers. Er brauch nun mehr Nahrung, da er ja nun länger mehr bekommen hat. Er ist hungriger. Und genau das macht mir Angst. Ich bin es nicht gewohnt, meinen Körper mit diesem Hunger und meinen Kopf mit den alten Gedanken unter einem Dach zu haben. Versucht mal von nur Obst morgens satt zu werden. Ich scheitere. Ich nehme mir ein Brötchen und fühle mich schrecklich und schuldig, obwohl ich in Australien zwei aß und ne Stunde später wieder Hunger hatte und noch mehr aß. Aber hier in Deutschland fällt "normal" Essen unglaublich schwer. Meistens esse ich Obst und Gemüse und lege Treffen so, dass da nichts dazwischen kommt. Und ich hasse mich dafür. Und ich muss das ändern. Denn ganz im Ernst, meistens geht der Plan ja doch in die Hose und man tut besser daran, mit Freunden und Familie zusammen zu essen und sich bei normalem zu beherrschen, anstatt eine Mega Portion Gemüse zu essen und den gesamten Abend von Heißhunger geplagt zu werden.

Ich möchte es schaffen, hier normal zu leben. Das Blöde ist, ich glaube, dass eine eigene Wohnung mir mehr als helfen würde. Es würde mir helfen, in jenes Leben hinein zu kommen. Was soll ich bloß tun?

Goodbye my Love

Frühstück, Standart: Obst, Sojamilchkaffee

Montag, 17. März 2014

Tag 166 So manches.

Und so schnell geht es, das abnehmen, wenn man nun recht lange recht normal gegessen hat.
Wieviel ich wiege, weiß ich nicht. Aber unter 50 Kilo auf jedenfall. Ich fühle mich gut, das ist das wichtigste dabei. Ich kann unter die Leute gehen, ohne mich unsagbar fett zu fühlen und meinem Bauch geht es auch so viel besser, unglaublich.

Das einzige, was mich stört, ist die Tatsache, dass ich gerade auf den Veganismus scheiße. Ich esse Fleisch, Eier und Käse und trinke Milch und mein Gewissen macht nur ganz ganz Leise Protest. Viel zu sehr genieße ich es, normale Dinge zu essen und mir Pizza zu gönnen und nicht verzichten zu müssen.

Gestern gegessen: Karotte, Pflaumen, Erdbeeren, Cranberries und getrocknete Pflaume; Rest Reis mit Soße, kleiner Pie, Stück Brot dazu schwarzen Tee; Kaffee mit Sojamilch; Salat mit Kürbis und Fetakäse, paar Pommer und fried Squid

Heute bisher: paar Stücke Wurst, Grapefruit, paar Cranberries, Mandeln, Cashews und schwarzen Tee; Scheibe Brot mit Avocado, Light Ricotta, Spinatsalat und Gurke; Schälchen Müsli mit Cornflakes und light Milch

Und ja, mein Heimweh ist unendlich! Ich zähle wirklich die Tage, die ich noch arbeiten muss. Die Tage, bis ich wieder daheim bin, in alter Umgebung, bei Freunden und Familie und mein richtiges Leben weiterleben kann. Im Ausland zu sein ist unglaublich toll und ich genieße es wirklich, im Paradies zu sein und tolles Wetter zu haben. Aber es ist nun einmal nicht mein Zuhause. Ich habe kein Zuhause hier und den Job, den ich jetzt habe könnte ich niemals langfristig durchziehen. Für den Moment ist es okay und gutes Geld. Aber es ist unglaublich anstrengend und Kräftezehrend. Da lobe ich mir doch meinen einfachen Cafe Job in Deutschland.

Heute werde ich außerdem nochmal umziehen, ein anderer Host, für eine Nacht. Morgen dann vermutlich ins Hostel, den ganzen restlichen Tag Strand. Wassermelone, Obst, Strand, vielleicht ein paar Freunde treffen und endlich mal meine Ruhe im Hostel haben. Mal sehen, wie lange ich dort bleibe...


Sonntag, 9. März 2014

Tag 158 Dicke Arme. Dicker Bauch.

Boah eh, ich fühle mich so furchtbar und trotzdem fällt es mir schwer, mich zusammenzureißen mit dem Essen. Irgendwie esse ich zuviel und zu unkontrolliert. Oder? Ich fühle mich jedenfalls so.
Morgens esse ich meistens Obst und trinke einen Soja Kaffee. Jedoch wird's immer richtig viel Obst. Wassermelone, Trauben, manchmal ne Banane, Pfirsiche und Nektarinen. Danach fühle ich mich selten gut und das ist Mist. Jedoch fühle ich mich auch nach Brot nicht gut...

Was soll ich bloß machen?

Gestern und vorgestern war ich morgens sogar laufen. Trotzdem fühl ich mich absolut furchtbar.

Zwei, drei Tage habe ich noch hier. Heute Abend bin ich zum Essen eingeladen, wie ich es hasse. Allerdings, komischerweise, klappt es meist besser dann. Ich hoffe es zumindest.

Heute habe ich bisher Wassermelone, viele Trauben, Nektarine und Pfirsich mit Sojacappuccino gegessen. Außerdem eine Schale Kichererbsen Quinoa Salat. Das sollte es dann erstmal bis heute Abend gewesen sein. Ich hoffe, ich bleibe standhaft.
Morgen versuche ich, morgens wieder laufen zu gehen. Danach duschen, Obst und Kaffee. Ne kleine Stadttour, wenig Abendessen und Drinks. Wir gehen aus. Dienstag einfach versuchen, morgens nochmal laufen zu gehen, wenig zu essen und abends dann zum Flughafen. Sollte klargehen. Und dann gehts los, weniger essen, kontrollierter essen. Hoffe ich!

Wieviel ich wohl wiege? Ich habe solch eine Sehnsucht nach dem Dünnsein, das glaubt ihr garnicht. Wie gern ich wieder dünn wär... diese Unwissenheit macht mich krank...

gesundes Essen....

Paradies!
Meine Heimkehr rückt nun wirklich immer näher und ein Gemisch aus Vorfreude und Angst macht sich breit. Einerseits freue ich mich unglaublich, wieder in mein sicheres Zuhause zu kommen, wo ich leben kann, wie ich will und frei bin. Wo ich Aufgaben und einen Alltag habe. Einen Job, Uni und Freunde. Andererseits habe ich Angst, dass ich Bulimie zurück kommt. Dass ich wieder in meiner komischen Parallel Welt versinke, unzufrieden bin. Und ein wenig Sehnsüchtig werde ich auch, wenn ich daran denke, all das hier zurück zu lassen.

Alles wird gut.

Donnerstag, 6. März 2014

Tag 155 Zugenommen?

Ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick dick dick. Keine Ahnung, ob ich wirklich zugenommen habe und keine Ahnung, in wie weit das Wasser ist. Auch mein Bauch spinnt zur Zeit. Und ich esse wesentlich mehr, als mir lieb ist. Dazu noch Alkohol... Und ich habe andauernd Sodbrennen. Irgendwas stimmt ganz gewaltig nicht.

Heute Nacht konnte ich irgendwie nicht wirklich gut schlafen. War erst gegen vier im Bett und bereits um 9 wieder wach. Fühl mich wie gerädert.. dazu noch dieses Völlegefühl die ganze Zeit. Bäh bäh bäh
Kann es kaum erwarten, wenn wieder bessere Zeiten anbrechen. wenn ich wieder alles unter Kontrolle habe. Obwohl ich es hier eigentlich recht gut kontrollieren könnte, wenn ich wollte. Ich müsste bloß öfters mal nein sagen, wenn ich nein sagen kann.

Morgen.

Beziehungsweise Heute.

Denn noch ist heute nicht vorbei und ich muss mich echt zusammenreißen, denn heute steht noch abends ausgehen auf dem Plan. Mit Dinner. Aber ich werde gucken, dass ich da irgendwie drum herum komme. Gerade kann ich mir nicht vorstellen, jemals wieder hungrig zu sein. Habe sehr gesund, dafür aber viel zu viel gegessen. Unmengen an getrockneten Datteln und Feigen, Rosinen, dann Trauben, 2 Nektarinen, 1 riesige Kiwi, Viertel Wassermelone und einen Soja Cappuccino mit wenig Milch. Okay, eigentlich ist das echt nicht so viel. Aber diese Datteln haben schon ordentlich Kalorien. Aber ich brauchte das einfach heute mal, um meine Verdauung etwas zu ölen...
Werde dann jetzt erstmal nichts mehr essen. Es ist halb 2, wenn ich bis abends nicht esse, werde ich gewiss wieder etwas Platz für eine Kleinigkeit haben. Und beim Alkohol werde ich mich an maximal 1-2 Cider oder Wein oder so halten. Sollte den Rahmen jetzt nicht so arg sprengen...

Morgen würde ich gerne morgens wieder laufen. Dann duschen, frühstücken und raus. Wie toll wäre es, zum Frühstück mal nur eine Banane oder so zu essen?! Ich liebe es zwar momentan, morgens Toast mit Humus und Avocado zu essen, dazu Obst, Sojakaffee und vielleicht noch ein zweites Toast mit Tahini und Feigenmarmelade. Aber irgendwie geht es mir danach selten gut. Oft habe ich Sodbrennen und ich fühle mich absolut vollgestopft. Vielleicht mache ich mir auch einfach ein Müsli mit Banane, wenig Cornflakes? So als Alibi? Dieses Normal Essen ohne Waage macht mich verrückt. Scheiße man.

Ich möchte doch bloß wieder dünn sein...

Ich freue mich schon so darauf, wenn ich mir mein Essen wieder zu hundert Prozent selbst zusammenstellen kann. Wenn es morgens eine große Schale Obst gibt, vielleicht etwas Sojajoghurt, Leinsamen, grünen Tee. Später oder davor einen Sojacappuccino. Snacks in Form von getrockneten oder frischen Früchten, ein Brot, etwas veganen Kuchen oder wenn ich Lust auf richtig Mittag hab, dann viel Gemüse, Kartoffeln, reis, Whatever. Abends viel Gemüse, Tofu, Sojawürstchen etc. Viel Tee, Viel Kaffee, Cola light bei Süßlust.
Das ganze dann solange, bis ich mich wieder besser fühle. Bis die Waage etwas um 48 anzeigt, da würde ich gerne erstmal wieder hin. Viel mit Freunden unterwegs sein, Spaß haben, leckeres veganes Essen genießen. Veganismus ist auch echt ein super Grund, weshalb man oft nicht mitessen kann. Das könnte tatsächlich nochmal helfen in einigen Fällen.

Wenn ich an all das denke, bekomme ich richtig Heimweh. Ich sehne mich nach meiner Ruhe, nach meiner Kontrolle und nach meiner Sicherheit. Es ist ganz schön schwer, die Rolle einer Gesunden zu spielen, wenn ich nicht gesund bin. Ich mein, ich liebe essen. Ich liebe es, einen gedeckten Tisch zu haben, verschiedene Dinge zu probieren und zu schlemmen. Aber ich hasse das Völlegefühl und diese Angst, die damit verbunden ist. Nach dem Essen gehts mir selten gut. Entweder der Bauch mach Probleme oder das Gewissen. Ich sehne mich so sehr danach, einfach morgens aufzustehen, laufen zu gehen und in aller Ruhe ein schönes ausgedehntes Frühstück zu haben. Und sei es nur mit mir selbst.  Danach rausgehen, Freunde treffen, Kaffee trinken gehen, Arbeit, Uni, was auch immer. Abends heim, ein gesundes Abendessen, fertig.

Gleichzeitig genieße ich diese Zeit momentan auch. Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr erbrochen oder einen richtigen Fressanfall gehabt. Außer das eine Mal mit dem Müsli, das war übel. Aber ansonsten läuft es recht normal ab. Ich lebe. Ich habe eine gute Zeit und überrasche mich selbst, wie normal essen doch sein kann. Andererseits macht genau das mir unglaubliche Angst. Es ist ja nicht für immer..

Also, was lernen wir nun? Nein sagen, wenn ich nein sagen kann. Versuchen, weniger Brot zu essen. Vielleicht gehts dann meinem Bauch besser... Alkohol ist schwierig! Allerdings bin ich ja nur noch bis Dienstag hier, es ist echt nicht mehr so lange also. Und danach klappts hoffentlich etwas besser.

Roman Ende.


Montag, 3. März 2014

Tag 152 49,8 endlos Appetit und Sport

Believe it or not, ich war heute morgen laufen. Endlich mal wieder! Die neuen Schuhe sind richtig klasse, haben mir leider aber eine Blase am kleinen Zeh verschafft.
Danach habe ich die Wäsche gemacht, ausgiebig geduscht und gefrühstückt. Es gab den Rest Wassermelone, Karotten, einen großen Soja Cappuccino, grünen Tee, paar Trauben, Mandeln, getrocknete Feigen und Datteln und eben noch einen Smoothie aus Banane, Beeren und etwas Kokos.


Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten. Waage sagte erst 50,5, nach dem Laufen 49,8 und nach dem Duschen 49,3 an. Find ich okay, hatte mit mehr gerechnet. Damit kann man arbeiten!

Was heute noch passiert? Wohlmöglich Treff ich gegen drei ein paar Freunde und werde mit denen den restlichen Tag verbringen. Also doch kein kochen mit meiner WG? Ich bin verwirrt. Auf jedenfall wird es mich beschäftigen, kann grad mal wieder nicht aufhören zu essen. Trauben Trauben Trauben.

Die nächsten Tage wird es essenstechnisch hoffentlich besser. Ich werde dann nämlich bei den Freunden wohnen und kann mich nichtmehr rund um die Uhr vollstopfen, sondern esse geregelter. Kann dann zwar nicht sonderlich entscheiden, was ich esse. Aber solange es kleine Portionen sind, sollte das kein Ding sein. Plus Sport natürlich!