Montag, 26. Oktober 2015

Gedanken zum Gesundwerde

Liebe Bloggergemeinde,
ich habe mich länger nicht mehr gemeldet. Das hatte seinen Grund. Ich wollte Abstand und den habe ich mir genommen. Das alltägliche Lesen und Schreiben von der Essstörung kam mir krank vor. Und ganz ehrlich, das IST es ja auch.
Aber es hilft auch. Und genau deshalb bin ich wieder hier. Mir ist viel Aufgefallen an meiner Essstörung und meinem Leben damit. Nach guten zehn Jahren, die sich mehr oder weniger nonstop jeden Tag, jede Nacht ums Essen drehen, wird es mir so langsam lästig.

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich glücklich bin. Mit mir, meiner Figur und meinem gesamten Leben. Es klingt vermutlich kitschig, aber ich liebe es sogar. Was mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung, ist, dass ich nicht normal essen kann. Dass das Essen viel zu oft zwanghaft ist und einen zu großen Stellenwert spielt.

Es ist ja nichtmal mehr so, dass ich gar nicht essen will. Essen gehen macht mir Spaß, schön kochen auch. Aber ich habe nach wie vor Angst, zuviel zu essen oder habe bereits gegessen, wenn spontane Einladungen eintrudeln.

Allem voran ist aber leider immer noch die Bulimie. Momentan ist es besonders schlimm. Mir fällt es einfach unheimlich schwer, nicht zu fressen und zu kotzen. Ich habe nichtmal Fressanfälle, ich wiege momentan sowenig, wie schon lange nicht mehr. Es ist mehr diese Ventilfunktion, dieses Ausbrechen, was ich so daran liebe. Ja, liebe. Die Bulimie ist meine Droge. Die letzten Wochen habe ich meist 6 von 7 Tagen normal leben können und bin am 7. dann eingebrochen. Manchmal noch am Tag danach. Ich weiß nichtmal, warum. Aber das zieht meine Laune Woche um Woche runter und das ist unheimlich schade. Auch macht es meinem Körper sehr zu schaffen und ich merke, dass so langsam bleibende Schäden an die Oberfläche kommen.

Meine Gedanken dazu: Warum bin ich essgestört? Ich bin sehr dünn, aber nicht unbedingt krankhaft dünn. Ich esse wenig und manchmal arg wenig, aber das gleicht sich meist in den Tagen danach wieder aus. Ich lebe, habe viele Freunde und bin echt glücklich. Aber die Bulimie bringt immer diesen grauen Schleier rein. Und das möchte ich nicht mehr. Kann man nicht irgendwo einen Schalter umlegen und nichtmehr essgestört sein?

Vorhin nach dem Abendessen habe ich kurz überlegt, ob ich mich kurz ruhig einmal hinsetzten und entspannen soll. Sattsein ist schön! Und selbst, wenn man übersatt ist, hackt der Magen das über Nacht klein und am nächsten Tag hat man wieder Hunger. Essen, bis man satt ist. Wo ist da bitte das Problem? Wie dem auch sei, ich wollte mich kurz im Schneidersitz hinsetzen und mich einfach erfreuen, schön Pizza gegessen zu haben und nun satt und zufrieden zu sein. Bei gesunden Menschen, fängt dann das Leben erst an. Bei uns Essgestörten hört es auf. Ganz ganz selten bin ich nach dem Abendessen nochmal unterwegs. Nach dem Abendessen ist der Tag für mich vorbei. Irgendwie macht mich das traurig...

Aber ihr, ihr selbst etwas anderen Menschen vor euren Computern: Was denkt ihr dazu? Ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnte mich vom Dünnsein wollen nicht loseisen. Aber ich könnte mich liebedgerne von dem Zwang verabschieden. Wie gesagt, ich esse. Mal mehr, mal weniger. Großteils sehr gesund mit viel Obst und Gemüse, manchmal aber auch einfach worauf ich Bock hab. Das Problem dabei ist aber, dass ich nonstop daran denke und mich damit beschäftige. Und es mir dadurch sehr oft eben im Weg steht. Wenn ich am Wochenende feiern gehe, darf ich (warum auch immer, über die Jahre so angewöhnt) ab dem Frühstück nichts mehr essen. Manchmal verdrück ich dann richtig viel, weil ich ja nichts mehr essen 'darf'. Dinnerdates mit anschließend feiern gibt es bei mir nicht. Und das finde ich schade. Vor allem, weil ich mir besonders in letzter Zeit, in der ich nochmal ein paar Kilo abgenommen habe, denke, dass ich doch eigentlich mal vorm Feiern noch etwas essen könnte. Dann könnte ich besser schlafen, hätte diese mollige Wärme im Bauch und rausstehen tut der Bauch ohnehin nicht mehr. Aber es geht irgendwie nicht.

Und dann stellt sich mir die Frage: Komme ich von der Bulimie weg, wenn ich meinen Kopf durch immerzu zu wenig essen doch angreifbar mache für die Bulimiegedanken? Vermutlich nicht. Will ich gesund werden? Ich würde sagen, ja. Aber zunehmen, das will ich nicht. Wobei ich sagen würde, dass ich nichtmal langfristig zunehmen würde. Aber wer weiß das schon.

Ich weiß nicht, ob das nach meiner langen Abstinenz nun irgendwer lesen wird. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn ihr ein paar Gedanken und Erfahrungen dalassen würdet. Ich werde mir auch nochmal meine Gedanken machen. Macht es gut.

das war ein 'Snack'

zum Wachwerden: Obst und Kaffee

48-50 Kilo bei 1,70m momentan



Freitag, 29. Mai 2015

Ich poste so viel in letzter Zeit!

Weil das Thema Essstörung einfach so unangenehm present ist momentan. Heute war wieder ein unschöner Tag bisher, soviel gegessen.. Kuchen, Toast plus Smoothie und Müsli und zwei Stücke Pizza. Mein Bauch ist so voll, aber ich konnte nicht aufhören.. auf der Arbeit wird nachher ein riesiger Bogen um alle möglichen Fressfallen gemacht und dann sollte das bis heute Abend okay sein. Einfach auf Arbeit konzentrieren, dann wird das. Habe eh das Gefühl, dass es besser kommt, wenn ich nicht da herumstehe und esse.

Von daher, kein Essen mehr und dann sind auch die Ausrutscher heute okay.

Musste mich vorhin echt zurückhalten, nicht kotzen zu gehen. Traurig, wie schnell man da wieder rein rutscht. Selbst nach so einer langen Zeit. Die Denkmuster sind wie in den Kopf gebrannt..

Ich versuche nun stark zu bleiben, drückt mir die Daumen. Und morgen gibts dann Kaffee mit Sojamilch, Smoothie und Müsli und abends Alkohol.

Und dann ist hoffentlich mein Wohlbefinden wieder etwas besser...


sieht so gesund aus, ich weiß, aber mein Bauch sagt was anderes...

Over and over eternity

Wie in Endlosschleife. Mal läuft es besser, mal schlechter. Einen kleinen Bulimie Rückfall hatte ich leider, aber nur wegen Alkohol. Irgendwie macht mir Alkohol immer noch unheimliche Angst wegen der Kalorien. Ich hab kein Problem Kuchen und Pizza zu essen aber beim Alkohol kriege ich dann plötzlich Muffensausen und meine Gedanken schlagen Saltos mit meinem schlechten Gewissen.
Betrunken und voller Bauch geht gar nicht. Und dann habe ich alles wieder erbrochen und mich danach hundeelend gefühlt.

Generell ist das momentane Befinden echt nicht gut. Ich fühle mich dick und schwabbelig. Dieses unkontrollierte Essen lässt mich unglaublich dick erscheinen. Und dann habe ich einen Tag mal weniger gegessen und zack kann ich nachts vor Hunger nicht schlafen, wache auf und spüre alle meine Knochen. Was stimmt in meinem Kopf nicht?

Wieviel ich wiege weiß ich nicht. Aber es ist mehr als noch vor ein paar Monaten. Wesentlich mehr. Und ich kriege das Essen einfach nicht in den Griff. Ich habe nichteinmal Fressanfälle, ich esse bloß im oberen Durchschnitt eines normalsterblichen. Ich stopfe mich nicht voll, ich esse bloß den ganzen Tag. Aber macht das nicht jeder? Aber wenn es jeder macht, warum fühle ich mich dann so unnormal damit?

Was ist das überhaupt, 'normal'?

Ich merke, wie ich müde wäre von dem ganzen Blödsinn. Besonders, wenn es eben nicht 'nach plan' läuft. Wenn es nach plan läuft, bin ich der tollste und unbesiegbarste mensch auf erden. Und dann kommt der hunger und das schwachsein und das dünnsein.. und ich merke auch, wie die Essstörung älter wird und mein Körper doch soglangsam darauf reagiert und das macht angst. Ich merke aber auch, wie schnell er sich erholt, wenn ich dann mal mehr esse. Damit meine ich nicht Fressanfälle, sondern eben so wie jetzt. Relativ normalsterblich mit gewissensterror hoch zehn. Meine Haare werden auf einmal dicker und fallen kaum noch aus, ich schlafe tief und fest. Mir ist wärmer. Warum kann ich nicht einfach diesen Wunsch, dünn sein zu wollen, aufgeben?

Jedenfalls habe ich meinen Job im Restaurant nun gekündigt und gehe mit Freunden auf einen kleinen Urlaub und wenn ich zurück komme, habe ich wieder einen ganz anderen Alltag ohne alltägliche kostenlose Fressbomben. Ich denke, dass dann wieder so eine Zeit kommt, wo ich weniger esse und gesünder, weil mir es eben keiner mehr auf einem Silbertablett serviert.
Die nächsten Tage wird es also noch Smoothies, Rest Reis, Nudeln und Rest Kuchen geben. Verteilt auf 4 Tage. Sollte ich hinkriegen. Ich möchte einfach so gerne mal wieder zu Bett gehen und mich wohl fühlen...

smoothie bowl mit rice flakes, wohlfühl gutes gewissen essen

ca 50 kilo auf 170 cm. dick?

Montag, 18. Mai 2015

Wer wäre ich ohne die Essstörung?

Eine interessante Frage, oder? Ich glaube, ich wäre so wie ich jetzt bin. Genauso. Bloß ohne diese schwarze Seite, diese schlechte Seite. Ich wäre sorgloser und sozialer, weil ich mein Leben uneingeschränkt mit meinen Freunden teilen könnte, anstatt mit meiner Essstörung allem voran. Ich wäre spontaner, weil ich mein Essen nicht mehr planen müsste und einfach spontan ausgehen und all die flüssigen Kalorien in Form von Alkohol trinken könnte ohne mich schlecht zu fühlen und mir und dem Spaß selbst im Weg zu stehen. Die Essstörung ist für einen da, wenn es einem schlecht geht. Wenn es mit Menschen nicht klappt, dann ist sie da und dann möchte ich sie nicht missen. Aber ansonsten stiehlt sie einem sehr viel Lebensqualität. Und dennoch kann ich sie nicht ganz aufgeben. Die Bulimie klar, die kann mir gestohlen bleiben. Aber das Dünnsein, das kann ich nicht aufgeben. Was bleibt im Leben, wenn dieses riesengroße alles einnehmende Ziel nicht mehr da ist? Andere Ziele? Was google ich, wenn mir langweilig ist, wenn nicht über die Es?

Einige Gedanken habe ich mir gemacht die letzten Tage.

Heute ist Tag 9 ohne Erbrechen. Im Wochentakt kommt nun ein Rückfall, aber ich bin motiviert, das auszubauen. Bulimie ist scheiße, durch und durch. Es ist gut um Leere zu füllen, aber ich bin nicht leer, ich bin glücklich eigentlich. Ich bin an dem Punkt, wo die Bulimie Rückfälle mich leer fühlen lassen und mir die Hoffnung nehmen, jemals davon los kommen zu lassen.

Jedenfalls läuft es nun besser. Freitag hat überraschend gut geklappt und ich habe wenig gegessen tagsüber, dann getrunken und abends danach noch ein bisschen gegessen aber war alles in allem okay. Generell habe ich so langsam meine Kraft zurück und das freut mich unglaublich! Ich freue mich auf die nächsten Tage und werde es gleich testen und hoffe, dass es weiterhin nun normaler läuft und ich abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen kann und nicht jede Minute des Tages so kämpfen muss...

lieblingswohlfühlfrühstück: obst und Kaffee

süßkartoffel mit Salat, Bohnen und nüssen

Donnerstag, 14. Mai 2015

Ich lebe noch..

Mich gibt es noch. Wenn auch 'ich existiere noch' besser passen würde. Ich scheine und strahle nach außen hin und in mir drin bröckelt es. Es ist nicht, weil ich unglücklich mit meinem Leben bin. Es ist einzig und allein wegen dieser dummen Essstörung.
Ich habe wieder angefangen zu erbrechen. Nicht oft, aber es kommt vor. Dadurch habe ich wohl etwas zu genommen. Ich fühle mich so unsagbar unwohl und bekomme mein Essen momentan einfach nicht in den Griff. Dieser unsagbare Appetit die ganze Zeit treibt mich noch in den Wahnsinn. Ich esse einfach den ganzen Tag, lebe nur dafür. Morgen treffe ich mich abends mit Freunden und wir gehen aus und ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich es bis abends mit relativ wenig Essen hinbekommen sollte. Es ist unmöglich ein Treffen zum Essen gehen zu machen, weil ich vorher schon so viel in mich reinstopfe, dass ich nicht mehr essen kann/möchte. Ich weiß echt nicht, was ich machen kann, damit das aufhört...
Dann esse ich wieder Fleisch hin und wieder, was mir echt zusätzlich zu schaffen macht.
Wie komme ich zurück zum kontrollierten Essen? Es scheint mir unmöglich momentan.

Und das ist genau das, was mich unsicher und unglücklich macht. Wie soll ich ein sorgloses Leben führen, wenn Essen immerzu ein Problem ist? Selbst, wenn es gut läuft, besteht immer die Gefahr, dass es sich schlagartig ändert.

Und durch das sich unwohlfühlen und den Appetit kommen dann die Bulimie Rückfälle. Und die machen alles nur noch schlimmer...

Ich werde versuchen, morgen möglichst den ganzen Tag aus dem Haus zu sein und das Thema einfach zu vermeiden. Ein Frühstück hier und dann gehts raus. Muss ohnehin ein paar Sachen erledigen, das passt dann ganz gut.

Dieser Kampf gegen die Bulimie ist so unglaublich hart manchmal. Wie bringe ich meinem Kopf bloß bei, dass Bulimie kein Weg zum Schlanksein ist? Der begreift das einfach nicht. Jedesmal, wenn ich zuviel esse und in sich in meinem Kopf ein Schalter umlegt und ich auf alles scheiße und weiter fresse und danach erbreche, nehme ich bloß noch mehr zu.
Wobei man sagen muss, dass es vermutlich nicht halb so dramatisch ist mit der Zunahme, wie das jetzt klingt. Vielleicht 2 oder 3 Kilo, wo ich dann nun bei 52 Kilo oder so wäre? Aber ich fühle mich übel und unwohl und das macht mich fast wahnsinnig.

Keine Ahnung, warum ich das alles jetzt schreibe. Aber irgendwie muss es raus und da niemand von meiner Essstörung offiziell weiß, kann ich sonst nie darüber reden.

Danke liebes Internet.

eine der wenigen Male wo ich tatsächlich gekocht habe...

Freitag, 13. Februar 2015

50. Gefühlskarussell.

Eine Ewigkeit habe ich nichts von mir hören lassen und ich habe nun lange den Drang unterdrückt, zu schreiben. Aber ich vermisse den Austausch mit euch. Besonders, weil die Stimmen wieder so groß sind.

Ich hatte Bulimie Rückfälle. Und für einen kurzen Augenblick schien alles in sich zusammen zu fallen, all meine Erfolge. Es geht so schnell. Einmal erleichtern nach zuviel Essen. Dann denkt man beim nächsten Mal schon während des zuviel Essens daran, dass man es doch auch loswerden könnte. Und schneller als man denkt fängt man an, Lebensmittel zu kaufen, nur, um diese in sich zu schlingen und dann wieder hervor zu würgen. Sobald man über die Stränge schlägt, gibt man auf, weil man ohnehin weiß, dass es im Klo landen wird.

Das letzte Mal war an Weihnachten. Großes Abendessen, Alkohol, mehr Essen, zurück nach Hause rennen, Reste essen und kotzen. Traurig aber wahr.

50 Tage ist das nun her und seitdem gab es keine Bulimie mehr. Manchmal habe ich zuviel gegessen, besonders mit Nüssen komme ich nicht klar. Aber es war in sich doch sehr ausgewogen und mal wieder merke ich, wie wichtig es ist, vom Kotzen die Finger zu lassen. Man kann seinem Körper nicht mehr trauen, weil der Körper sich selbst nicht mehr trauen kann. Mal ist Nahrung da, dann ist sie wieder weg. Was er denkt? 'Hungersnot, geb mir, was auch immer' plus 'wie verdaue ich das denn nun? ach ich blähe einfach mal den auch auf'
Ich ernähre mich nun vollends vegan und lebe gut damit. Manchmal denke ich, dass mehr Protein auf meinem Teller landen sollte. Aber das Hauptproblem liegt wohl eher daran, dass generell mehr auf meinem Teller landen sollte. Ich finde momentan viel Gefallen daran, einen flachen Bauch zu haben und lasse Mahlzeiten aus, wo es nur geht. Wirklich Hungern tue ich nicht. Aber ich halte mich beschäftigt und unternehme viel.

Wieviel ich wiege, weiß ich nicht. Meine Selbstwahrnehmung hat sich wieder verändert musste ich beim letzten Gang auf die Waage bestellen. Ich war der festen Überzeugung, ordentlich zugenommen zu haben. Stattdessen pendelte der Zeiger zwischen 49 und 50. Am nächsten Morgen dann 49. Also nicht zugenommen. Und trotzdem ertappe ich mich dabei, wie ich Bilder von vor einem halben Jahr ansehe und denke 'oh das möchte ich wieder', wobei ich genauso aussehen muss. Was ist da los?

Ich war ein paar mal joggen, trinke viel Kaffee, viele Smoothies, esse viel Gemüse. Es gibt auch Ausnahmen mit vielen Kalorien im Alkohol und Chips mit Dip oder Pizza (alles vegan natürlich). Aber das sind Ausnahmen. Heute zum Beispiel habe ich recht lange geschlafen. Dann aufgestanden, erstmal Wasser getrunken und geraucht. Dann einen Kaffee mit Sojamilch, nochmal schwarzen Kaffee und um 1 gab es einen Salat mit Süßkartoffel und Öl. Und ein paar getrocknete Früchte hinterher. Was ich bereute. Dann war ich unterwegs und als ich um 5 zurück kam gab es eine halbe Dose Bohnen in Tomaten Soße (Zucker!!), Salat, light Majo, Chia Samen und die Hälfte davon mit etwas Hefeflocken im Sandwichmaker in einem Wrap getoastet. War ne recht große Portion und danach habe ich es natürlich mal wieder bereut. Nun ist es 11 Uhr abends, keinen Hunger und schlechtes Gewissen. Aber gesund gegessen und wohl auch genug Protein!

Das Hauptproblem momentan ist wahrscheinlich einfach, dass mein Gewissen gerade auf null geerdet ist. Ich möchte am liebsten garnichts essen. Dann hätte ich ein gutes Gewissen. Aber sobald ich etwas esse, spielt mein Kopf sofort verrückt. Vermutlich nehme ich ab, langsam, denn mein Körper macht dieses Spielchen nun schon etliche Jahre mit und weiß sich zu verteidigen. Plus kleiner Ess Eskapaden manchmal, wodurch ich wohl dann doch etwas zunehme. Aber ich sehe es nicht. Ich bin zu satt immerzu.

Hinzu kommt, dass nun seit Ewigkeiten meine Tage wieder hallo sagen. Ich fühle mich schwammig und aufgebläht und meine Verdauung spielt ein wenig verrückt. Außerdem fragt sich die Essstörung, wodurch mein Körper denkt, dass er nun doch wieder Kinder bekommen möchte. Ging es ihm zu gut? Meine Meinung ist, dass die Bulimie da ein ganz großer Faktor spielt. Hätte ich die kurze Bulimie Zeit im Dezember nicht gehabt, wäre ich nun 7 oder 8 Monate Kotzfrei. Und das tut dem Körper gut. Er erholt sich, trotz niedrigem Gewicht und zu wenig Kalorien. Und das ist ein gutes Gefühl irgendwie.

Ein paar Bilder aus meiner Schreibereien Zeit:
heißbeliebte getrocknete Früchte

Reis, Currysoße, Gemüse und Bohnen

Wassermelone und Kaffee, ohne schlechtes Gewissen

Süßkartoffel, Salat, Samen und Nüsse

Reis, Gemüse, Hefeflocken und Linsencracker

perfektes Frühstücksmüsli

perfektes Frühstücksmüsli plus Smoothie

Montag, 3. November 2014

117

Heute morgen hatte ich nach ewiger Zeit spontan die Gelegenheit, mich bei einem Freund zu wiegen.
knapp unter 51 Kilo, angezogen und abends mit essen und trinken im Bauch. Würde also sagen, dass ich morgens, nüchtern und ohne Pulli& Co so um die 49 wiege? Das hätte ich ehrlich nicht erwartet. So viel habe ich in letzter Zeit gegessen und ein bisschen dicker fühle ich mich auch. Komisch komisch.
Ansonsten gehts mir soweit ganz gut, bloß, dass ich gefühlt konstant meine Tage essenstechnisch in den Sand setzte. Viel zu oft esse ich vor dem Schlafengehen, seit einer Woche gab es jeden verdammten Tag Pommes und Obst und Gemüse kommt kaum auf den Teller. Heute habe ich mir eine Wassermelone gegönnt und hoffe, dass ich nun zukünftig mal mehr in gesundes Essen investieren werde. Bin gerade auf einem ganz eigenartigen Sparkurs und denke, dass ich all meine Vorräte aufbrauchen sollte, ehe ich mir was neues kaufe. Warum denke ich sowas? Ich habe soviel Zeit, um einen halben Beutel Reis, ein Päckchen Spaghetti, ein halbes Päckchen Kringelnden, ein Päckchen Mehl und 3 Kartoffeln aufzubrauchen. Besonders, weil ich im Grunde recht normal koche. Besonders für die Arbeit brauche ich ne Portion Spaghetti mit Tomatensoße in der Pause! Also, keinen Geiz bei Lebensmitteln mehr.
Immerzu dahaben möchte ich Bananen, eine weitere Obstsorte, paar Äpfel (weil man die so super einpacken und irgendwohin mitnehmen kann) und Tomaten. Tomaten könnte ich zu allem essen. Aufs Brot, Reis, Nudeln oder einfach pur mit Zwiebeln als Salat.
Ansonsten muss ich feststellen, dass sich generell meine ganze Ernährung sowas von gewandelt hat. Ich esse nun soviel Lebensmittel, an die ich mich jahrelang nicht rantraute. Koche große Portionen davon mit Öl. Esse Pommer einfach so. Woher kommt das auf einmal? Dazu muss ich aber auch sagen, dass das Thema Essen einfach in den Hintergrund rückt. Ich möchte satt sein und Energie haben und mein Körper zeigt mir regelrecht den Vogel, wenn ich ihm bloß Obst serviere. Woher kommt dieser Hunger?
Letztens zum Beispiel, da hatte ich abends noch so Hunger, dass ich noch eine große Portion Spaghetti aß. Plus zu der, die ich bereits zum Abendessen hatte. Danach habe ich mich richtig schlecht gefühlt, aber satt. Habe bis kurz vor der Arbeit durchgeschlafen, vor der Arbeit nur kurz nen Sojacappuccino getrunken und mein erstes Essen waren  dann Pommes, um vier Uhr nachmittags. Und das war kein Problem! Normalerweise habe ich immer so gedacht, dass ich lieber spare, wo es geht und mir dann etwas gönne. Nun denke ich, dass ich mich lieber satt esse, um am nächsten Morgen möglichst lange meine Ruhe zu haben. Was auch meistens aufgeht.

Der Plan für die Zukunft ist, endlich anzufangen, mich zu ernähren. Mir meine Lebensmittel auszusuchen und zu kaufen. Auswärts zu essen, wenn ich eben nunmal unterwegs hungrig werde. Und auf meinen Körper zu hören.

Morgen zum Beispiel gibt es nen Apfel, Datteln und Sojakaffee zum Frühstück (Arbeit), mittags Reste von letztens, Reis mit Gemüse und abends fahre ich zu Freunden, wohin ich mir Kräcker nehmen werde. Und Alkohol. Ich kenne viele Freunde, die sich manchmal genauso ernähren. Und die sind gesund!

Noch ein paar Bilder der letzten Tage:
essbare Blumen