Dienstag, 1. Dezember 2015

1 Monat Rückfallfrei, kleines Update

Hey an alle, die noch so über meinen Blog stoplern.
In letzter Zeit schaue ich viel Youtube Sender und befasse mich mehr auf Instagram mit dem Thema Essstörung bzw gesunde Ernährung etc. Ist schon komisch, oder? Als ich meinen ersten Blog anfing, gab es nichts vergleichbares. Selbst Blogs waren etwas 'Neues' und Spannendes. Nur 10 Jahre später sind sie komplett überholt. Essgestörte sprechen frei in die Youtube Kamera oder posten Instagram Bilder von ihrem Essen. Wer hier liest und schreibt denn selbst noch aktiv auf Blogs?

Jedenfalls befasse ich mich nach wie vor viel mit dem Thema. Besonders mit der Frage, wie ein gesundes Leben jenseits von Essstörungsgedanken sei. Und ich glaube, es sei sehr sehr schön. Wenn einfach mal dieses Problem Essen wegfallen würde. Ich sehne mich danach. Gleichzeitig kann ich das Dünnsein aber nicht aufgeben. Und somit schließt sich der Kreis. Ich nehme konstant zu wenige Kalorien zu mir, essen macht mir Angst und damit kann man einfach nicht entspannt essen und gesund werden.

Dabei ist die Essstörung das einzige, was mich von einem komplett ungezwungen glücklichen Leben abhält. Meine Vorgaben treiben mich immer wieder an sichere Häfen. Heißt, ich esse lieber zuhause, als woanders. Ich esse lieber allein, als mit anderen. Nur selten tut sich ein Fenster auf, wo ich denke, dass es doch in dem Moment passt. Meist an Tagen, an denen ich wenig gegessen habe und dann bedenkenlos ein normales Abendessen genießen kann. Dabei kann ich jederzeit ein normales Abendessen genießen. Es zählt der langfristige Verlauf, nicht ein einzelner Tag oder eine einzelne Nachricht. 500 Kalorien mehr hin und wieder jucken den Körper weniger, als Fressanfälle durch hungern. Ich bin sowieso der Meinung, dass krankhaftes Essverhalten einen dauerhaft zunehmen lässt. Wenn es einen nicht umbringt.

Mein Essverhalten ist momentan dennoch relativ gut. Ein kompletter Monat ohne Bulimie, obwohl es manchmal echt haarscharf war. Ich vermisse die Bulimie, aber ich vermisse das Übergeben nicht.
Meist esse ich viel Obst und Gemüse, abends gern riesige Salate. Ich achte darauf, wenig Fett zu essen. Wenn mein Essen fettarm ist, kann ich viel mehr essen, ohne zuzunehmen. Trotzdem esse ich auch Kuchen, ziemlich häufig sogar. Kuchen, Nüsse, Avocados und wenn ich wirklich mal mit wem koche oder essen gehe - das sind die einzigen fettigen Momente. Ansonsten viele Kohlenhydrate. Obst, Gemüse, Brot, Hülsenfrüchte, Soja, getrocknete Früchte.. das ist so das was ich esse. Jeden Tag habe ich das Gefühl, das Essen wieder zu erlernen. Heißhunger hatte ich komischerweise schon ewig nicht mehr. Oder nehme ich ihn einfach nicht mehr wahr? Manchmal esse ich zuviel, habe aber danach kein Essbedürfnis mehr und ehe es abends ist, ist der Bauch dann auch wieder leer. Meine Nahrungsmengen nehmen auch Schritt für Schritt zu, was total toll ist. Manchmal passieren auch spontane Sachen. Zum Beispiel habe ich heute außerplanmäßig ein Brötchen gegessen und konnte trotzdem mir am Abend ein schönes Abendessen gönnen. Meine Verdauung funktioniert fast problemlos, Hunger Satt Gefühl funktioniert. Nur der Schlaf, der bereitet mir gerade ziemlich Probleme. Dabei habe ich den Großteil der Nächte nichtmal wirklich Hunger. Kann aber trotzdem nicht schlafen.

Jeden Tag esse ich nun mind 1000 Kalorien. Meist um die 1500, manchmal sicher sogar noch mehr. Und mein Gewicht sinkt sehr sehr langsam, weil ich auch garkeine Sport mache. Mittlerweile habe ich eine glatte 48 auf der Waage stehen, trotz jeden verdammten Tag essen und kein Hungern. Aber das ganze Thema ist so angespannt. Ich merke auch, dass ich hungriger werde, je leichter ich bin.

Und das tollste: Ich habe so viel mehr Zeit!! Denn das Essen wird immer mehr ein Teil meines Lebens, anstatt umgekehrt. Morgens nach dem Frühstück überlege ich mir an freien Tagen dann, was ich nun machen könnte. Denn dann bin ich satt und zufrieden und muss nicht mit inneren Stimmen kämpfen. An hektischen Tagen wird es manchmal was schwierig, weil ich mir tendenziell zu wenig Essen einpacke und dann Hunger habe. Dieses Thema stresst mich sowieso noch immer.

Ich weiß also garnicht, wohin es nun gehen wird. Aber weit weg von der Bulimie! Mir mehr gönnen wäre toll. Das, was ich nun für mich gelernt habe, nach Außen tragen und andere Dinge in meinen Kopf bekommen. Auf jedenfall ist es erstmal toll, dass ich meinem Körper mehr und mehr vertrauen kann und zB ein Tag zuhause, wo man potentiell essentechnisch eine Menge falsch machen kann, überhaupt keine Angst mehr macht.

Jedem, der die gleichen Probleme hat wie ich, kann ich nur meine Ernährungsweise ans Herz legen. Warum auch immer, aber der Heißhunger ist so gering wie nie. Ich ernähre mich vegan, wobei der Großteil aus Obst und Gemüse (frisch, gekocht, getrocknet) besteht. Ein klassisches Sonntagsfrühstück wäre zB ein Brötchen, ne halbe Avocado, Tomate und Gurke und ein Berg Obst. Dazu Tee oder Kaffee. Macht erstmal ganz schön voll, aber meine Verdauung ist mittlerweile so fit, dass sie die frischen Sachen regelrecht zernmixert und man sich nicht so schwerfällig fühlt.

Noch ein paar Bilder dazu:











Mittwoch, 28. Oktober 2015

Mehr Gedanken

Und wieder verliefen die letzten Tage wie in dem letzten Eintrag beschrieben. Bulimie Tag 1, Bulimie Tag 2 und heute endlich wieder gesund. Morgens viel frisches Obst in Form von Smoothie und ein bisschen so sowie getrocknete Feigen. Und am frühen Abend ein großer Rohkostsalat mit allem möglichen unter anderem ganz viel Mais und Oliven und einer Soße aus rohen Kichererbsen. Dazu ein wenig Brot. Kein Dressing, keine Nüsse oder so. Sowas ist bei mir abends immer ganz gut. Ich kann wirklich eine riesige Schale davon essen, bin dann schön satt und der Bauch voll. Jedoch bläht er sich selten davon auf. Vermutlich weil ich kein Fett bei tue. Mir tut sowas immer sehr gut und bringt mir die ganzen Nährstoffe zurück, die ich davor erbrochen habe. Heute war also (bis auf das Stückchen Brot) ein komplett roher Tag! Find ich super. Noch nährstoffintensiver geht es ja kaum.

Aber ja, wieder mal typisch. Die zwei Tage davor waren dafür umso schlimmer und rauben einem echt jegliche Lebensfreude und heute ist es aber so, als sei nie etwas passiert. Die nächsten Tage werden nun mit Sicherheit auch toll verlaufen, dann werden wieder die Ausgeh Nächte mit extrem wenig Nahrung, dafür aber Alkohol und andere Substanzen kommen. Das Gewicht wird wieder etwas mehr sinken und ich werde mich super fühlen mit meiner Figur. Auf ein neues also. Und dieses Mal möchte ich danach wirklich mal mehr essen. Also essen, ohne zu erbrechen. Wirklich genießen und meinem Körper etwas gutes tun.

Otze Worman hat mir unter meinem letzten Beitrag einen echt interessanten Kommentar hinterlassen. Du findest es okay, dass mein Essverhalten gestört ist? Echt? Aber warum fühlt es sich dann manchmal so an, als würde es einem Steine in den Weg legen? Das Leben sollte doch frei und ungezwungen sein oder nicht? Ich finde es wie gesagt schade, dass solche Sachen immer so kopflastig sind. Ich bin wie ein repariertes Flugzeug. Triebwerke funktionieren wieder, aber irgendwie möchte ich nicht so ganz abheben in den 'normalen' Himmel. Ich zerhau mir immer wieder einen meiner Reifen, wenn ich mal fertig zum abheben bin.

Und Missy, ich zähle bis auf ganz wenige Ausnahmen keine Kalorien und bin auch wirklich schlecht im Schätzen. Meistens überschätze ich die Kaloriendichte. Also keine Ahnung, wieviele Kalorien auf den Bildern sind. Aber ich lebe vegan und in dem einen Burger Bild sind die vagenen Gemüsebällchen vom IKEA, Burger Bun, geröstete Zwiebeln, Tomate und Salat.

Und Christina N, du möchtest selber gesund werden oder? Finde deinen Blog immer auch sehr interessant, weil du ähnlich am kämpfen bist, wie ich. Ja, ich erinnere mich an meine Einstellung zum Essen früher. Ich war etwas über 15, als ich krank wurde. Davor habe ich gerne viel gegessen. Aber dadurch, dass ich eben nicht pausenlos daran dachte, war es im Endeffekt durch mein aktives Leben nicht so viel. Ich erinnere mich sehr gerne an einen Abend. Winter war es, draußen kalt und ich kam nachhause. Es war schön warm drinnen, mit Kerzen und schönem Licht und meine Mama hatte gekocht, aber alle hatten schon gegessen. Sie fragte, ob ich Hunger hätte und ich sagte ja und quasselte gleichzeitig, was alles passiert war. Sie meinte noch, sie hätte Erbsen, Kartoffeln und Nuggets mit Hollandaise gemacht. (Damals war ich noch nicht vegan, aber meist vegetarisch. Waren veggie Nuggets). Jedenfalls weiß ich noch, wie schön es war, als der dampfende Teller vor mir stand und wie köstlich es war und wie zufrieden ich mich danach gefühlt habe. Keinerlei schlechtes Gewissen, kein Kopfkrieg, ob ich zuviel/zuwenig gegessen hätte. Und genau das vermisse ich so sehr. Ich esse gerne. Heute wie damals. Aber das wird mit soviel Angst begleitet. Bei mir zuhause fällt es mir am einfachsten, wenn niemand da ist und ich genug Zeit habe und keine besonderen Essensdates anstehen. Dann kann ich echt so richtig zwanglos essen. Und abends, wenn ich den ganzen Tag fast nichts gegessen habe und irgendwo essen bin. Dann kann ich auch so richtig mit Appetit reinhauen. Aber ansonsten überschatten meine Gedanken immer alles. Wie verläuft der weitere Tag, was werde ich noch essen. War es zuviel/zu wenig. Hätte ich lieber einen Salat essen sollen. Hätte ich eine Scheibe Brot weniger essen sollen. Oder eine Scheibe mehr. Es ist so anstrengend.. Das traurigste ist aber, dass ich ja weiß, dass diese eine Scheibe Brot die welt nicht verändert. Dass ich nicht unsagbar zunehme oder so. Aber diesen Moment auszuhalten ist so anstrengend. Könnte ich das große ganze im blick behalten, hätte ich keine Bulimie. Denn langfristig gesehen ist bulimie einfach der größte quatsch. Langfristig macht Bulimie deinen Körper kaputt und du nimmst leichter ab, wenn du nicht erbrichst. Und vor allem bleibst du gesunder und glücklicher. Ich könnte echt endlos über das Thema schreiben...

Danke an alle, die sich die Zeit nehmen und hier wieder lesen trotz der langen Abwesenheit.




Montag, 26. Oktober 2015

Gedanken zum Gesundwerde

Liebe Bloggergemeinde,
ich habe mich länger nicht mehr gemeldet. Das hatte seinen Grund. Ich wollte Abstand und den habe ich mir genommen. Das alltägliche Lesen und Schreiben von der Essstörung kam mir krank vor. Und ganz ehrlich, das IST es ja auch.
Aber es hilft auch. Und genau deshalb bin ich wieder hier. Mir ist viel Aufgefallen an meiner Essstörung und meinem Leben damit. Nach guten zehn Jahren, die sich mehr oder weniger nonstop jeden Tag, jede Nacht ums Essen drehen, wird es mir so langsam lästig.

Mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich glücklich bin. Mit mir, meiner Figur und meinem gesamten Leben. Es klingt vermutlich kitschig, aber ich liebe es sogar. Was mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung, ist, dass ich nicht normal essen kann. Dass das Essen viel zu oft zwanghaft ist und einen zu großen Stellenwert spielt.

Es ist ja nichtmal mehr so, dass ich gar nicht essen will. Essen gehen macht mir Spaß, schön kochen auch. Aber ich habe nach wie vor Angst, zuviel zu essen oder habe bereits gegessen, wenn spontane Einladungen eintrudeln.

Allem voran ist aber leider immer noch die Bulimie. Momentan ist es besonders schlimm. Mir fällt es einfach unheimlich schwer, nicht zu fressen und zu kotzen. Ich habe nichtmal Fressanfälle, ich wiege momentan sowenig, wie schon lange nicht mehr. Es ist mehr diese Ventilfunktion, dieses Ausbrechen, was ich so daran liebe. Ja, liebe. Die Bulimie ist meine Droge. Die letzten Wochen habe ich meist 6 von 7 Tagen normal leben können und bin am 7. dann eingebrochen. Manchmal noch am Tag danach. Ich weiß nichtmal, warum. Aber das zieht meine Laune Woche um Woche runter und das ist unheimlich schade. Auch macht es meinem Körper sehr zu schaffen und ich merke, dass so langsam bleibende Schäden an die Oberfläche kommen.

Meine Gedanken dazu: Warum bin ich essgestört? Ich bin sehr dünn, aber nicht unbedingt krankhaft dünn. Ich esse wenig und manchmal arg wenig, aber das gleicht sich meist in den Tagen danach wieder aus. Ich lebe, habe viele Freunde und bin echt glücklich. Aber die Bulimie bringt immer diesen grauen Schleier rein. Und das möchte ich nicht mehr. Kann man nicht irgendwo einen Schalter umlegen und nichtmehr essgestört sein?

Vorhin nach dem Abendessen habe ich kurz überlegt, ob ich mich kurz ruhig einmal hinsetzten und entspannen soll. Sattsein ist schön! Und selbst, wenn man übersatt ist, hackt der Magen das über Nacht klein und am nächsten Tag hat man wieder Hunger. Essen, bis man satt ist. Wo ist da bitte das Problem? Wie dem auch sei, ich wollte mich kurz im Schneidersitz hinsetzen und mich einfach erfreuen, schön Pizza gegessen zu haben und nun satt und zufrieden zu sein. Bei gesunden Menschen, fängt dann das Leben erst an. Bei uns Essgestörten hört es auf. Ganz ganz selten bin ich nach dem Abendessen nochmal unterwegs. Nach dem Abendessen ist der Tag für mich vorbei. Irgendwie macht mich das traurig...

Aber ihr, ihr selbst etwas anderen Menschen vor euren Computern: Was denkt ihr dazu? Ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnte mich vom Dünnsein wollen nicht loseisen. Aber ich könnte mich liebedgerne von dem Zwang verabschieden. Wie gesagt, ich esse. Mal mehr, mal weniger. Großteils sehr gesund mit viel Obst und Gemüse, manchmal aber auch einfach worauf ich Bock hab. Das Problem dabei ist aber, dass ich nonstop daran denke und mich damit beschäftige. Und es mir dadurch sehr oft eben im Weg steht. Wenn ich am Wochenende feiern gehe, darf ich (warum auch immer, über die Jahre so angewöhnt) ab dem Frühstück nichts mehr essen. Manchmal verdrück ich dann richtig viel, weil ich ja nichts mehr essen 'darf'. Dinnerdates mit anschließend feiern gibt es bei mir nicht. Und das finde ich schade. Vor allem, weil ich mir besonders in letzter Zeit, in der ich nochmal ein paar Kilo abgenommen habe, denke, dass ich doch eigentlich mal vorm Feiern noch etwas essen könnte. Dann könnte ich besser schlafen, hätte diese mollige Wärme im Bauch und rausstehen tut der Bauch ohnehin nicht mehr. Aber es geht irgendwie nicht.

Und dann stellt sich mir die Frage: Komme ich von der Bulimie weg, wenn ich meinen Kopf durch immerzu zu wenig essen doch angreifbar mache für die Bulimiegedanken? Vermutlich nicht. Will ich gesund werden? Ich würde sagen, ja. Aber zunehmen, das will ich nicht. Wobei ich sagen würde, dass ich nichtmal langfristig zunehmen würde. Aber wer weiß das schon.

Ich weiß nicht, ob das nach meiner langen Abstinenz nun irgendwer lesen wird. Aber ich würde mich sehr freuen, wenn ihr ein paar Gedanken und Erfahrungen dalassen würdet. Ich werde mir auch nochmal meine Gedanken machen. Macht es gut.

das war ein 'Snack'

zum Wachwerden: Obst und Kaffee

48-50 Kilo bei 1,70m momentan



Freitag, 29. Mai 2015

Ich poste so viel in letzter Zeit!

Weil das Thema Essstörung einfach so unangenehm present ist momentan. Heute war wieder ein unschöner Tag bisher, soviel gegessen.. Kuchen, Toast plus Smoothie und Müsli und zwei Stücke Pizza. Mein Bauch ist so voll, aber ich konnte nicht aufhören.. auf der Arbeit wird nachher ein riesiger Bogen um alle möglichen Fressfallen gemacht und dann sollte das bis heute Abend okay sein. Einfach auf Arbeit konzentrieren, dann wird das. Habe eh das Gefühl, dass es besser kommt, wenn ich nicht da herumstehe und esse.

Von daher, kein Essen mehr und dann sind auch die Ausrutscher heute okay.

Musste mich vorhin echt zurückhalten, nicht kotzen zu gehen. Traurig, wie schnell man da wieder rein rutscht. Selbst nach so einer langen Zeit. Die Denkmuster sind wie in den Kopf gebrannt..

Ich versuche nun stark zu bleiben, drückt mir die Daumen. Und morgen gibts dann Kaffee mit Sojamilch, Smoothie und Müsli und abends Alkohol.

Und dann ist hoffentlich mein Wohlbefinden wieder etwas besser...


sieht so gesund aus, ich weiß, aber mein Bauch sagt was anderes...

Over and over eternity

Wie in Endlosschleife. Mal läuft es besser, mal schlechter. Einen kleinen Bulimie Rückfall hatte ich leider, aber nur wegen Alkohol. Irgendwie macht mir Alkohol immer noch unheimliche Angst wegen der Kalorien. Ich hab kein Problem Kuchen und Pizza zu essen aber beim Alkohol kriege ich dann plötzlich Muffensausen und meine Gedanken schlagen Saltos mit meinem schlechten Gewissen.
Betrunken und voller Bauch geht gar nicht. Und dann habe ich alles wieder erbrochen und mich danach hundeelend gefühlt.

Generell ist das momentane Befinden echt nicht gut. Ich fühle mich dick und schwabbelig. Dieses unkontrollierte Essen lässt mich unglaublich dick erscheinen. Und dann habe ich einen Tag mal weniger gegessen und zack kann ich nachts vor Hunger nicht schlafen, wache auf und spüre alle meine Knochen. Was stimmt in meinem Kopf nicht?

Wieviel ich wiege weiß ich nicht. Aber es ist mehr als noch vor ein paar Monaten. Wesentlich mehr. Und ich kriege das Essen einfach nicht in den Griff. Ich habe nichteinmal Fressanfälle, ich esse bloß im oberen Durchschnitt eines normalsterblichen. Ich stopfe mich nicht voll, ich esse bloß den ganzen Tag. Aber macht das nicht jeder? Aber wenn es jeder macht, warum fühle ich mich dann so unnormal damit?

Was ist das überhaupt, 'normal'?

Ich merke, wie ich müde wäre von dem ganzen Blödsinn. Besonders, wenn es eben nicht 'nach plan' läuft. Wenn es nach plan läuft, bin ich der tollste und unbesiegbarste mensch auf erden. Und dann kommt der hunger und das schwachsein und das dünnsein.. und ich merke auch, wie die Essstörung älter wird und mein Körper doch soglangsam darauf reagiert und das macht angst. Ich merke aber auch, wie schnell er sich erholt, wenn ich dann mal mehr esse. Damit meine ich nicht Fressanfälle, sondern eben so wie jetzt. Relativ normalsterblich mit gewissensterror hoch zehn. Meine Haare werden auf einmal dicker und fallen kaum noch aus, ich schlafe tief und fest. Mir ist wärmer. Warum kann ich nicht einfach diesen Wunsch, dünn sein zu wollen, aufgeben?

Jedenfalls habe ich meinen Job im Restaurant nun gekündigt und gehe mit Freunden auf einen kleinen Urlaub und wenn ich zurück komme, habe ich wieder einen ganz anderen Alltag ohne alltägliche kostenlose Fressbomben. Ich denke, dass dann wieder so eine Zeit kommt, wo ich weniger esse und gesünder, weil mir es eben keiner mehr auf einem Silbertablett serviert.
Die nächsten Tage wird es also noch Smoothies, Rest Reis, Nudeln und Rest Kuchen geben. Verteilt auf 4 Tage. Sollte ich hinkriegen. Ich möchte einfach so gerne mal wieder zu Bett gehen und mich wohl fühlen...

smoothie bowl mit rice flakes, wohlfühl gutes gewissen essen

ca 50 kilo auf 170 cm. dick?

Montag, 18. Mai 2015

Wer wäre ich ohne die Essstörung?

Eine interessante Frage, oder? Ich glaube, ich wäre so wie ich jetzt bin. Genauso. Bloß ohne diese schwarze Seite, diese schlechte Seite. Ich wäre sorgloser und sozialer, weil ich mein Leben uneingeschränkt mit meinen Freunden teilen könnte, anstatt mit meiner Essstörung allem voran. Ich wäre spontaner, weil ich mein Essen nicht mehr planen müsste und einfach spontan ausgehen und all die flüssigen Kalorien in Form von Alkohol trinken könnte ohne mich schlecht zu fühlen und mir und dem Spaß selbst im Weg zu stehen. Die Essstörung ist für einen da, wenn es einem schlecht geht. Wenn es mit Menschen nicht klappt, dann ist sie da und dann möchte ich sie nicht missen. Aber ansonsten stiehlt sie einem sehr viel Lebensqualität. Und dennoch kann ich sie nicht ganz aufgeben. Die Bulimie klar, die kann mir gestohlen bleiben. Aber das Dünnsein, das kann ich nicht aufgeben. Was bleibt im Leben, wenn dieses riesengroße alles einnehmende Ziel nicht mehr da ist? Andere Ziele? Was google ich, wenn mir langweilig ist, wenn nicht über die Es?

Einige Gedanken habe ich mir gemacht die letzten Tage.

Heute ist Tag 9 ohne Erbrechen. Im Wochentakt kommt nun ein Rückfall, aber ich bin motiviert, das auszubauen. Bulimie ist scheiße, durch und durch. Es ist gut um Leere zu füllen, aber ich bin nicht leer, ich bin glücklich eigentlich. Ich bin an dem Punkt, wo die Bulimie Rückfälle mich leer fühlen lassen und mir die Hoffnung nehmen, jemals davon los kommen zu lassen.

Jedenfalls läuft es nun besser. Freitag hat überraschend gut geklappt und ich habe wenig gegessen tagsüber, dann getrunken und abends danach noch ein bisschen gegessen aber war alles in allem okay. Generell habe ich so langsam meine Kraft zurück und das freut mich unglaublich! Ich freue mich auf die nächsten Tage und werde es gleich testen und hoffe, dass es weiterhin nun normaler läuft und ich abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen kann und nicht jede Minute des Tages so kämpfen muss...

lieblingswohlfühlfrühstück: obst und Kaffee

süßkartoffel mit Salat, Bohnen und nüssen

Donnerstag, 14. Mai 2015

Ich lebe noch..

Mich gibt es noch. Wenn auch 'ich existiere noch' besser passen würde. Ich scheine und strahle nach außen hin und in mir drin bröckelt es. Es ist nicht, weil ich unglücklich mit meinem Leben bin. Es ist einzig und allein wegen dieser dummen Essstörung.
Ich habe wieder angefangen zu erbrechen. Nicht oft, aber es kommt vor. Dadurch habe ich wohl etwas zu genommen. Ich fühle mich so unsagbar unwohl und bekomme mein Essen momentan einfach nicht in den Griff. Dieser unsagbare Appetit die ganze Zeit treibt mich noch in den Wahnsinn. Ich esse einfach den ganzen Tag, lebe nur dafür. Morgen treffe ich mich abends mit Freunden und wir gehen aus und ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich es bis abends mit relativ wenig Essen hinbekommen sollte. Es ist unmöglich ein Treffen zum Essen gehen zu machen, weil ich vorher schon so viel in mich reinstopfe, dass ich nicht mehr essen kann/möchte. Ich weiß echt nicht, was ich machen kann, damit das aufhört...
Dann esse ich wieder Fleisch hin und wieder, was mir echt zusätzlich zu schaffen macht.
Wie komme ich zurück zum kontrollierten Essen? Es scheint mir unmöglich momentan.

Und das ist genau das, was mich unsicher und unglücklich macht. Wie soll ich ein sorgloses Leben führen, wenn Essen immerzu ein Problem ist? Selbst, wenn es gut läuft, besteht immer die Gefahr, dass es sich schlagartig ändert.

Und durch das sich unwohlfühlen und den Appetit kommen dann die Bulimie Rückfälle. Und die machen alles nur noch schlimmer...

Ich werde versuchen, morgen möglichst den ganzen Tag aus dem Haus zu sein und das Thema einfach zu vermeiden. Ein Frühstück hier und dann gehts raus. Muss ohnehin ein paar Sachen erledigen, das passt dann ganz gut.

Dieser Kampf gegen die Bulimie ist so unglaublich hart manchmal. Wie bringe ich meinem Kopf bloß bei, dass Bulimie kein Weg zum Schlanksein ist? Der begreift das einfach nicht. Jedesmal, wenn ich zuviel esse und in sich in meinem Kopf ein Schalter umlegt und ich auf alles scheiße und weiter fresse und danach erbreche, nehme ich bloß noch mehr zu.
Wobei man sagen muss, dass es vermutlich nicht halb so dramatisch ist mit der Zunahme, wie das jetzt klingt. Vielleicht 2 oder 3 Kilo, wo ich dann nun bei 52 Kilo oder so wäre? Aber ich fühle mich übel und unwohl und das macht mich fast wahnsinnig.

Keine Ahnung, warum ich das alles jetzt schreibe. Aber irgendwie muss es raus und da niemand von meiner Essstörung offiziell weiß, kann ich sonst nie darüber reden.

Danke liebes Internet.

eine der wenigen Male wo ich tatsächlich gekocht habe...