Donnerstag, 2. Oktober 2014

85 essen essen essen

Ich habe ein Tagebuch. Und gestern Abend habe ich darin einen sehr interessanten Text geschrieben. Ein paar Gedanken zu meinen letzten Monaten und meine Vorfreude auf die kommende zeit. Und ich musste feststellen dass es hauptsächlich um meine Essstörung ging. Alles. Meine ängste, meine Vorfreude, Bedrückung, Erleichterung. Das ist so traurig.. Ich erlebe die zeit meines Lebens. Lebe bei einer australischen Familie und trotzdem beginnt die Essstörung mein denken. Manche Tage werden durch ihr zur Hölle, andere zur puren Entspannung.

Heute ist ein guter Tag. Lange geschlafen, gearbeitet und sauber gemacht ehe ich um zwölf das erste mal aß. Es gab porridge mit mulberries, Banane, chiasamen und ein paar Mandeln. 

Die Portion war so riesig, dass ich ne Stunde gebraucht habe ehe alles aufgegessen war. Habe in der zeit anderes gemacht. Und war zufrieden! Ich liebe das Gefühl Satt zu sein. Satt und zufrieden und der Stimme im Kopf eine Pause zu gönnen. Leider passiert das nicht so oft. Würde das bei mir normal funktionieren, könnte ich mir sogar vorstellen, wieder normal zu essen. Aber leider bin ich selten satt und zufrieden.. Entweder voll aber nicht zufrieden, oder hungrig und zufrieden bzw unzufrieden. Aber satt und zufrieden? Selten. Daher kommen auch meine kleineren essanfälle. Ich versuche diesen Zustand zu erreichen, bin danach aber lediglich voll und fühle mich schlecht und unwohl..

Danach hielt das Sattsein ziemlich lange. Später gab es Oliven, Wassermelone, eine Mini Ecke selbstgemachten Kuchen zum probieren und eine kleine Portion Spaghetti mit hefeflocken, Paprika und Tomate. Jetzt bin ich richtig satt und fast schon voll, aber es geht noch.


Heute morgen auf der Waage hielt der Zeiger zwischen 48 und 49 Kilo, bei 170cm. Bin ich dünn? Ich finde mich normal. Von Natur aus bin ich etwas schmaler. Selbst mit 40 Kilo war ich kein "Skelett". Wenn mich Leute massieren oder anfassen dann fühlen sie meine Knochen. Aber ansonsten bin ich einfach eine sehr schlanke junge Frau. Glaub ich zumindest. Ich selbst sehe es nicht mehr, ich sehe nur, dass da noch mehr weg kann...



Donnerstag, 25. September 2014

Tag 77 besser.

Heute war es definitiv besser. Es stimmt schon, dass gestern nicht vernichtent war. Aber es war eben ein kleinerer fressanfall und komischer Bauch und in der Nacht hab ich mich echt nicht so dolle gefühlt.
Heute morgen dann recht spät erst gefrühstückt. Also spät für die Umstände hier. Erst einen Kaffee mit mandelmilch. Dann paar Erdbeeren und Maulbeeren, was ich spontan unterbrechen musste, weil es kurz in die Stadt ging. Danach gegen halb eins hatte ich dann tatsächlich Hunger und aß ein großes Müsli mit den restlichen Beeren und mandelmilch.


Das Tat gut! Hab dann weiter gearbeitet und später etwas Brokkoli und süsskartoffel (Reste von gestern) und eine Sellerie Stange mit humus gegessen. Später dann noch Oliven, Apfel, ne Banane. Ich esse echt viel! Wieviele Kalorien das wohl zusammen sind?
Hatte dann auch glücklicherweise lange keinen Hunger mehr, habe einiges an Arbeit geschafft und abends dann schön asiatisch gekocht. Reis, dazu Gemüse und Kichererbsen mit etwas Öl und Sojasoße. Hatte allerdings echt kaum reis, nur so Alibi mäßig. Und jetzt habe ich wieder leicht Hunger und das finde ich gut. Normalerweise mag ich Hunger nicht, aber nach gestern ist es irgendwie beruhigend.

Morgen Abend kommen Freunde und wir kochen. Weiß noch nicht, was wir kochen.. Aber irgendwie setzt mich sowas immer unter druck. Ich werde mich tagsüber mit einem großen Müsli morgens, Obst, Rohkost und Oliven vergnügen und hoffe, dass ich nicht einknicke. 

Ich freue mich sehr, wenn ich endlich in meine neue Wohnung ziehe. Meine Au pair Familie ist zwar Super nett, aber diese gemeinsamen Mahlzeiten stressen mich irgendwie. Dazu das frühe Aufstehen.. Ich komme besser klar, wenn ich selbst entscheiden kann. Wenn ich ausschlafen kann und die erste Mahlzeit hinaus zögern kann. Oder eben genau weiß wann ich wie arbeiten muss und dann eben vorher was esse, um wirklich Satz zu sein. Hier ist es eben so, dass ich die ganze zeit an den Kühlschrank kann. Ich kriege aufgaben, aber die ganze zeit denke ich ans essen. Das ist irgendwie echt traurig... Da war ich bereits weiter. Ich hoffe also, wenn ich wieder für mich selbst verantwortlich bin, dass es dann alles wieder etwas entspannter wird mit dem essen. Viel Obst vor allem! Morgens aufstehen, Obst und Kaffee oder Müsli wenn ich arbeiten muss. Und ansonsten echt normal ernähren... Und langfristig so bei 48 Kilo bleiben. Denke ich. Genau weiß man das ja leider nie. Aber mein abnehmwille ist nicht mehr allzu groß, mein Gewicht ist eigentlich schon ganz okay. Ein bisschen weniger und ein bisschen zwangloser essen, zwei Gegensätze. Mal sehen, wie sich das kombinieren lässt! Letztes Jahr hat das ehrlich gesagt ganz gut funktioniert. Der Körper gewöhnt sich schnell wieder an mehr Kalorien und nimmt dann schneller mal etwas Gewicht ab, wenn man weniger isst. Gute Nacht ihr lieben!

Dienstag, 23. September 2014

Tag 76 voller Bauch

Heute war kein guter Tag. Den ganzen Tag war ich müde und gereizt und mein Bauch hat die ganze zeit rumort. Nach dem Wochenende Ging es ihm auf einmal weniger gut. Habe sehr viel Brot und Nudeln gegessen, ob es daran lag? Habe nichtmal das Gefühl gehabt, dadurch zugenommen zu haben. War eher so ein mieses Völlegefühl und Bauchziehen und nun Heißhunger. Habe dann den ganzen Tag gegessen und gegessen und jetzt ist mir schlecht.. Ding mit porridge mit Beeren und Kaffee mit mandelmilch an. Dann einen Apfel und Banane. Dann 3 Toast mit Margarine und Marmelade und eine Banane. Viele Datteln und getrocknete Aprikosen. Viele Oliven, einen Apfel. Und abends erst nen bagel mit Margarine und so herzhafte veggi Aufstriche, dann ein Toast mit Margarine und Marmelade. Heißhunger. Unzählige Nüsse, trockenfrüchte und ein paar Kekse. Wirklich voll fühle ich mich nicht, eher so, als sei die Verdauung voll. Die ganze zeit blubbert es im Bauch und mir ist etwas übel.. Bäh..

Diese Beeren aus dem Garten waren im porridge yummy

Morgen soll besser werden! Die letzten Tage hat es mit den normaler essen eigentlich gut geklappt. Es war jetzt keine komplette Katastrophe aber ich fühl mich unwohl und das ist scheisse.

Morgen versuche ich dann möglichst spät zu frühstücken. Müsli mit Früchten und mandelmilch, dazu schwarzen Kaffee. Und dann über den Tag Apfel, Banane, Oliven, vielleicht ein Toast. Und abends irgendwas mit ner guten gemüsebeilage und dann sollte es dem Bauch auch besser gehen denke ich. Hoffe ich. Noch ein paar Bilder:

Eins meiner Abendessen: Brot mit Avocado, beetroot, Tomate und Oliven 

Perfektes Frühstück: Erdbeeren, Vanille Soja Joghurt und Müsli 

Außerdem ziehe ich nun um und wohne dann direkt am Strand und werde mal versuchen morgens joggen zu gehen! Habe extra meine Jogging Schuhe mit, das sollte klappen!

Mittwoch, 17. September 2014

Tag 70 G'day mate!

Da bin ich wieder und wie erwartet geht es mir soviel besser nun. Im Titel sehr ihr, dass es heute der 70te Tag ohne übergeben ist und bisher war ich nicht einmal kurz davor weder habe ich überhaupt mit dem Gedanken gespielt. Manchmal vermisse ich die Bulimie, aber eher die Essstörung an sich und die damit verbundene vermeintliche Sicherheit. Dennoch bin ich heilfroh aus dem Teufelskreis nun ersteinmal wieder heraus zu sein und ich werde alles dafür tun, um nie wieder dort hinein zu geraten.

Ernähren tue ich mich nun komplett vegan und mir fällt es überhaupt nicht mehr schwer. Wie schon vermutet war die Bulimie und die damit verbundene kontrollosigkeit der Knackpunkt. Dadurch, dass ich während der fas noch immer normale Lebensmittel aß, konnte ich nie eine wirkliche Distanz dazu aufbauen. Da ich nun keine fas mehr habe, wächst diese persönliche Barriere immer mehr und ich denke nichtmal mehr darüber nach, zb Kekse oder ein Stück Pizza zu essen. Auch, wenn ich Hunger habe! Und darauf bin ich unheimlich stolz und fühle mich nun endlich richtig gut mit mir.

Wieviel ich wiege weiß ich leider nicht genau. Optimal ernähren tue ich mich immer noch nicht. Oft fresse ich mich mit Datteln und Nüssen voll. Generell habe ich immer das Gefühl, zuviel zu essen. Laut analoger Waage liegt das Gewicht bei 49 Kilo und damit könnte ich leben. Die zusätzlichen Bulimie Kilos habe ich somit wieder verloren und ich fühle mich wirklich sehr viel besser nun. Allerdings muss ich mich echt überwinden, 'normal' zu essen. Ich neige dazu, übertrieben gesund essen zu wollen. Dann esse ich am morgen tonnenweise Obst, Nüsse und trockenfrüchte, obwohl das alles echte kalorienbomben sind. Ein Müsli mit Obst, ein paar Nüssen und ein paar trockenfrüchten tut meinem Bauch viel besser und hält mich zudem länger Satt und zufrieden.

Idealerweise würde ich gerne morgens ein Müsli mit viel Obst und einem Kaffee frühstücken. Als Snacks Obst, Rohkost oder ein Toast. Ich versuche dann bis abends bloß zu snacken. Oder mir ein schönes Mittagessen zu kochen und abends ebenso. Viel Gemüse und kleine Portionen, damit ich mich nicht so voll fühle. Wenn ich alles in allem damit auf 1500 Kalorien komme, wäre es perfekt. Aber meist bin ich zu angespannt und esse zuviel durcheinander, wodurch ich mich zu voll fühle und nur noch ans essen denken kann. Stattdessen einfach mal ein Toast, eine Portion Spaghetti oder so, satt aber nicht voll sein und gut durch den Tag kommen.
Mich ärgert es ein wenig, dass das Thema essen noch so groß ist und oft meinen Tag bestimmt, obwohl ich viel esse. Hoffentlich kann ich mich da bald etwas entspannen..

Noch ein paar Bilder:
Vegane sausagerolls mit Brokkoli und Ketchup (guter Tag, da könnte ich mir abends dann etwas eigentlich 'verbotenes' gönnen)

Toast mit Avocado und Sprossen. Leider kam das erst NACH Nüssen, Datteln und Co. Hätte ich das mal vorweg gegessen..

Müsli, mandelmilch und darunter Banane und Apfel. Danach bin ich dann so satt und zufrieden und das hält sooo viel länger als trocken Obst! Trotz fast gleicher Kalorien.


So meine lieben, ich schreib nun wieder öfter...


Montag, 14. Juli 2014

Tag5 und worst Körperfeeling ever

Oh man, ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick... und da kommt dann normalerweise die Bulimie ins Spiel. Aber ich muss stark bleiben. Jedesmal schaffe ich es bis zum 4. oder 5. Tag und dann habe ich einen Rückfall, dem leider weitere übele Tage folgen. Das Resultat? Ich fühle mich schlecht. Ich werde dicker, ich fühle mich kraftlos und sinnlos und bin einfach nur enttäuscht und traurig. Die Tage darauf sind der Horror, ich traue mich kaum unter Freunde und isoliere mich. Und das alles, weil ich in einem schwachen Moment dachte "Warum nicht". Ja ernsthaft, mehr ist es nicht. Ich denke mir, dass ich ohnehin Zeit habe, genug Lebensmittel da habe und es mir dadurch besser geht. Ein wenig besser geht es mir tatsächlich, aber nur kurz. Es ist wie ein Rausch und sobald der vorbei ist und die Realität sichtbar wird, fängt das eigentliche Grauen an.

Nun, ein bisschen muss ich noch durchhalten. Noch etwa 2 Wochen, dann darf ich endlich in die Freiheit und fliege nach Australien. 2 Wochen. Es wäre so toll, wenn ich diese zwei Wochen bulimiefrei überstehen würde.. aber wenn ich am 5. Tag schon so strauchle..

Heute habe ich viel Obst gegessen bisher. Einen Sojacappuccino, ein paar Haferflocken und etwas Reis mit Gurke, in Algenpapier gewickelt. Ich esse viel Rohkost, viel frisches Obst und Tomaten oder Gurke zum Knabbern. Denn, auch wenn es anfangs einen dicken Bauch macht durch die Verdauung, so tut es doch langfristig gut. Meine Verdauung arbeitet, es erfrischt und gibt meinem Körper all dieNährstoffe, die er braucht. Das vegane Leben ist wirklich nicht schwer, wenn man es so sieht. ich denke, es wird schwerer, wenn ich wirklich wieder in die richtige Welt komme, wo man normal kocht und mit Leuten unterwegs ist. Spontan irgendwo isst, an Buffets kommt oder zu Veranstaltungen, auf denen an Veganer nicht gedacht wurde. Aber ich merke auch, wie sich diese Einstellung zum Essen und meiner Umwelt einbrennt. Das Gewissen meldet sich. Fleisch würde ich weiß Gott nicht wieder anrühren. Milch und Käse mag ich nicht einmal pur. Allerdings mag ich Pizza, Gebäck. Vor allem mag ich es, frei zu sein. Und doof gesagt, aber manchmal ist man das als Veganer eben nicht. Komme ich in ein normales Restaurant, kann ich Salat ohne Joghurt Dressing oder Pommer bestellen. Oder Pasta ohne Butter, Sahne und Käse. Manchmal schränkt es ein. Aber seien wir mal ehrlich: Es nimmt einem auch vielerlei Entscheidungen ab, die uns Essgestörten ohnehin schwer fallen.

Nun, Vegansein strengt mich momentan absolut nicht an. Bulimieanfälle, da esse ich meist doch alles querbeet. Aber was neu ist: Ich fühle mich schlecht. Ich greife eher zu den Salzstangen als zu den Chips wo Milch oder Tierprodukte drin sein können manchmal. Oder lasse die Schokekse komplett stehen. Ich denke, wenn ich wieder alleine wohne und mir nicht alle Lebensmittel teile (ich kaufe auch das meiner Mitbewohner nach, total bescheuert), dann wird das Problem einfach nicht mehr da sein. Und in Australien siegt mein Geizhals: Zu teuer!

Noch ein paar Essensbilder der letzten Tage:

Frühstück letztens: Veganer Blaubeerekuchen, Minze-Ingwer-Grüntee, paar Erdbeeren und Kirschen

Abendessen: In Algenpapier gewickeltes gedünstetes Gemüse mit Sojajoghurt und Sweet Chili Sauce



Grüntee mit frischer Minze und Ingwer

Frische Melone

Gefrohrene Jackfruit aus dem Asiashop, so lecker!


Banane, gefrohrene Himbeeren, frische Brombeeren und Gerstengraspulver

Und so sehen die Rollen vor dem Rollen aus

Frühstück heute: frisches Obst und Sojamilchkaffee

Montag, 7. Juli 2014

Ich komme nicht klar.

Viel zu sehr nimmt mich die Bulimie ein und ich stelle fest, dass genau DAS mitunter das Problem für mich in Deutschland ist. Ob es an der alten Umgebung liegt, meinen Eltern oder einfach an mir selbst.. das weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Bulimie riesengroß ist und mein Denken bestimmt. Mich einnimmt, mich umspontan und alleine macht. Wie konnte es bloß so weit kommen?
Nun lege ich alle Hoffnung in meine nächste Reise. Dass ich in dem Jahr wieder Abstand nehmen kann zu der Essstörung und diese beibehalte, wenn ich zurück komme. Ich denke, allein die Tatsache, dass ich wieder bei meinen Eltern gewohnt habe jetzt, war ein großes Problem.

Ich werde also nochmal weggehen, höchste Woche schon, für 9 Monate. Und ich denke, dass es neun Monate ohne Bulimie werden. Vegane Ernährung, viel Spaß und viele Erfahrungen sollen stattdessen eine Rolle spielen.

Mittlerweile ernähre ich mich wirklich ausschließlich vegan, außer bei Essbrech Anfällen. Es fällt mir kaum schwer, wo ich ja momentan ohnehin wenig unterwegs bin... wie traurig. Wenn ich daran denke, wie lebenswert mein Leben noch vor ein paar Monaten war und dass das alles verschwunden ist. Manchmal ist mein Körper so fertig, dass ich nur noch Hoffnungslosigkeit spüre. So eine tiefe Sinnlosigkeit und alles erscheint unschaffbar. Ich frage mich dann, wie ich jemals wieder sozial sein kann, normale Gespräche führe oder mal einen Tag nichts mache und damit glücklich bin. Tiefe Langeweile macht sich breit, keine Freude an garnichts mehr. Das, was mir vor kurzem noch gut tat und geholfen hat, erscheint belanglos. Ich könnte ewig so weiterschreiten.. es ist bloß so traurig zu sehen. Und das alles wegen dieser dummen Essstörung.

In Australien habe ich so gut gelernt, trotz Essstörung ein tolles Leben zu führen. Ich habe relativ normal gegessen, wodurch ich spontan sein und einfach leben konnte. Es erleichtert ungemein, wenn das eigene Essverhalten so ist, wie das jedes anderen gesunden Menschen. Wenn man Pizza ist und abends ein Bier trinkt ohne Angst. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass es IMMER geklappt hat. Nicht immer, aber meistens. Meistens stand mir meine gestörte Ernährung und der Abnehmwille nicht im Weg. Und mein Körper zeigte mir, dass das auch nicht so sein muss.
Und nun ist alles wieder furchtbar kompliziert und schwerfällig. Anstatt bei meinen Freunden zu bleiben, gehe ich abends heim, um mein Essen zu kochen. Und oft genug kam es vor, dass es nicht reichte und ich vor Hunger wach lag oder es ausartete und eine Bulimie Attacke hatte und wohl sogar Kalorien gespart hätte, wäre ich einfach bei meinen Freunden geblieben und hätte mit ihnen gegessen.

Ich fühle mich bloß so furchtbar dick. 2 Kilo mehr...

Der Knackpunkt liegt bei mir wirklich darin, dass ich a) selbst für mein Essen sorgen und verantwortlich sein muss und nicht meine Eltern und b) viel unterwegs bin, aufgaben habe und mich nützlich fühle.

Außerdem merke ich, dass viel Obst und Gemüse mir sehr gut tut. Oftmals esse ich bis abends bloß Obst und trinke Kaffee mit Sojamilch und fahre damit sehr gut und auch ohne Heißhunger. Ich trinke auch weniger während des Essens, wodurch tatsächlich Heißhunger ausbleibt. Einen Essbrechanfall wegen Heißhunger hatte ich eigentlich schon ewig nicht mehr.. es war immer mehr emotionaler Natur.

Nun, ich möchte auch hier wieder mehr schreiben und mir Rat von euch holen. Es hilft schon sehr. Denn man trägt Tag ein Tag aus ein riesiges schwarzes Geheimnis mit sich herum, wenn man bulimisch ist. Und es hilft, Gedanken dazu auszutauschen..

Noch ein paar Bilder:
Frische Früchte und Kaffee und ich bin glücklich




Mango, sojamilch, Gerstengras. Lecker und gesund!


veganer Käsekuchen

Dienstag, 24. Juni 2014

Tag5 obligatorisches "ich lebe noch"

Wie fange ich an? Nun, ich atme, mein Herz schlägt, ich lebe. Aber wie man vielleicht schon an meinem letzten Beitrag vermuten konnte: Ich bin eingebrochen. Die Bulimie hat mich wieder. Ein paar meist heftige Wochen liegen hinter mir, viel Erbrechen, isolieren und eine Gewichtszunahme.
Mittlerweile bin ich bei 52 Kilo wieder, aber es fällt ein Glück. Heute ist der 5te Tag ohne Übergeben. Vorgestern war ich sogar 45 Minuten joggen! Außerdem bin ich nun offiziell Veganer, aber es ist nach wie vor ein Prozess. Normalerweise mag ich keine Extrawurst verlangen und finde Essen ablehnen einfach unhöflich. Besonders, weil es auf so viel Unverständnis trifft. Aber ich mache mich. Bloß ist es so, wie damals mit dem Rauchen: Man kann sich noch nicht identifizieren. Wenn ich mich "Veganer" nenne, klingt das einfach fremd. Genau wie damals, als ich auf einmal "Raucher" war. Ich habe sehr lange heimlich für mich geraucht, ehe es mir in der Öffentlichkeit nichts mehr ausmachte.
Nun lese ich viel über das, was in deutschen Bauernhöfen, Fabriken und Supermärkten passiert und suche jede Menge Tipps. Ich bin noch am Anfang und freue mich über alles Wissen, das langjährige Veganer nunmal haben. Besonders, wenn es um so versteckte Produkte im Supermarkt oder Gerichte Im Restaurant oder sowas geht. Immer her damit!

Außer, dass ich nun vegan esse, esse ich auch meist Obst und Gemüse. Mein Morgen beginnt oft mit einem Sojakaffee und frischem Obst. Danach trinke ich erstmal Wasser und lege nochmal Obst und Kaffee nach oder mache einen Smoothie bzw Milkshake. Dann snacke ich so durch den Tag und abends gibt es dann viel Gemüse, Kartoffeln, Tofu oder das, was es eben bei Freunden oder im Restaurant gibt. Sport mache ich eher weniger. Viel Radfahren, so ca einmal die Woche joggen.

Außerdem gehe ich zurück nach Australien! Deutschland tut mir einfach (wie man sieht) nicht gut. Und wenn ich nächstes Jahr zurück bin gehe ich das ganze anders an. Kein wiedereinziehen bei den Eltern, auch, wenn es Geld spart. Lieber was eigenes, übergangsmäßiges suchen und eigenständig sein. Seine eigenen Lebensmittel kaufen, sich nicht von den Eltern wie eine 16jährige behandeln lassen und einfach auch Abstand zu diesen Menschen behalten, die mich komischweise trotz ihrer Liebe unglaublich krass in diese kranke Welt zurückpushen. Viele Essattacken wurden durch Streitereien ausgelöst! Oder durch schlechtes Gewissen, weil ich eine Kartoffel von Papas essen aß, die gebuttert war. Und Butter ist nicht vegan... Irgendwie nehmen die mein Vegansein auch garnicht ernst und diskutieren die ganze Zeit darüber. Ich fühle mich nicht ernstgenommen. Dabei sind sie diejenigen, die nicht klarkommen. Mein Vater hängt nur auf der Couch, selbst bei diesem Bombenwetter und trinkt viel zu viel Wein. Meine Mutter sucht verzweifelt einen Mann und redet von nichts anderem, hat ein Internetdate nach dem nächsten. Wenn ich mich mit den beiden unterhalte, ist es sehr anstrengend und mir geht trotz Australien Energie Schub so langsam die Puste aus. So traurig es ist, bei den beiden zu sein, tut mir nicht gut. Ich möchte ihnen nicht alle Schuld zu sprechen. Aber sie tragen erheblich dazu bei!

Nun sieht es so aus, dass ich hier noch ein paar Dinge kläre und dann abhaue. Roadtrip, erstmal locker dann für Farmer arbeiten und dann zurück zu meiner alten Arbeit und von dortaus nächsten Frühling in Deutschland bewerben. Und wenn ich dann zurückkomme, suche ich sofort eine eigene Wohnung und mache mein eigenes Ding. Und mein eigenes Ding, ist ein Leben ohne Bulimie.
Noch ein paar Bilder der letzten Tage:

Typisches Frühstück:
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Veganer Kuchen:

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Ich werde nun öfters was von mir hören lassen. Macht es gut!