Dienstag, 23. September 2014

Tag 76 voller Bauch

Heute war kein guter Tag. Den ganzen Tag war ich müde und gereizt und mein Bauch hat die ganze zeit rumort. Nach dem Wochenende Ging es ihm auf einmal weniger gut. Habe sehr viel Brot und Nudeln gegessen, ob es daran lag? Habe nichtmal das Gefühl gehabt, dadurch zugenommen zu haben. War eher so ein mieses Völlegefühl und Bauchziehen und nun Heißhunger. Habe dann den ganzen Tag gegessen und gegessen und jetzt ist mir schlecht.. Ding mit porridge mit Beeren und Kaffee mit mandelmilch an. Dann einen Apfel und Banane. Dann 3 Toast mit Margarine und Marmelade und eine Banane. Viele Datteln und getrocknete Aprikosen. Viele Oliven, einen Apfel. Und abends erst nen bagel mit Margarine und so herzhafte veggi Aufstriche, dann ein Toast mit Margarine und Marmelade. Heißhunger. Unzählige Nüsse, trockenfrüchte und ein paar Kekse. Wirklich voll fühle ich mich nicht, eher so, als sei die Verdauung voll. Die ganze zeit blubbert es im Bauch und mir ist etwas übel.. Bäh..

Diese Beeren aus dem Garten waren im porridge yummy

Morgen soll besser werden! Die letzten Tage hat es mit den normaler essen eigentlich gut geklappt. Es war jetzt keine komplette Katastrophe aber ich fühl mich unwohl und das ist scheisse.

Morgen versuche ich dann möglichst spät zu frühstücken. Müsli mit Früchten und mandelmilch, dazu schwarzen Kaffee. Und dann über den Tag Apfel, Banane, Oliven, vielleicht ein Toast. Und abends irgendwas mit ner guten gemüsebeilage und dann sollte es dem Bauch auch besser gehen denke ich. Hoffe ich. Noch ein paar Bilder:

Eins meiner Abendessen: Brot mit Avocado, beetroot, Tomate und Oliven 

Perfektes Frühstück: Erdbeeren, Vanille Soja Joghurt und Müsli 

Außerdem ziehe ich nun um und wohne dann direkt am Strand und werde mal versuchen morgens joggen zu gehen! Habe extra meine Jogging Schuhe mit, das sollte klappen!

Mittwoch, 17. September 2014

Tag 70 G'day mate!

Da bin ich wieder und wie erwartet geht es mir soviel besser nun. Im Titel sehr ihr, dass es heute der 70te Tag ohne übergeben ist und bisher war ich nicht einmal kurz davor weder habe ich überhaupt mit dem Gedanken gespielt. Manchmal vermisse ich die Bulimie, aber eher die Essstörung an sich und die damit verbundene vermeintliche Sicherheit. Dennoch bin ich heilfroh aus dem Teufelskreis nun ersteinmal wieder heraus zu sein und ich werde alles dafür tun, um nie wieder dort hinein zu geraten.

Ernähren tue ich mich nun komplett vegan und mir fällt es überhaupt nicht mehr schwer. Wie schon vermutet war die Bulimie und die damit verbundene kontrollosigkeit der Knackpunkt. Dadurch, dass ich während der fas noch immer normale Lebensmittel aß, konnte ich nie eine wirkliche Distanz dazu aufbauen. Da ich nun keine fas mehr habe, wächst diese persönliche Barriere immer mehr und ich denke nichtmal mehr darüber nach, zb Kekse oder ein Stück Pizza zu essen. Auch, wenn ich Hunger habe! Und darauf bin ich unheimlich stolz und fühle mich nun endlich richtig gut mit mir.

Wieviel ich wiege weiß ich leider nicht genau. Optimal ernähren tue ich mich immer noch nicht. Oft fresse ich mich mit Datteln und Nüssen voll. Generell habe ich immer das Gefühl, zuviel zu essen. Laut analoger Waage liegt das Gewicht bei 49 Kilo und damit könnte ich leben. Die zusätzlichen Bulimie Kilos habe ich somit wieder verloren und ich fühle mich wirklich sehr viel besser nun. Allerdings muss ich mich echt überwinden, 'normal' zu essen. Ich neige dazu, übertrieben gesund essen zu wollen. Dann esse ich am morgen tonnenweise Obst, Nüsse und trockenfrüchte, obwohl das alles echte kalorienbomben sind. Ein Müsli mit Obst, ein paar Nüssen und ein paar trockenfrüchten tut meinem Bauch viel besser und hält mich zudem länger Satt und zufrieden.

Idealerweise würde ich gerne morgens ein Müsli mit viel Obst und einem Kaffee frühstücken. Als Snacks Obst, Rohkost oder ein Toast. Ich versuche dann bis abends bloß zu snacken. Oder mir ein schönes Mittagessen zu kochen und abends ebenso. Viel Gemüse und kleine Portionen, damit ich mich nicht so voll fühle. Wenn ich alles in allem damit auf 1500 Kalorien komme, wäre es perfekt. Aber meist bin ich zu angespannt und esse zuviel durcheinander, wodurch ich mich zu voll fühle und nur noch ans essen denken kann. Stattdessen einfach mal ein Toast, eine Portion Spaghetti oder so, satt aber nicht voll sein und gut durch den Tag kommen.
Mich ärgert es ein wenig, dass das Thema essen noch so groß ist und oft meinen Tag bestimmt, obwohl ich viel esse. Hoffentlich kann ich mich da bald etwas entspannen..

Noch ein paar Bilder:
Vegane sausagerolls mit Brokkoli und Ketchup (guter Tag, da könnte ich mir abends dann etwas eigentlich 'verbotenes' gönnen)

Toast mit Avocado und Sprossen. Leider kam das erst NACH Nüssen, Datteln und Co. Hätte ich das mal vorweg gegessen..

Müsli, mandelmilch und darunter Banane und Apfel. Danach bin ich dann so satt und zufrieden und das hält sooo viel länger als trocken Obst! Trotz fast gleicher Kalorien.


So meine lieben, ich schreib nun wieder öfter...


Montag, 14. Juli 2014

Tag5 und worst Körperfeeling ever

Oh man, ich fühle mich furchtbar. Dick dick dick... und da kommt dann normalerweise die Bulimie ins Spiel. Aber ich muss stark bleiben. Jedesmal schaffe ich es bis zum 4. oder 5. Tag und dann habe ich einen Rückfall, dem leider weitere übele Tage folgen. Das Resultat? Ich fühle mich schlecht. Ich werde dicker, ich fühle mich kraftlos und sinnlos und bin einfach nur enttäuscht und traurig. Die Tage darauf sind der Horror, ich traue mich kaum unter Freunde und isoliere mich. Und das alles, weil ich in einem schwachen Moment dachte "Warum nicht". Ja ernsthaft, mehr ist es nicht. Ich denke mir, dass ich ohnehin Zeit habe, genug Lebensmittel da habe und es mir dadurch besser geht. Ein wenig besser geht es mir tatsächlich, aber nur kurz. Es ist wie ein Rausch und sobald der vorbei ist und die Realität sichtbar wird, fängt das eigentliche Grauen an.

Nun, ein bisschen muss ich noch durchhalten. Noch etwa 2 Wochen, dann darf ich endlich in die Freiheit und fliege nach Australien. 2 Wochen. Es wäre so toll, wenn ich diese zwei Wochen bulimiefrei überstehen würde.. aber wenn ich am 5. Tag schon so strauchle..

Heute habe ich viel Obst gegessen bisher. Einen Sojacappuccino, ein paar Haferflocken und etwas Reis mit Gurke, in Algenpapier gewickelt. Ich esse viel Rohkost, viel frisches Obst und Tomaten oder Gurke zum Knabbern. Denn, auch wenn es anfangs einen dicken Bauch macht durch die Verdauung, so tut es doch langfristig gut. Meine Verdauung arbeitet, es erfrischt und gibt meinem Körper all dieNährstoffe, die er braucht. Das vegane Leben ist wirklich nicht schwer, wenn man es so sieht. ich denke, es wird schwerer, wenn ich wirklich wieder in die richtige Welt komme, wo man normal kocht und mit Leuten unterwegs ist. Spontan irgendwo isst, an Buffets kommt oder zu Veranstaltungen, auf denen an Veganer nicht gedacht wurde. Aber ich merke auch, wie sich diese Einstellung zum Essen und meiner Umwelt einbrennt. Das Gewissen meldet sich. Fleisch würde ich weiß Gott nicht wieder anrühren. Milch und Käse mag ich nicht einmal pur. Allerdings mag ich Pizza, Gebäck. Vor allem mag ich es, frei zu sein. Und doof gesagt, aber manchmal ist man das als Veganer eben nicht. Komme ich in ein normales Restaurant, kann ich Salat ohne Joghurt Dressing oder Pommer bestellen. Oder Pasta ohne Butter, Sahne und Käse. Manchmal schränkt es ein. Aber seien wir mal ehrlich: Es nimmt einem auch vielerlei Entscheidungen ab, die uns Essgestörten ohnehin schwer fallen.

Nun, Vegansein strengt mich momentan absolut nicht an. Bulimieanfälle, da esse ich meist doch alles querbeet. Aber was neu ist: Ich fühle mich schlecht. Ich greife eher zu den Salzstangen als zu den Chips wo Milch oder Tierprodukte drin sein können manchmal. Oder lasse die Schokekse komplett stehen. Ich denke, wenn ich wieder alleine wohne und mir nicht alle Lebensmittel teile (ich kaufe auch das meiner Mitbewohner nach, total bescheuert), dann wird das Problem einfach nicht mehr da sein. Und in Australien siegt mein Geizhals: Zu teuer!

Noch ein paar Essensbilder der letzten Tage:

Frühstück letztens: Veganer Blaubeerekuchen, Minze-Ingwer-Grüntee, paar Erdbeeren und Kirschen

Abendessen: In Algenpapier gewickeltes gedünstetes Gemüse mit Sojajoghurt und Sweet Chili Sauce



Grüntee mit frischer Minze und Ingwer

Frische Melone

Gefrohrene Jackfruit aus dem Asiashop, so lecker!


Banane, gefrohrene Himbeeren, frische Brombeeren und Gerstengraspulver

Und so sehen die Rollen vor dem Rollen aus

Frühstück heute: frisches Obst und Sojamilchkaffee

Montag, 7. Juli 2014

Ich komme nicht klar.

Viel zu sehr nimmt mich die Bulimie ein und ich stelle fest, dass genau DAS mitunter das Problem für mich in Deutschland ist. Ob es an der alten Umgebung liegt, meinen Eltern oder einfach an mir selbst.. das weiß ich nicht. Fakt ist, dass die Bulimie riesengroß ist und mein Denken bestimmt. Mich einnimmt, mich umspontan und alleine macht. Wie konnte es bloß so weit kommen?
Nun lege ich alle Hoffnung in meine nächste Reise. Dass ich in dem Jahr wieder Abstand nehmen kann zu der Essstörung und diese beibehalte, wenn ich zurück komme. Ich denke, allein die Tatsache, dass ich wieder bei meinen Eltern gewohnt habe jetzt, war ein großes Problem.

Ich werde also nochmal weggehen, höchste Woche schon, für 9 Monate. Und ich denke, dass es neun Monate ohne Bulimie werden. Vegane Ernährung, viel Spaß und viele Erfahrungen sollen stattdessen eine Rolle spielen.

Mittlerweile ernähre ich mich wirklich ausschließlich vegan, außer bei Essbrech Anfällen. Es fällt mir kaum schwer, wo ich ja momentan ohnehin wenig unterwegs bin... wie traurig. Wenn ich daran denke, wie lebenswert mein Leben noch vor ein paar Monaten war und dass das alles verschwunden ist. Manchmal ist mein Körper so fertig, dass ich nur noch Hoffnungslosigkeit spüre. So eine tiefe Sinnlosigkeit und alles erscheint unschaffbar. Ich frage mich dann, wie ich jemals wieder sozial sein kann, normale Gespräche führe oder mal einen Tag nichts mache und damit glücklich bin. Tiefe Langeweile macht sich breit, keine Freude an garnichts mehr. Das, was mir vor kurzem noch gut tat und geholfen hat, erscheint belanglos. Ich könnte ewig so weiterschreiten.. es ist bloß so traurig zu sehen. Und das alles wegen dieser dummen Essstörung.

In Australien habe ich so gut gelernt, trotz Essstörung ein tolles Leben zu führen. Ich habe relativ normal gegessen, wodurch ich spontan sein und einfach leben konnte. Es erleichtert ungemein, wenn das eigene Essverhalten so ist, wie das jedes anderen gesunden Menschen. Wenn man Pizza ist und abends ein Bier trinkt ohne Angst. Natürlich wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass es IMMER geklappt hat. Nicht immer, aber meistens. Meistens stand mir meine gestörte Ernährung und der Abnehmwille nicht im Weg. Und mein Körper zeigte mir, dass das auch nicht so sein muss.
Und nun ist alles wieder furchtbar kompliziert und schwerfällig. Anstatt bei meinen Freunden zu bleiben, gehe ich abends heim, um mein Essen zu kochen. Und oft genug kam es vor, dass es nicht reichte und ich vor Hunger wach lag oder es ausartete und eine Bulimie Attacke hatte und wohl sogar Kalorien gespart hätte, wäre ich einfach bei meinen Freunden geblieben und hätte mit ihnen gegessen.

Ich fühle mich bloß so furchtbar dick. 2 Kilo mehr...

Der Knackpunkt liegt bei mir wirklich darin, dass ich a) selbst für mein Essen sorgen und verantwortlich sein muss und nicht meine Eltern und b) viel unterwegs bin, aufgaben habe und mich nützlich fühle.

Außerdem merke ich, dass viel Obst und Gemüse mir sehr gut tut. Oftmals esse ich bis abends bloß Obst und trinke Kaffee mit Sojamilch und fahre damit sehr gut und auch ohne Heißhunger. Ich trinke auch weniger während des Essens, wodurch tatsächlich Heißhunger ausbleibt. Einen Essbrechanfall wegen Heißhunger hatte ich eigentlich schon ewig nicht mehr.. es war immer mehr emotionaler Natur.

Nun, ich möchte auch hier wieder mehr schreiben und mir Rat von euch holen. Es hilft schon sehr. Denn man trägt Tag ein Tag aus ein riesiges schwarzes Geheimnis mit sich herum, wenn man bulimisch ist. Und es hilft, Gedanken dazu auszutauschen..

Noch ein paar Bilder:
Frische Früchte und Kaffee und ich bin glücklich




Mango, sojamilch, Gerstengras. Lecker und gesund!


veganer Käsekuchen

Dienstag, 24. Juni 2014

Tag5 obligatorisches "ich lebe noch"

Wie fange ich an? Nun, ich atme, mein Herz schlägt, ich lebe. Aber wie man vielleicht schon an meinem letzten Beitrag vermuten konnte: Ich bin eingebrochen. Die Bulimie hat mich wieder. Ein paar meist heftige Wochen liegen hinter mir, viel Erbrechen, isolieren und eine Gewichtszunahme.
Mittlerweile bin ich bei 52 Kilo wieder, aber es fällt ein Glück. Heute ist der 5te Tag ohne Übergeben. Vorgestern war ich sogar 45 Minuten joggen! Außerdem bin ich nun offiziell Veganer, aber es ist nach wie vor ein Prozess. Normalerweise mag ich keine Extrawurst verlangen und finde Essen ablehnen einfach unhöflich. Besonders, weil es auf so viel Unverständnis trifft. Aber ich mache mich. Bloß ist es so, wie damals mit dem Rauchen: Man kann sich noch nicht identifizieren. Wenn ich mich "Veganer" nenne, klingt das einfach fremd. Genau wie damals, als ich auf einmal "Raucher" war. Ich habe sehr lange heimlich für mich geraucht, ehe es mir in der Öffentlichkeit nichts mehr ausmachte.
Nun lese ich viel über das, was in deutschen Bauernhöfen, Fabriken und Supermärkten passiert und suche jede Menge Tipps. Ich bin noch am Anfang und freue mich über alles Wissen, das langjährige Veganer nunmal haben. Besonders, wenn es um so versteckte Produkte im Supermarkt oder Gerichte Im Restaurant oder sowas geht. Immer her damit!

Außer, dass ich nun vegan esse, esse ich auch meist Obst und Gemüse. Mein Morgen beginnt oft mit einem Sojakaffee und frischem Obst. Danach trinke ich erstmal Wasser und lege nochmal Obst und Kaffee nach oder mache einen Smoothie bzw Milkshake. Dann snacke ich so durch den Tag und abends gibt es dann viel Gemüse, Kartoffeln, Tofu oder das, was es eben bei Freunden oder im Restaurant gibt. Sport mache ich eher weniger. Viel Radfahren, so ca einmal die Woche joggen.

Außerdem gehe ich zurück nach Australien! Deutschland tut mir einfach (wie man sieht) nicht gut. Und wenn ich nächstes Jahr zurück bin gehe ich das ganze anders an. Kein wiedereinziehen bei den Eltern, auch, wenn es Geld spart. Lieber was eigenes, übergangsmäßiges suchen und eigenständig sein. Seine eigenen Lebensmittel kaufen, sich nicht von den Eltern wie eine 16jährige behandeln lassen und einfach auch Abstand zu diesen Menschen behalten, die mich komischweise trotz ihrer Liebe unglaublich krass in diese kranke Welt zurückpushen. Viele Essattacken wurden durch Streitereien ausgelöst! Oder durch schlechtes Gewissen, weil ich eine Kartoffel von Papas essen aß, die gebuttert war. Und Butter ist nicht vegan... Irgendwie nehmen die mein Vegansein auch garnicht ernst und diskutieren die ganze Zeit darüber. Ich fühle mich nicht ernstgenommen. Dabei sind sie diejenigen, die nicht klarkommen. Mein Vater hängt nur auf der Couch, selbst bei diesem Bombenwetter und trinkt viel zu viel Wein. Meine Mutter sucht verzweifelt einen Mann und redet von nichts anderem, hat ein Internetdate nach dem nächsten. Wenn ich mich mit den beiden unterhalte, ist es sehr anstrengend und mir geht trotz Australien Energie Schub so langsam die Puste aus. So traurig es ist, bei den beiden zu sein, tut mir nicht gut. Ich möchte ihnen nicht alle Schuld zu sprechen. Aber sie tragen erheblich dazu bei!

Nun sieht es so aus, dass ich hier noch ein paar Dinge kläre und dann abhaue. Roadtrip, erstmal locker dann für Farmer arbeiten und dann zurück zu meiner alten Arbeit und von dortaus nächsten Frühling in Deutschland bewerben. Und wenn ich dann zurückkomme, suche ich sofort eine eigene Wohnung und mache mein eigenes Ding. Und mein eigenes Ding, ist ein Leben ohne Bulimie.
Noch ein paar Bilder der letzten Tage:

Typisches Frühstück:
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Veganer Kuchen:

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Ich werde nun öfters was von mir hören lassen. Macht es gut!

Samstag, 19. April 2014

Tag 199 Rückfall und Deutschland

Zurück in Deutschland, seit ein paar Tagen nun schon und in mir drin ist alles durcheinander. So groß war das Heimweh und an meinem letzten Tag war es verschwindend gering. Es fühlte sich falsch an, zu gehen. Wie aufgeben.
Dann kam ich zurück, habe geweint, es fühlte sich falsch an. Ich fühlte mich fremd mit meiner Sorglosigkeit und meinem Strahlen im Gesicht. Lief auf der falschen Seite der Straße und sprach jeden an und keiner antwortete mir.
Es fühlt sich nach wie vor falsch an. Die Essstörung ist nun wieder riesengroß, ich werde wieder härter, innerlich wie äußerlich. Als würde ich das brauchen, um in Deutschland klar zu kommen. Mit Erschrecken stelle ich fest, dass mein Lächeln verschwindet, dass ich nach dem zwanzigsten rücksichtslosen Menschen am Tag einfach nicht mehr freundlich sein kann. Obwohl ich es innen drin bin, also, schon. Aber wenn einem den ganzen Tag ernste starre Mienen begegnen, Leute in dich reinlaufen und dich nichtmal angucken und höchstens ein Entschuldigung nuscheln (eigentlich gucken sie dich meist böse an und schieben dir die Schuld zu), kann ich irgendwann nicht mehr. Es macht einem zu schaffen, es tut einem fast weh. Man möchte doch nur etwas Wärme erfahren, aber Deutschland ist kalt und locker 60% der Bevölkerung ist kalt nach außen hin. Fremden gegenüber. Selbst untereinander. Wo ist das lächeln auf den Lippen, das Lachen?

Mit Erschrecken stelle ich auch fest, dass ich langsam doch ankomme. Dass ich wieder in diese Kreise eintauche, in denen ich vorher war. Dass alte Ziele und Werte wieder aufleuchten. Australien verschwindet in der Ferne und das tut unglaublich weh. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, mir hier eine neue Wohnung zu suchen und mich einzuigeln in dem deutschen Trott. Und zu hoffen, dass doch ein bisschen was von meiner Lebensfreude erhalten blieb und ich sorgloser leben kann hier.

Dann wiederum erinnere ich mich an die Erinnerung an Australien. Klingt kompliziert, ist es auch. Das alles ist so weit weg. Ich erinnere mich bloß, dass ich glücklicher war. Ich habe zwar vieles vermisst, aber innen drin, da ging es mir gut. Vor allem (und das wird mir erst jetzt wirklich klar, wo die Essstörung wieder größer wird) konnte die Lebensfreude mir das Essen erleichtern. Heißt nicht, dass ich mit mir zufrieden war. Aber es war okay. Ich konnte essen. Ich habe mich zum fast ersten Mal in meinem Leben bewusst ernährt. Und das fällt mir erst jetzt auf, wo ich das nicht mehr hinbekomme. Wie ernährt man sich? Wie lebt man spontan, wie trifft man Freunde und kombiniert das mit seinen Essplänen? Ich bin aufgeschmissen. In Australien war es so einfach und hier.. hier versinke ich wieder in der Essstörung. Ich hatte sogar einen Bulimierückfall, wenn auch einen kleinen. Aber es war Bulimie. Trotzdem erlaube ich mir, die Tage weiter zu zählen. Es heißt ab nun an eben: "Ich habe nun fast 200 Tage geschafft, in denen ich nur einen Rückfall hatte". Ich hoffe, es hilft...

Wie ich nun weiter mache? Nun, ich erledige, was zu erledigen ist und rede mir die Sache mit Wohnung hier suchen und in Deutschland bleiben so gut es geht aus. Stattdessen suche ich eine Möglichkeit, nochmal zurück zu können. Dieses Hin und Her ist bloß unheimlich anstrengend und lässt mich irgendwie nicht richtig ankommen und nicht richtig fern bleiben.

Essen tue ich nun wieder mehr und mehr wie vor meiner Reise. Das Erlernte verschwindet Tag um Tag und zurück kehre ich in alte Muster. Ich merke den Fortschritt meines Körpers. Er brauch nun mehr Nahrung, da er ja nun länger mehr bekommen hat. Er ist hungriger. Und genau das macht mir Angst. Ich bin es nicht gewohnt, meinen Körper mit diesem Hunger und meinen Kopf mit den alten Gedanken unter einem Dach zu haben. Versucht mal von nur Obst morgens satt zu werden. Ich scheitere. Ich nehme mir ein Brötchen und fühle mich schrecklich und schuldig, obwohl ich in Australien zwei aß und ne Stunde später wieder Hunger hatte und noch mehr aß. Aber hier in Deutschland fällt "normal" Essen unglaublich schwer. Meistens esse ich Obst und Gemüse und lege Treffen so, dass da nichts dazwischen kommt. Und ich hasse mich dafür. Und ich muss das ändern. Denn ganz im Ernst, meistens geht der Plan ja doch in die Hose und man tut besser daran, mit Freunden und Familie zusammen zu essen und sich bei normalem zu beherrschen, anstatt eine Mega Portion Gemüse zu essen und den gesamten Abend von Heißhunger geplagt zu werden.

Ich möchte es schaffen, hier normal zu leben. Das Blöde ist, ich glaube, dass eine eigene Wohnung mir mehr als helfen würde. Es würde mir helfen, in jenes Leben hinein zu kommen. Was soll ich bloß tun?

Goodbye my Love

Frühstück, Standart: Obst, Sojamilchkaffee

Mittwoch, 2. April 2014

Tag 181 Pläne schmieden


Ich schmiede fleißig Pläne. Wie reichhaltig das Leben werden kann, hat man einmal den Mut gefasst, seinen Blickwinkel zu erweitern. Wieviele Möglichkeiten es gibt. Wohin man alles gehen und reisen kann. Ich weiß garnicht, wo ich ansetzten soll...

Vermutlich Ende ich irgendwann in diesem wunderbaren Land. Jedoch muss ich sagen, dass ich mich nun unglaublich auf Zuhause freue. Kraft tanken, Freunde und Familie sehen und die nächsten Monate planen. Führerschein zu Ende machen, Uni Bewerbung und mein essen etwas cleaner halten, mehr Sport. Ich denke, ich werde mich körperlich schnell besser fühlen, wenn ich be zeitlang gesünder esse. Es gibt oft noch spät fettiges essen, viel zu wenig Obst und Gemüse außerdem. Wieviel ich wiege, weiß ich nach wie vor nicht. Aber ich denke, dass ich daheim schnell wieder die 48 erreicht haben werde. 47 wären ein tolles Ziel.... :)

Nun werde ich aber erstmal noch die letzten Tage genießen. Hier ist es nun herbstlich und alles verfällt in eine winterstarre. Zeit zu gehn... Vorher nehm ich allerdings noch Strand, Sonne und etwas Arbeit mit. Den Flug buch ich heut oder morgen. Ich freu mich so unsagbar auf etwas Ruhe!! Mittlerweile kann ich sogar behaupten, dass ich auch stark genug bin, der Bulimie Zuhause den Kampf anzu sagen. In zwei Tagen ist es offiziell ein halbes Jahr ohne. Aber Zuhause wird das nochmal eine andere Geschichte... Aber ich will das nicht mehr, ich will gesund leben und mich gut ernähren. Das einzige, was ich mir erlaube, sind Schokotage. Heißt, ich esse den ganzen Tag nur Schokolade. Unglaublich krank und ungesund, aber besser als übergeben und stillt meine gelöste nach Krankem verhalten. Irgendwie muss ich manchmal abdriften und der Kopf kann ganz gut abdriften, wenn nur leckere Schokolade auf dem Speiseplan steht. Am Ende des Tages freut man sich unglaublich auf den nächsten Tag, wo man wieder Obst in Gemüse Essen darf. Abnehmen tu ich dabei logischerweise nicht...

Soviel zu meinen Gedanken. Kommentare beantworte ich sobald ich an meinen Laptop komme.