Samstag, 19. April 2014

Tag 199 Rückfall und Deutschland

Zurück in Deutschland, seit ein paar Tagen nun schon und in mir drin ist alles durcheinander. So groß war das Heimweh und an meinem letzten Tag war es verschwindend gering. Es fühlte sich falsch an, zu gehen. Wie aufgeben.
Dann kam ich zurück, habe geweint, es fühlte sich falsch an. Ich fühlte mich fremd mit meiner Sorglosigkeit und meinem Strahlen im Gesicht. Lief auf der falschen Seite der Straße und sprach jeden an und keiner antwortete mir.
Es fühlt sich nach wie vor falsch an. Die Essstörung ist nun wieder riesengroß, ich werde wieder härter, innerlich wie äußerlich. Als würde ich das brauchen, um in Deutschland klar zu kommen. Mit Erschrecken stelle ich fest, dass mein Lächeln verschwindet, dass ich nach dem zwanzigsten rücksichtslosen Menschen am Tag einfach nicht mehr freundlich sein kann. Obwohl ich es innen drin bin, also, schon. Aber wenn einem den ganzen Tag ernste starre Mienen begegnen, Leute in dich reinlaufen und dich nichtmal angucken und höchstens ein Entschuldigung nuscheln (eigentlich gucken sie dich meist böse an und schieben dir die Schuld zu), kann ich irgendwann nicht mehr. Es macht einem zu schaffen, es tut einem fast weh. Man möchte doch nur etwas Wärme erfahren, aber Deutschland ist kalt und locker 60% der Bevölkerung ist kalt nach außen hin. Fremden gegenüber. Selbst untereinander. Wo ist das lächeln auf den Lippen, das Lachen?

Mit Erschrecken stelle ich auch fest, dass ich langsam doch ankomme. Dass ich wieder in diese Kreise eintauche, in denen ich vorher war. Dass alte Ziele und Werte wieder aufleuchten. Australien verschwindet in der Ferne und das tut unglaublich weh. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, mir hier eine neue Wohnung zu suchen und mich einzuigeln in dem deutschen Trott. Und zu hoffen, dass doch ein bisschen was von meiner Lebensfreude erhalten blieb und ich sorgloser leben kann hier.

Dann wiederum erinnere ich mich an die Erinnerung an Australien. Klingt kompliziert, ist es auch. Das alles ist so weit weg. Ich erinnere mich bloß, dass ich glücklicher war. Ich habe zwar vieles vermisst, aber innen drin, da ging es mir gut. Vor allem (und das wird mir erst jetzt wirklich klar, wo die Essstörung wieder größer wird) konnte die Lebensfreude mir das Essen erleichtern. Heißt nicht, dass ich mit mir zufrieden war. Aber es war okay. Ich konnte essen. Ich habe mich zum fast ersten Mal in meinem Leben bewusst ernährt. Und das fällt mir erst jetzt auf, wo ich das nicht mehr hinbekomme. Wie ernährt man sich? Wie lebt man spontan, wie trifft man Freunde und kombiniert das mit seinen Essplänen? Ich bin aufgeschmissen. In Australien war es so einfach und hier.. hier versinke ich wieder in der Essstörung. Ich hatte sogar einen Bulimierückfall, wenn auch einen kleinen. Aber es war Bulimie. Trotzdem erlaube ich mir, die Tage weiter zu zählen. Es heißt ab nun an eben: "Ich habe nun fast 200 Tage geschafft, in denen ich nur einen Rückfall hatte". Ich hoffe, es hilft...

Wie ich nun weiter mache? Nun, ich erledige, was zu erledigen ist und rede mir die Sache mit Wohnung hier suchen und in Deutschland bleiben so gut es geht aus. Stattdessen suche ich eine Möglichkeit, nochmal zurück zu können. Dieses Hin und Her ist bloß unheimlich anstrengend und lässt mich irgendwie nicht richtig ankommen und nicht richtig fern bleiben.

Essen tue ich nun wieder mehr und mehr wie vor meiner Reise. Das Erlernte verschwindet Tag um Tag und zurück kehre ich in alte Muster. Ich merke den Fortschritt meines Körpers. Er brauch nun mehr Nahrung, da er ja nun länger mehr bekommen hat. Er ist hungriger. Und genau das macht mir Angst. Ich bin es nicht gewohnt, meinen Körper mit diesem Hunger und meinen Kopf mit den alten Gedanken unter einem Dach zu haben. Versucht mal von nur Obst morgens satt zu werden. Ich scheitere. Ich nehme mir ein Brötchen und fühle mich schrecklich und schuldig, obwohl ich in Australien zwei aß und ne Stunde später wieder Hunger hatte und noch mehr aß. Aber hier in Deutschland fällt "normal" Essen unglaublich schwer. Meistens esse ich Obst und Gemüse und lege Treffen so, dass da nichts dazwischen kommt. Und ich hasse mich dafür. Und ich muss das ändern. Denn ganz im Ernst, meistens geht der Plan ja doch in die Hose und man tut besser daran, mit Freunden und Familie zusammen zu essen und sich bei normalem zu beherrschen, anstatt eine Mega Portion Gemüse zu essen und den gesamten Abend von Heißhunger geplagt zu werden.

Ich möchte es schaffen, hier normal zu leben. Das Blöde ist, ich glaube, dass eine eigene Wohnung mir mehr als helfen würde. Es würde mir helfen, in jenes Leben hinein zu kommen. Was soll ich bloß tun?

Goodbye my Love

Frühstück, Standart: Obst, Sojamilchkaffee

Mittwoch, 2. April 2014

Tag 181 Pläne schmieden


Ich schmiede fleißig Pläne. Wie reichhaltig das Leben werden kann, hat man einmal den Mut gefasst, seinen Blickwinkel zu erweitern. Wieviele Möglichkeiten es gibt. Wohin man alles gehen und reisen kann. Ich weiß garnicht, wo ich ansetzten soll...

Vermutlich Ende ich irgendwann in diesem wunderbaren Land. Jedoch muss ich sagen, dass ich mich nun unglaublich auf Zuhause freue. Kraft tanken, Freunde und Familie sehen und die nächsten Monate planen. Führerschein zu Ende machen, Uni Bewerbung und mein essen etwas cleaner halten, mehr Sport. Ich denke, ich werde mich körperlich schnell besser fühlen, wenn ich be zeitlang gesünder esse. Es gibt oft noch spät fettiges essen, viel zu wenig Obst und Gemüse außerdem. Wieviel ich wiege, weiß ich nach wie vor nicht. Aber ich denke, dass ich daheim schnell wieder die 48 erreicht haben werde. 47 wären ein tolles Ziel.... :)

Nun werde ich aber erstmal noch die letzten Tage genießen. Hier ist es nun herbstlich und alles verfällt in eine winterstarre. Zeit zu gehn... Vorher nehm ich allerdings noch Strand, Sonne und etwas Arbeit mit. Den Flug buch ich heut oder morgen. Ich freu mich so unsagbar auf etwas Ruhe!! Mittlerweile kann ich sogar behaupten, dass ich auch stark genug bin, der Bulimie Zuhause den Kampf anzu sagen. In zwei Tagen ist es offiziell ein halbes Jahr ohne. Aber Zuhause wird das nochmal eine andere Geschichte... Aber ich will das nicht mehr, ich will gesund leben und mich gut ernähren. Das einzige, was ich mir erlaube, sind Schokotage. Heißt, ich esse den ganzen Tag nur Schokolade. Unglaublich krank und ungesund, aber besser als übergeben und stillt meine gelöste nach Krankem verhalten. Irgendwie muss ich manchmal abdriften und der Kopf kann ganz gut abdriften, wenn nur leckere Schokolade auf dem Speiseplan steht. Am Ende des Tages freut man sich unglaublich auf den nächsten Tag, wo man wieder Obst in Gemüse Essen darf. Abnehmen tu ich dabei logischerweise nicht...

Soviel zu meinen Gedanken. Kommentare beantworte ich sobald ich an meinen Laptop komme.



Montag, 31. März 2014

Tag 179 Essstörungstrott

Ein Kommentar hat mich stutzig gemacht. Sehne ich mich nach dem Essstörungstrott? Diesem Alltag, der einem Sicherheit vorgaukelt, weil es eine kleine Welt ist, in die man sich zurück zieht. Nach was genau sehne ich mich da?
Jetzt im Moment ist die Sehnsucht wieder da. Ich möchte wieder komplette Kontrolle, ich sehne mich sogar nach der verschissenen Bulimie und habe wahnsinnige Angst, denn genau in diesem Moment weiß ich, dass ich wieder essen und erbrechen werde. Scheiße... habe ich in diesem halben Jahr denn nichts gelernt? Normal essen ist so viel besser und gesünder. Wonach genau sehne ich mich? Ich sehne mich nach dem Dünnsein und nach dem Beruhigenden Gefühl. Ehrlich gesagt hatte ich das oft nach dem Erbrechen. Ich war beruhigt, dass mein Magen wieder leer war. Es war ein gutes Gefühl. Auch wenn ich ganz genau weiß, dass ich trotz diesem beruhigenden Gefühl nicht glücklich war.... also, warum sehne ich mich nach dem Scheiß?!

Die letzten Tage waren ereignislos. Und das stört mich. Ich möchte Abenteuer erleben! Und wenn ich das schon nicht kann, dann möchte ich zumindest Geld verdienen und abnehmen. Aber momentan tue ich irgendwie nichts von alledem und das kotzt mich an. Ich bin zu geizig, um mir Obst und Gemüse zu kaufen, zu geizig, um Ausflüge zu bezahlen. Und zu ängstlich, um jeden Abend flüssige Alkoholkalorien in mich hinein zu kippen. Was genau soll ich dann noch hier?!

Vermutlich werde ich in den nächsten Tagen meinen Heimflug buchen und abdampfen. Keine Ahnung, warum ich das nicht jetzt schon mache. Irgendwie muss noch was passieren, ehe ich auf wieder sehen sagen kann. Beispielsweise ist da ein Kerl, den ich ziemlich toll finde und irgendwie passiert aber nichts zwischen uns. Wir sehen uns auch leider viel zu selten. Er arbeitet mit mir zusammen. Und dadurch, dass ich momentan so wenig arbeite, sehe ich ihn leider viel zu selten.Könnte er meine Meinung ändern, sodass ich bleibe..?

Besuch auf dem australischen Lande..

Dienstag, 25. März 2014

Tag 174 Confused

Ich habe mich länger nicht gemeldet, keine Ahnung, warum. Aber sobald es besser läuft und ich wieder etwas mehr Lebensinhalt habe, denke ich weniger an die Essstörung. Was heißt, ich denke weniger daran, das wäre gelogen. Jede Minute denke ich ans Essen. Aber es nimmt weniger Raum in meinem Leben ein.

Essen läuft ganz okay, wie gesagt. Manchmal esse ich noch zuviel. Aber es ist nicht mehr so unkontrolliert. Das ist das gute am Hostelleben, du hast ständig Menschen um dich herum. Sozial sein bedeutet, normal essen.

Heute bisher ein Rest eines Hamburgers, Gemüse mit Kürbissalat, Bohnen; ein Müsliriegel, paar Nüsse und ein Sojamilchkaffee. Jetzt bin ich mehr als voll und bis abends wird's wohl nichts mehr geben. Meine Figur sieht auch schon wieder sehr viel besser aus. Noch ein paar "normale" Tage und ich bin wieder top in form denke ich.

Desweiteren habe ich beschlossen, doch noch etwas hier zu bleiben. Ich habe Angst, daheim wieder in den alten Trott zu verfallen. Dieses Herumlungern, nur für die Essstörung leben irgendwie. Weiß auch nicht, aber ich habe das Gefühl, sobald ich aus meinem "Versteck" heraus bin und dem richtigen Leben ausgeliefert bin, geht es mir besser. Ich traue mich mehr. Zuhause zb würde ich niemals noch auf einen Drink irgendwohin gehen, wenn ich am Tag normal gegessen habe. Zu große Angst vor den Kalorien im Alkohol, zu schlecht fühle ich mich mit dem vollen Bauch. Hier überwinde ich mich, gehe raus, erlebe tolle Sachen und zwinge mich selbst quasi zum "normalsein".

Ich denke, dass ein weiterer Monat mich nicht umbringt. Zuhause kann warten. Es wird kaum einen Unterschied machen, ob ich jetzt oder in einem Monat zurück bin. Das einzige Blöde ist, dass ich all meine Freunde vertrösten muss. Dass ich meinen Flug wahrscheinlich weder umbuchen noch stornieren kann und das Geld verliere. Aber es ist nur Geld. Ich habe fast 10000 Euro auf meinem Konto. Momentan sinds etwa 8000 auf meinem deutschen Konto und 1000 auf meinem ausländischen. Wenn ich einen neuen Flug buche, bedeutet das, extra Abzug. Und ich möchte weniger arbeiten, was weniger Einkommen als zuvor bedeutet. Aber hey, ich sollte mir das gönnen und hier eine gute Zeit haben. Den Strand genießen, ausgehen, mich wohlfühlen im Hostel und auf der Arbeit. Und gehen, wenn es wirklich Zeit ist. Jawohl!

Gleich treffe ich erstmal noch eine Freunden. Sie holt mich ab und wir werden den restlichen Tag zusammen verbringen. Keine Ahnung, was wir machen. Ich bin jedenfalls ordentlich müde und mag eigentlich nichts großartiges heute mehr unternehmen, wenn ich ehrlich bin. Ich habe nun die letzten Tage soviel gearbeitet, da sollte ich mir das auch mal gönnen dürfen. Mal sehen, ich warte darauf, dass sie sich meldet... Morgen würde ich Abends gerne ausgehen mit meinen Freunden von der Arbeit. Hoffentlich klappt das! Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag heißts dann wieder Arbeit. Die Woche danach muss ich zusehen, dass meine Stunden gekürzt werden. Hoffentlich klappt das alles...

so braun bin ich mittlerweile...

Samstag, 22. März 2014

Tag 171 Schlaflos im Hostel

Gott, wie ich das Hostelleben vermisst habe. Ironie aus. Heute Nacht meinten zwei Mädels in meinem Zimmer, dass sie reden müssten. Gegen 5 Uhr morgens, nachdem ich ca 4 Stunden geschlafen hatte. Danke dafür!

Dementsprechend scheiße fühle ich mich nun und habe auch schon viel zu viel gegessen. Man ey, irgendwie gehts momentan einfach nicht anders. Dabei fühle ich mich so so unwohl und mag einfach nur wieder dünn sein. Aber wie?

Bisher Stück Pizza, Müsli, Nüsse, Banane, Pflaumen gegessen. Wird noch was kommen. Dann Strand. Dann Arbeit. Ich will schlafen....

Freitag, 21. März 2014

Tag 170 Hass.

Noch 10 Tage. 10 Tage, die ich so schön wie möglich gestalten sollte.
Stattdessen machen sie mir Angst. Denn ich kann weder richtig schlafen, noch in Ruhe kochen oder essen. Führt dazu, dass ich zuviel esse, zu wenig schlafe und mich scheiße fühle. Zunehme. Und mich noch schlechter fühle. Und das im Paradies.

Das sind so Momente, in denen ich die Essstörung wirklich hasse. Wenn sie einem so etwas verdirbt. Denn ganz ehrlich, hauptsächlich freue ich mich auf zuhause, weil ich an meine Kontrolle denke. Weil ich daran denke, wieviel besser ich mich fühlen werde, weil ich geregelt essen kann. Weil ich mich aufs wieder abnehmen freue. Ich denke, nach dem ganzen Essen werden die ersten Kilos doch recht schnell runter gehen.

Und wenn ich das dann nochmal von außen betrachte, diese Freude auf das Ausleben der Essstörung, dann werde ich ganz traurig. Das hier gerade ist MEINE Zeit. Ich bin im Ausland und sammle Erfahrungen, aber alles wird immerzu überschattet von der blöden Essstörung.

Ich wette wette wette, sobald ich wieder zuhause bin, die ersten Tage vergangen sind und ich realisiert habe, was eigentlich passiert ist, dann werde ich ganz traurig werden. Und ich werde das alles vermutlich schrecklich vermissen. Aber was genau werde ich vermissen? Ich mein, mein Job hier geht mir so oft unglaublich auf den Geist. Ich könnte das keinen Monat länger machen. Und trotzdem macht mir die Sache an sich unheimlich Spaß. Dieses Zugehörigkeitsgefühl, das Herumalbern mit Kunden und Kollegen. Vorgestern waren wir alle zusammen feiern und es war richtig toll!

Aber ganz ehrlich, meine Zeit hier ist abgelaufen. Entweder ich ziehe hier komplett hin und ändere, was mich stört. Suche nen zweiten Job als Abwechslung, suche eine richtige Wohnung und bringe etwas Routine in mein Leben. Oder ich belasse es dabei, gehe zurück nach Deutschland mit vielen tollen Erinnerungen. Ein komisches Gefühl...

Vor allem habe ich Angst, weil ich ganz genau weiß, was auf mich zukommt. Ich werde zurück fliegen, komplett durcheinander sein. Den Flug überstehen, in Deutschland von einem Freund abgeholt werden. Vermutlich garnicht wissen, womit ich beim Erzählen anfange.. Eltern überraschen, von deren Freude angeekelt sein (irgendwie ist mir deren Liebe immer zu viel...... was für eine Tochter bin ich?!), dann wohl direkt weiter zu einem meiner besten Freunde. Vielleicht noch paar andere besuchen. Vermutlich abends essen gehen oder einsam daheim sein und wieder das alte Leben leben.
Dann nächster Morgen. Ich liebe Morgende, die sind so frisch und unschuldig. Ich werde die Ruhe genießen, vielleicht laufen gehen und dann bei einer Fernsehsendung ein ausgedehntes Frühstück genießen. (bis dahin werde ich noch glücklich sein)
Bloß dann heisst es, Tag füllen. Was mache ich? Ich werde meine alte Arbeit besuchen und gucken, ob die Arbeit für mich haben. Ich werde Freunde treffen, Kaffee trinken gehen. Meinen Krams im Keller ausmisten, Klamotten auf Kleiderkreisel verscheuern. Einkaufen gehen und anfangen mit der Wohnungssuche. Ganz viel feiern gehen. Abnehmen. Und dann wird sich wieder die Normalität einstellen und ich werde realisieren, dass mich eben diese nicht glücklich macht. Dass mich das Leben in Deutschland auf lange Sicht langweilt. Und dann werde ich traurig werden und diesen Ort hier ganz schrecklich vermissen..... so sehr ich mich jetzt nach Hause wünsche. Hier geht es mir besser. Diese komplizierte Logik ist unglaublich anstrengend im Kopf. Plus körperliches Unwohlsein JUHU

A propos Körper. Wie schaffe ich es bloß, wieder etwas Normalität rein zu bekommen? Zum Beispiel heute Morgen. Erst Trauben, 2 Nektarinen, 3 Pflaumen und zwei normale Portionen Müsli mit Sojamilch. Wollte mal was gesundes frühstücken. Dann aber Pizza... warum quäle ich mich immer damit, indem ich sowas mit nach Hause nehme? Am besten wäre es, ich würde die dort lassen, wo sie hingehört. Nämlich auf der Arbeit! Ganz ehrlich, zu welchem Zeitpunkt brauche ich Pizza? Ich habe Müsli, ich habe Müsliriegel und ansonsten sollte ich nicht geizen und mir Obst kaufen. Stattdessen nehme ich Pizza mit nach Hause und esse sie und fühle mich schlecht. Genießen tu ich es trotzdem...
Jedenfalls fühle ich mich scheiße, weil ich unglaublich müde von zu wenig schlaf bin. Und mein Bauch weh tut von der Pizza. Versuche, erstmal nichts mehr zu essen. Erst in meiner Pause auf Arbeit wieder. Plus Cider nach der Arbeit, thats it.
Und Kaffee, vielleicht etwas Sojamilch und Cola light. Da wäre das Pizza Dilemma dann zu verkraften.

Mal sehen wie ich das durchhalte. Mein Körper könnte es echt gebrauchen, ich fühle mich so unwohl dick...

Jetzt geh ich erstmal an den Strand. Die nächsten Tage soll das Wetter schlechter werden. warum nur? Was soll ich denn bitte machen, wenn es hier regnet? Besonders, weil einem dann auch meist die Arbeit gestrichen wird, weil keine Kunden kommen. Das wäre eine grauenvolle letzte Woche, die sicherlich mit viel zu viel essen und Alkohol enden würde....

Frühstück von gestern 

Paradies?

Mittwoch, 19. März 2014

Tag 168

Noch 12 Tage, zwölf. Ich kann es irgendwie kaum fassen. Einerseits diese unglaubliche Vorfreude, diese Erleichterung und die Hoffnung, dass dann alles einfacher wird. Wieder ein richtiges Zuhause haben und niemanden nerven und unabhängig leben können. Mein eigenes Essen kaufen und lagern können, in Ruhe kochen und essen können von meinem eigenen Geschirr. Meine Zimmertür schließen, wann immer ich will. Komplette Ruhe, wann immer ich will.
Andererseits habe ich Angst. Als ich letztes Jahr aufbrach, war ich nicht glücklich. Die Bulimie war riesengroß und ich hatte Probleme, glücklich und zufrieden zu sein. Glücklich und zufrieden bin ich auch hier nicht. Aber ich fürchte, dass ich wieder Essattacken bekomme, sobald ich daheim bin. Eben, weil ich es kann und es so einfach ist und dabei dann noch so gut tut.
Ich muss stark bleiben und mich an alles erinnern. An dieses schlechte Gewissen und dieses ständige Unwohlsein. Das Unwohlsein im Bauch, Wassereinlagerungen.
Ich mein, jetzt so fühle ich mich auch nicht gut. Meine Verdauung spinnt! Und sobald ich etwas mehr esse, fühle ich mich sofort unglaublich scheusslich. Wassereinlagerungen und ein aufgeblähter Bauch... dafür aber, wenn es gut bzw normal läuft, fühle ich mich absolut großartig. Keine geschwollenen Backen oder andere Bulimie bedingten Überbleibsel. Ich glaube, mein Gesicht war selten so schön, wie es jetzt ist. Wenn ich dann noch etwas mehr Normalität in meine Ernährung bekäme und aufhören würde zu schlingen... aber ganz ehrlich, ich denke, dass das zuhause besser wird. Denn da kann ich in Ruhe essen. Kann essen, was ich einkaufe und muss keine Angst haben, irgendetwas falsches zu tun in einem fremden Haushalt. Ich werde wieder in meinem Haushalt sein. Kann in aller Ruhe mein Frühstück genießen morgens ohne Angst zu haben, dass ein unbekannter durch die Tür kommt. Ich kann meine Wochenenden ausleben. Morgens Frühstück und dann tagsüber bloß Kaffee, Cola, Wasser und abends Alkohol. Irgendwie ist das mein Ding, damit fühle ich mich wohl. Es hier auszuleben, das geht irgendwie nicht. Immerzu muss ich mich rechtfertigen oder habe schlichtweg nicht die richtigen Lebensmittel dafür. Oder ich versuche zu sparen und esse anstatt bloß Obst morgens ganz viele Haferflocken. Ist ja billiger, da es mehr satt macht und weniger kostet. Versteht meine Logik nicht, sie ist nicht vorhanden...

Jedenfalls freue ich mich auf meine Kontrolle und meine Macht. Die Macht, zu entscheiden.

Gestern gabs Obst am Strand, was allerdings die reinste Tortur war. Fliegen, Sand und Wind haben das zu einem wohl einmaligen Erlebnis gemacht.






Abends dann gewohnt hektisch alles mögliche herunter geschlungen. Ganz viele Nüsse und rohes Müsli, dann eine kleine Schale Müsli mit Sojamilch, sowie ein Sandwich mit Humus, Avocado, Gurke und Sweet Chilli Sauce. Hab auch etwas Veggiemite draufgeschmiert.




Ich glaub, das wars? Weiß grad nicht mehr.. aber genau das meine ich. Es war so durcheinander, ich habe im gehen und stehen gegegessen und es nicht genossen und war letztendlich froh, als es vorbei war. Ich sehne mich so sehr danach, mich an MEINEN Tisch zu setzten mit MEINEM Geschirr und MEINEM Essen und meine RUHE zu haben dabei. Oder vielleicht Freunde oder so dabei habe. Aber nicht so. Ironischerweise liegt es ja letztendlich doch an mir, aber da bin ich dann zu geizig, jedesmal in ein Cafe oder ähnlichem zu gehen. Wie dem auch sei, bald ists vorbei...

Heute morgen habe ich mich wieder richtig unwohl gefühlt. Aufgedunsen, fett. Lag lange im Bett und hab gelesen, dann geduscht und ein Müsli zubereitet. Aber auch hier wieder ganz viele Nüsse im Gehen und Stehen gegessen. Gott, was eine furchtbare Angewohnheit. Besonders mit Nüssen!!



Den restlichen tag wird es nichts mehr geben, ich gebe mir alle Mühe. Stattdessen dann heute Abend Alkohol, den ich genießen möchte.

Jetzt gleich gehts erstmal zum Strand, wo ich vermutlich Freunde treffe. Später heim, duschen, sagen, ich würde essen und abends dann Freunde treffen und zusammen ausgehen. Cider!

Wenn ich das so durchziehe, werde ich mich morgen wohl wieder um einiges besser fühlen.
Morgen heißts dann aufstehen, vielleicht duschen, möglichst nichts essen (obwohl ich das gewiss nicht schaffe, so, wie ich mich kenne...) und rüber zum Hostel laufen. Das alles vor Zwölf! Dann zur Arbeit, irgendwann davor essen. Oder einfach auf Arbeit schnell was zwischen die Kiemen..? Allerdings kann das gefährlich werden, weil ich dann zum Überessen neige. Wenn ich es schon so kaum kontrollieren kann, würde ich mich bei dem reichhaltigen essensangebot wohl kaum beherrschen können....